Alles Gute, Klaus Maria Brandauer!

Der österreichische Schauspieler feiert heute seinen 75. Geburtstag.

© Reinhard Werner/Burgtheater

Ich schau so aus wie ich ausschaue, je nach Alter. […] Ich habe eine hohe Meinung von diesem Klumpen, von dieser großartigen chemischen Industrie, dieser fantastischen Einrichtung, dieser so lange überlebensfähigen Maschine. (Klaus Maria Brandauer im Interview mit Ralf Krämer, Planet Interview, 05.09.13)

Anfang der 1980er Jahre wurde der im steirischen Bad Aussee geborene Klaus Maria Brandauer mit dem Film „Mephisto“ zum Weltstar. Auch auf der Theaterbühne konnte er viele Erfolge für sich verzeichnen, erhielt etwa den Nestroy und ist Ehrenmitglied des Wiener Burgtheaters. In den letzten Jahren hat sich der Schauspieler und Regisseur zunehmends von der Bühne zurückgezogen und sich der Literatur gewidmet. Ein kurzer Rückblick auf 75 Jahre Klaus Maria Brandauer.

Vom Ausseerland nach Hollywood

Altaussee ist meine Heimat. Und wenn ich das sage, wird mir warm ums Herz. (Klaus Maria Brandauer in der Süddeutschen Zeitung, 26./27.08.17)

Klaus Georg Steng – später fügte er den Namen seiner Mutter, Maria Brandauer, seinem Künstlernamen bei – wurde am 22. Juni 1943 in Bad Aussee geboren. Sein Studium an der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst brach der Steirer nach zwei Semestern ab und gab sein Schauspieldebüt 1963 als Claudia in William Shakespeares „Maß für Maß“ am Landestheater Tübingen. Später war der Schauspieler am Theater in der Josefstadt engagiert, wo ihn erstmals eine breite Öffentlichkeit in Fritz Kortners letzter Inszenierung „Emilia Galotti“ wahrnahm.

Seit der Spielzeit 1971/72 ist der Künstler Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater und wurde 2008 zum dortigen Ehrenmitglied ernannt. Mit der Verkörperung des Hendrik Höfgen in István Szabós „Mephisto“ gelang Klaus Maria Brandauer der internationale Durchbruch im Filmgeschäft. Sowohl die Verfilmung des Klaus Mann-Buchs als auch zwei weitere Zusammenarbeiten der beiden wurden für den Oscar als Bester fremdsprachiger Film nominiert. „Mephisto“ erhielt den begehrten Academy Award.

Klaus Maria Brandauer und István Szabó beim Nestroy Theaterpreis 2014. © Manfred Werner

Ich sage danke tausend Mal. Du warst es, der mir das Ticket zum Film gelöst hat. (Klaus Maria Brandauer zu István Szabó bei der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises 2016)

Erfolge auf Leinwand und Bühne

Weitere große Erfolge konnte Brandauer als Gegenspieler von Sean Connery im James Bond Film „Sag niemals nie“ (1983) und der Rolle des Baron Bror Blixen-Finecke in „Jenseits von Afrika“ an der Seite von Meryl Streep und Robert Redford verzeichnen. Für letztere Rolle erhielt der Österreicher den Golden Globe als Bester Nebendarsteller und war für den Oscar nominiert.

Von 1983-1989 gab der 75-Jährige den Jedermann bei den Salzburger Festspielen und führte 2006 im wieder eröffneten Admiralspalast Berlin Regie bei der Inszenierung von Bertold Brechts „Dreigroschenoper“ (u.a. mit Katrin Sass und Campino). In sieben Wochen sahen über 70.000 Menschen das Stück, womit es zu einer der erfolgreichsten Theaterproduktionen zählt. Im selben Jahr eröffnete er die Spielzeit der Oper Köln mit Richard Wagners „Lohengrin“. 2007 wirkte Brandauer in Peter Steins Großprojekt „Wallenstein“ mit und drehte 2008 unter der Regie von Francis Ford Coppolla den Film „Tetro“ in Argentinien. In den letzten Jahren gab der gebürtige Bad Ausseer kaum mehr Bühnenauftritte. Zuletzt war er 2013 an der Wiener Burg als König Lear und auf der Leinwand mit „Der Fall Wilhelm Reich“ zu erleben.

Klaus Maria Brandauer als König Lear. © Reinhard Werner

Was sich Klaus Maria Brandauer für seine kommenden Lebensjahre vorgenommen hat?
„Das Wichtigste ist, ein neugieriger Bürger zu sein. Und jeder ist aufgerufen, einer falsch gepolten Gesellschaft die Stirn zu bieten. Jeder sollte sich einmischen. Niemand sollte sagen: Ich kann nichts ändern“, erläutert er gegenüber dem Kurier (18.6.).

Das Wiener Burgtheater nimmt König Lear mit Klaus Maria Brandauer in der Titelrolle im Herbst 2018 wieder auf.

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