Alice nicht im Wunderland

Soeben veröffentlichten die Seattle-Helden Alice in Chains ihr fünftes Studioalbum. Nach dem traurigen Tod von Ex-Sänger Layne Staley nun das zweite Album mit William DuVall an Gitarre und Mikrofon. Und genau er sprach mit TICKET über Gitarren, Grunge und politisierte auch ein bisschen.

Was ist bei The Devil Put Dinosaurs Here der auffälligste Unterschied zu dem letzten Album Black Gives Way To Blue?

William DuVall: Ich würde sagen vor allem ein Titel wie The Devil Put Dinosaurs Here (Anm. Song auf dem gleichnamigen Album) ist wohl der größte Unterschied. Wir haben uns von den alten Sachen entfernt – nicht nur von Black Gives Way To Blue, sondern auch von allem davor. Alice In Chains hat immer Themen behandelt, die vor allem das Gefühlsleben betreffen. Mit diesem Song bzw. Album haben wir nun etwas gemacht, was nicht typisch für uns ist. Wir diskutierten lange und wussten, dass es provozieren wird – vor allem hier in den USA. Aber wir entschieden uns, den kritischen Text einfach durchzuziehen und ich bin sehr froh darüber, dass wir nun auch ernste Themen ansprechen, die die Welt rund um uns beschäftigen.

Das heißt du magst diesen Titel?

William: Sehr gerne sogar! Er beschäftigt sich mit dem Thema Intoleranz und ich bin immer froh, wenn ich dagegen etwas tun kann. In den USA gibt es eine stimmlich sehr laute Minderheit – sie nennen sich religiös, sind alles in allem aber einfach nur extrem intolerant. Das Schlimme ist, dass sie auch ihre Finger in Politik stecken und da beginnt das wirklich große Problem: Es ist eine Sache, wenn man intolerant ist und es für sich behält. Eine andere Geschichte ist es aber, wenn du zum Beispiel auf einmal die Macht hast Gesetze zu verfassen. Es werden wirklich viele Menschen unterdrückt und ich glaube das liegt unter anderem daran, dass sich die Demografie und das Wahlverhalten verändert hat und es viele Menschen gibt, die wollen, dass alles so wird wie früher. Sie werden immer aggressiver und versuchen alles, um eine Wende zu erreichen. Wir als Band sahen zu, was hier alles passiert und so entstand dann der Song. Wir sprechen sehr viel über das Weltgeschehen und auch was hier vor unserer Tür passiert. Dieser Song gab uns die Chance all das mit Musik zu kommentieren. Wenn nicht jetzt – wann dann? Lasst uns die Debatte beginnen!

Wann hast du angefangen Musik zu machen?

William: Als ich acht war, hat mich Gitarre spielen zum ersten Mal interessiert. Ich habe einen Cousin, der zehn Jahre älter als ich ist. Er hatte damals eine harte Zeit zu Hause und so ergab es sich, dass er zu meiner Mutter und mir zog. Er hatte eine kleine Plattensammlung – da waren echt ein paar gute Scheiben wie Miles Davis oder Funkadelic dabei. Was mich aber am meisten faszinierte war Hendrix‘ The Band Of Gypsys. Mein Cousin spielte das einmal auf meiner kleinen, spielzeugähnlichen Anlage. Ich fing sofort an, ihm unendlich viele Fragen zu stellen, da ich es einfach nicht glauben konnte, was ich da hörte. Je mehr er mir über Hendrix erzählte, desto faszinierter wurde ich. Damals gab es noch kein Internet oder MTV und auch Musikmagazine waren rar – ich wusste eine Zeit lang nicht wie Hendrix aussieht. Mein Cousin borgte sich dann in der Bibliothek Magazine aus um ihn mir zu zeigen. Ich sah den Kerl und ihn im Zusammenhang mit seiner Musik fand ich einfach nur unglaublich! Deshalb begann ich damals Gitarre zu spielen. Mein Cousin verfolgte meinen Fortschritt natürlich und kaufte mir dann mit seinem ersten Lohn, den er bei der Navy verdiente, meine erste elektrische Gitarre – eine Fender Mustang. Damals war ich neun und von nun an nicht mehr zu stoppen!

Warst du ein Fan von Alice In Chains, bevor du selbst ein Bandmitglied wurdest?

William: Natürlich! Ich war ein Fan der ganzen Seattle-Explosion. I mochte all die Bands. Die ganze Szene entstand aus Dingen, die schon lange im Untergrund in Amerika passierten. I war ein großer Fan von SST records. Von Black Flag, Hüsker Dü, Sonic Youth – all diese großartigen Bands! Die Musikszene war groß und ich war ein Teil davon. Als dann die ganze Seattle-Geschichte anfing, war ich wirklich erstaunt. Ich hörte ein paar Soundgarden Nummern und fand sie auf Anhieb gut. Ich erinnere mich daran, dass ich ein Green River Konzert in L.A. gesehen habe. Ich stand dort mit dem Boss von SST und anfangs hieß es noch: „Wer sollen denn diese Jungs sein?“ Aber dann wuchs das Ganze und als es dann zum Mainstream wurde, wusste ich, dass hier eine wirklich gute Geschichte anfing. Es war eine neue Kultur und auch eine gute Sache für Popkultur im Allgemeinen. Am besten hat es mir gefallen, wie alle diese Bands, Nirvana, Pearl Jam, Alice In Chains, Soundgarden etc., mit ihrem Erfolg umgingen. Es war anders, als man es gewohnt war. Sie trauten sich einfach Nein zu sagen. Das war schon ziemlich mutig! So zu agieren war sicher ziemlich hart – die ganze Welt lag dir auf einmal zu Füßen, weil du das tust, was du schon jahrelang in deinem Keller gemacht hast. Ich war ziemlich beeindruckt, dass der ganze Ruhm den musikalischen Stil der Bands nicht veränderte. Sie standen einfach zu sich und dem was sie machten.

Glaubst du wird es eine Art Grunge-Revival geben?

William: Zuallererst muss ich mal sagen, dass wir den Begriff Grunge nicht wirklich als Stilrichtung sehen. Wir machen einfach Rock

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‘n’ Roll – die Presse gab der Musikrichtung einen Namen, um sie von anderen zu unterscheiden. Das ist auch verständlich, es ist einfacher wenn etwas ein Etikett bekommt. Aber – keine der Bands klang wie die andere. Dass es all die Bands noch immer gibt, ist vor allem darauf zurück zu führen, dass ihre Musik von der Wahrheit erzählt und diese auch reflektiert. Jegliche Musik, die tiefgründig ist und von der echten Wahrheit handelt, findet auch ein Publikum. Und wenn sowas dann richtig groß wird – umso besser! Leider ist es sehr selten, dass ehrliche, echte Musik richtig weltweit berühmt wird – meistens wird nur der vorfabrizierte Pop-Schrott gepusht. Ganz selten passiert es, dass solch eine Musik die Welt erreicht.

Würde soetwas wie in Seattle noch mal passieren? Wahrscheinlich schon. Ab einem gewissen Zeitpunkt muss es so sein. Diesen Moment kann man nicht duplizieren – genauso wie man auch die Fünfziger nicht noch mal erleben kann. Aber wenn es zum Siedepunkt kommt, wird auch wieder etwas explodieren. Das wird aber nichts mit Grunge zu tun haben. Das bekommt das sein eigenes Etikett.

Bei welchem Künstler wärst du am meisten geehrt, wenn er eure Songs covern würde?

William: Hmm … Johnny Cash weilt ja leider nicht mehr unter uns. Irgendjemand mit diesem Kaliber – wie Willie Nelson. Blues-Größen wären auch toll – Buddy Guy, oder B.B. King. Wenn jemand wie Aretha Franklin unsere Songs singen würde – das wäre dann ziemlich fantastisch!

Interview: Petra Albrecht

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