25 Jahre Klangspuren Schwaz mit Rebecca Saunders

Das Tiroler Festival für Neue Musik feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen. Composer in Residence ist die britische Komponistin Rebecca Saunders.

Für Klangspuren Schwaz ist 2018 ein Jahr der Jubiläen: Gemeinsam mit dem Tiroler Symphonieorchester (TSOI) bringt das Tiroler Festival stolze 150 Jahre auf die Alterswaage. Gefeiert wird dies mit musikalischen Kuriositäten, der Klangspuren Internationale Ensemble Modern Akademie (IEMA) – die 2018 übrigens ins 15. Jahr geht – und der diesjährigen Composer in Residence, Rebecca Saunders.

Die Klangspuren in Feierlaune

Angesichts der vielen zu feiernden Geburtstage stellt sich die 25. Ausgabe unter das Motto „FESTE. ORTE.“ und setzt damit einen Akzent auf Werke, die Aspekte von Feier, Fest und Ritual thematisieren. Beim Eröffnungskonzert am 6. September erklingt beispielsweise neben Charles Ives und „Birthday-Musik“ von Werner Pirchner ein Auftragswerk von Klangspuren und des TSOI, das aus der Feder der polnischen Komponistin Joanna Wozny stammt.

Als einer der Festivalhöhepunkte führt die musikalische Pilgerwanderung entlang des Jakobswegs zu spannenden Konzerten und lädt dazu ein, die Kultur- und Naturschauplätze der Region zu erkunden. Anlässlich der Jubiläumsauflage führt die musikalische Pilgerwanderung heuer dorthin zurück, wo alles begann – nach Schwaz. Der Jakobswegforscher Peter Lindenthal und sein Hund Arvo begleiten in gewohnter Manier die Wanderung.

Kurios: Kasperlmaschine und Futterrausch

Eine absurde Klangmaschine, gewissermaßen ein kulturelles ‚Abfall‘-Produkt im Geist von Dada, Fluxus, John Cage, Jean Tinguely und Märklin-Modellbaukästen wird im Rahmen der Festivaleröffnung in Betrieb genommen. Die Kasperlmaschine von Paul Skrepek liebt es, mittels verketteter akustischer Apparaturen musikalisch zu kommunizieren. Vom Konstrukteur und vom Maschinisten (Andreas Platzer) gesteuert und beschaltet, spielen Momente der mechanischen Fehler, der Abweichung und des maschinellen Versagens eine zentrale Rolle. Sie überraschen in ihrer Unvorhersehbarkeit und artikulieren aus menschlicher Unschärfe heraus generierte Zu- und Unfälle. Chaos, Irritation und Versagen sind bei den Maschinenkonzerten natürlich willkommen.

In die Reihe der hybriden Musik- und Kunstformen fügt sich das multimediale Musiktheater des Mexiko-Tirolers Arturo Fuentes ein. Das Monodrama Carlotas Zimmer über die unglückliche belgische Prinzessin Charlotte, die ihrem Gatten Kaiser Maximilian 60 Jahre lang über seinen Tod hinaus Briefe schreibt, nutzt unter anderem eine Badewanne wie auch ein Bett als Bühnenbild.

Den festlichen Abschluss des 25-jährigen Klangspuren-Jubiläums setzt im Schwazer Silbersaal Fast Forward’s Feeding Frenzy. Sechs Chefs de Cuisine eifern mit sechs InstrumentalistInnen in einem Art Futterrausch kulinarisch um die Wette, wobei auch und gerade die Kochgeräusche als musikalisches Material Verwendung finden.

Rebecca Saunders – Composer in Residence

Einen ganzen Abend widmen die Klangspuren der diesjährigen Composer in Residence Rebecca Saunders. Zahlreiche ihrer Werke, darunter viele österreichische Erstaufführungen, sind am 14. September zu hören. Darüber hinaus teilt die britische Komponistin im 25. Klangspuren-Jahr und im 15. Jahrgang der Klangspuren IEMA ihr profundes Wissen wie auch ihre musikalische Neugierde mit den StudentInnen der IEMA. Die Ergebnisse jener Zusammenarbeit sind bei den Akademie-Abschlusskonzerten zu hören.

Die Jubiläumsausgabe von Klangspuren Schwaz findet von 6. bis 22. September 2018 in Schwaz und Innsbruck statt. Tickets sind ab sofort auf oeticket.com erhältlich.

Bilder: Kasperlmaschine © Skrepek & Platzer, Feeding Frenzy © Fast Forward, Rebecca Saunders © Astrid Ackermann

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