Alles Roger?

Herzgeschmerzte aufgepasst! Der deutsche Jazzmusiker Roger Cicero weiß, wie man sich nach einer Trennung fühlt. Ein Beziehungsgespräch.

Wir kennen ihn als Eurovisions- Contest Kandidat in weißem Anzug und Hut mit dem Song „Frauen regier’n die Welt“ auf der Bühne tänzelnd (2007), als von der Zeitschrift „Emma“ gekürten „Pascha des Monats“, als Co-Moderator von Mirjam Weichselbraun in der Sendung „Die Hit-Giganten“. Und jüngst strahlt Roger Cicero in der deutschen TV-Show „Sing meinen Song“ von den Schirmen. Jazz liegt dem 44-jährigen Deutschen mit rumänischen Wurzeln im Blut. Sein Album „Was immer auch kommt“ passt mit seinem melancholischen Grundton gar nicht ins Swing-Konzept. Grund genug, um der Sache im !ticket-Talk auf den Grund zu gehen. Keine Angst! Roger ist in bester Stimmung, ist er er doch gerade von den Dreharbeiten von „Sing meinen Song“ aus Südafrika zurückgekommen. Es fließen keine Tränen. Stattdessen lachen wir viel. Dennoch brennt diese Frage auf der Zunge:

Beim Hören deines Albums fragt man sich: Müssen wir uns Sorgen um dich machen?

Roger Cicero: (lacht herzhaft): Warum denn das? Es klingt doch sehr traurig und nachdenklich … Man muss sich überhaupt keine Sorgen machen. Ich glaube schon, dass die Grundhaltung eine positive ist. Meine feste Überzeugung ist, dass man Krisen nur überstehen kann, wenn man da durchgeht und sie auch an sich ranlässt. Deswegen hab ich dem auch ein wenig Platz gegeben.

Gibt es auf dem Album bestimmte Songs, bei denen dir das besonders schwergefallen ist?

Roger: Der Titel „Frag nicht wohin“ war für mich der emotionalste. Den Song habe ich in keinster Weise geplant. Diese Situation mit dem eigenen Kind, der Moment, an dem man getrennte Wege geht. Und das auch zu beschreiben, fand ich schon sehr schwer. Ich habe den Song zusammen mit Rea Garvey komponiert. Beim Schreiben haben wir uns unterhalten, was gerade alles los ist. Und da habe ich ihm auch davon erzählt. Er fing an mit englischem Text zu singen. Dann war die Katze aus dem Sack. An diesem Song habe ich lang geknabbert, weil das ein Thema war, mit dem ich persönlich auch zu kämpfen hatte.

Tickets bei oeticket.com

Wo sind die Bläser, wo der Swing?

Roger: Was fehlt, ist die Big Band, was nicht fehlt, sind die Bläser, allerdings sehr zurückhaltend eingesetzt. Was bei diesem Album zuerst da war, waren die Themen und die Anmutung des Vortrags. Es waren Themen, die mir wirklich am Herzen lagen, die ich musikalisch umsetzen wollte. Die konnten nicht unbedingt mit einem großen Orchester, mit Pauken und Trompeten behandelt werden.

Bei „Was immer auch kommt“ bemerkt man eine Diskrepanz zwischen Zurückschauen und Nach-vorne-Blicken. Wie erklärst du das?

Roger: In jedem Titel wird eine andere Trennungsphase beschrieben. Das ist genau diese Diskrepanz. Zuerst ist eine Entscheidung da, das wäre der Titel „Hollywood“, ohne großes Tamtam. Denn das war vorher oder nachher. Das wird einfach ausgesprochen und ist sehr trocken. „Knapp daneben“ beschreibt die Zeit, wo man wehmütig und melancholisch in die Vergangenheit schaut, das noch nicht so richtig Loslassen- Können. Die dritte Phase wäre in „Endlich wieder frei“ beschrieben, wo man noch in dieser Zwischenwelt gefangen ist. Die Tür ist noch nicht so hundertprozentig zu, als dass man sich jetzt wirklich auf das Neue einlassen könnte, man will aber auch nicht zurück. Und das endet in „Straße“, mit dem positiven Blick nach vorne. Da bin ich jetzt schon längst angelangt. Roger_Cicero_Was_immer_auch_kommt

Wie sieht dieser Blick nach vorne aus?

Roger: Ich freue mich erst mal, dass es im Sommer auf Tour geht. Das ist das, wieso ich das alles mache: das Lieder- Schreiben. Ich will auf die Bühne.

 

termine:

Seine Songs leben für Roger von der Bühnenperformance. Mit seiner 13-köpfigen Big Band macht er am 21.Oktober in der Grazer Stadthalle und am 22. Oktober in der Wiener Stadthalle halt.

 

Tickets bei oeticket.com

 

 

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!