Aus „Metropolis“ wird „Cirkopolis“

Akrobatik, Tanz, Theater und Poesie. „Cirkopolis“, die neue gefeierte Produktion des kanadischen Cirque Éloize,verdichtet Fritz Langs Stummfilmklassiker „Metropolis“ zu einer fantastischen Bühnenshow.

 

Zirkus gab es schon in der Antike – man denke nur an den klassischen Ausspruch „panem et circenses“ („Brot und Spiele“). Die Geschichte des modernen Zirkus beginnt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in England. Anfänglich fand der Zirkus in eigens gebauten Häusern seine Heimat; erst durch Einflüsse aus Amerika verbreiten sich ab 1880 Zirkuszelte in Europa. Ein großer Vorteil der Zirkuszelte war, dass nun auch in kleineren Städten ohne eigene Zirkusgebäude gespielt werden konnte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Wien drei Zirkusgebäude und die Stadt war nicht mehr nur als Theater- und Musikstadt bekannt, sondern auch für seine Zirkusse. Die Zirkusgasse im 2. Wiener Gemeindebezirk erinnert noch an diese Zeit: dort, wo heute der Gemeindebau Renz-Hof steht, wurde 1854 der Zirkus Renz errichtet. Viele der Zirkusgebäude des 19. Jahrhunderts wurden während des 2. Weltkrieges durch Bombenangriffe zerstört. Der Zirkus war und ist auch immer eine Parallelwelt der Gesellschaft und so ein wundersamer Ort der Welterkenntnis, der Überraschungen und Sensationen, ein Ort der Poesie aber auch der Aufregungen und des Unbehagens.

 

Zeitgenössischer Zirkus
Zeitgenössischer Zirkus lässt Sie in eine Welt von Akrobatik, Poesie und Humor eintauchen – ist gleichzeitig einmalig, liebevoll und ehrlich; dabei sehen Sie nur Menschen und – im Gegensatz zum traditionellen Zirkus – keine Tiere. Er überschreitet Spartengrenzen und verbindet Theater, Musik, Tanz, Puppenspiel, aber natürlich auch Artistik. Er ist nicht nur triviale Unterhaltung, sondern eine wahrhaftige Kunstform. Für Brigitte Fürle, künstlerische Leiterin des Festspielhauses St. Pölten, ist „zeitgenössischer Zirkus Theater, das Erwachsene und Kinder gleichermaßen staunen macht – und eine wunderbare Kunstform, mit der wir auch neues Publikum ins Festspielhaus locken. Ich habe bereits in meiner Zeit bei den Wiener Festwochen und den Berliner Festspielen ähnliche Theaterformen programmiert (2009 „Die Riesen von Berlin“ anlässlich 20 Jahre Mauerfall, das 2 Mio. Menschen in den Straßen Berlins bewegt und berührt hat) und freue mich, dass es im Herbst auch im Festspielhaus St. Pölten heißen wird: Bühne frei für die jungen ZirkusartistInnen aus Montréal, den berühmten Cirque Éloize.“

 

Cirque Éloize
Seit der Gründung 1993 hat der Cirque Éloize mehr als 4.000 Vorstellungen in 440 Städten und 40 Ländern gegeben und dabei über 3,5 Millionen ZuschauerInnen begeistert. Er gilt als Paradebeispiel für modernen kanadischen Zirkus und wurde vielfach international ausgezeichnet. „Cirkopolis“ ist die neunte Tour-Show und kam 2012 zur Uraufführung. Die Inszenierung verantworten Cirque-Éloize-Gründer Jeannot Painchaud und Choreograf Dave St-Pierre. Zwölf ArtistInnen rebellieren gegen Monotonie, erfinden sich selber und überschreiten die Grenzen der Fabrikstadt „Cirkopolis“. Unterstützt durch die Originalkomposition von Stéfan Boucher und dem innovativen Stage Design von Robert Massicotte, in das auch zahlreiche Projektionen eingebunden sind, wird das Publikum in eine Welt entführt, in der Fantasie der Realität trotzt. „Cirkopolis“ ist eine Mischung von Fantasie und Realität, zeigt die Menschen zwischen Individualität und Gemeinschaft sowie zwischen Grenzen und Möglichkeiten. Ganz so, wie es der monumentale Stummfilm „Metropolis“, von Regisseur Fritz Lang in den Jahren 1925 und 1926 gedreht, auch tut. Der Film gilt als einer der teuersten der damaligen Zeit und als eines der bedeutendsten Werke der Filmgeschichte.

 

Cirque Éloize findet abends am 28. November sowie nachmittags und abends am 29. November im Festspielhaus St. Pölten statt.

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