Der Sound-Surfer

Mit „Run“ erschien das zweite facettenreiche Studioalbum von Aaron Brunos Awolnation. Ein roter Faden? Kaum zu finden! Mitreißend? Auf jeden Fall!

 

Awolnation ist vielmehr ein Solo­projekt von Mastermind Aaron Bruno als eine Band. Awolnation ist Aaron Bruno. Optisch ein kalifornischer Sonnyboy, der klischeegerecht dem Hobby Surfen nachgeht, umgibt ihn eine gewisse Wehmut und Melancholie, die sich auch in seinen Songs widerspiegelt. So unterschiedlich wie er selbst sind auch die Songs auf seinem neuen Album „Run“.

 

Was gefällt dir am besten, wenn du ein Album aufnimmst? Das Singen? Die Ideenfindung im Vorfeld?

Das Einsingen eigentlich nicht so … eher der Moment, an dem ich das Gefühl habe, dass hier etwas Gutes entsteht. Man kann es vielleicht mit dem Gefühl bei einem ersten Date vergleichen. Du hast es noch niemandem erzählt, es ist dieses geheime kleine Schmuckstück, das du sehr nah an deinem Herzen trägst. Es dauert dann nicht mehr sehr lange, bis es jeder mitbekommt und auch darüber richtet. Es ist einfach aufregend, ein kleines Geheimnis zu haben, das niemand anderer hat.

Wenn es dann erschienen ist, gibt es keine Geheimnisse mehr …

Korrekt, aber du hoffst ganz einfach, dass andere Leute die Freude, die du damit verbindest, teilen.

Run ist extrem facettenreich. War es dein Ziel, dass jeder einzelne Song auf dem Album anders klingt?

Nein. Das war niemals ein Ziel, das ich vor Augen hatte. Es ist einfach passiert, das war keine Absicht. Ich sitze niemals und überlege mir, ich werde jetzt diesen oder jenen Song schreiben. Sie basieren einfach darauf, was mir gerade durch mein Herz und meine Seele läuft zu diesem Moment. Wenn es dann fertig ist, versuche ich es in eine Form zu bekommen, die irgendwie Sinn ergibt. Das ist alles ziemlich verrückt.

Wie sieht dein Stimmtraining aus? Du singst und schreist ja sehr viel … musst du auf sie aufpassen?

Es ist einfach die Stimme, die ich mitbekommen habe. Selten habe ich vielleicht Halsschmerzen aber ich passe auf meinen Körper ziemlich gut auf und versuche so gesund wie möglich zu bleiben und das ist auch die beste Variante, um deine Stimme in guter Form zu behalten.

Kannst du dich an das erste Lied, das du jemals geschrieben hast, noch erinnern?

Nein … ich kann mich nicht an das allererste Lied erinnern, aber ich kann dir sagen, dass – was es auch immer war – ich es damals nicht realisiert habe. Ich habe einfach versucht, Gitarre zu spielen und ich war nicht gut genug, Songs von jemand anderem zu spielen. Deshalb hab ich einfach gespielt, was mir am sinnvollsten erschien. Es war wahrscheinlich sehr simpel, vielleicht ein Metal-Riff …

Und dein erster Songtext?

Keine Ahnung! Ich kann mich nur daran erinnern eine gute Zeit mit meiner Gitarre gehabt zu haben.

Schreibst du für dich oder für jemand anderen?

Für mich selbst, vorrangig. Ich liebe Musik so sehr und ich habe so viel gelernt über sie, über so viele verschiedenen Songs und Genres, dass ich dachte, wenn ich etwas schreibe, das mir gefällt, dann wird es vielleicht auch ein paar Menschen da draußen gefallen.

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Stresst dich das Tourleben sehr?

Es ist okay, man hat die Möglichkeit die Welt zu bereisen, viele Länder zu sehen, viele verschiedene Menschen kennenzulernen. An einem neuen Ort aufzuwachen ist ziemlich cool. Manchmal bekomme ich auch die Chance, die Städte anzusehen. Es kommt halt darauf an. Manchmal habe ich mehr Pressetermine als an anderen Tagen, vor allem jetzt, wo gerade eine neue Platte raus gekommen ist, da habe ich davon mehr als üblich. Manchmal spaziere ich auch einfach nur herum und schau, wohin es mich verschlägt.

Gibt es ein Genre das du gar nicht magst?

In meiner Musik steckt definitiv ein bisschen Humor. Es ist für niemand anderen lustig, aber für mich selbst. Manche Teile auf dem Album sind wirklich amüsant für mich, nur weil ich mir im Nachhinein dachte, dass ich es nicht glauben kann, sie wirklich so eingefügt zu haben. Ich bin von allen möglichen Genres beeinflusst. Was für mich beispielsweise Country ist, wäre für dich etwas ganz anderes. Wenn ich es singe … manche Parts waren von Folk, Country oder Metal beeinflusst, repräsentieren dann aber Awolnation – was auch immer das sein mag.

Siehst du einen Unterschied zwischen deinen amerikanischen und den europäischen Fans?

Ja, wirklich! Europäer sind viel offener für Kunst – egal welche. Von Musik, über Theater über Malerei, Schreiben. Es scheint hier etwas mehr akzeptiert zu sein, Künstler zu sein. Zumindest vor zehn Jahren. Die Staaten holen auf und Amerika wird ein bisschen Künstler-freundlicher. Aber in Europa wird das eher gefeiert. Außerdem gibt es in Europa so viele verschiedene interessante Festivals. Amerika passt sich langsam diesem europäischen Festivalstil an. Ich denke ihr Leute seid uns in dieser Hinsicht um vieles voraus.

Magst du Kunst prinzipiell?

Ich finde, dass Surfen eine Kunst ist. Das mache ich einfach am liebsten. Es ist eine physische Art der Ausdrucksweise, vielleicht ähnlich dem Ballett oder Ausdruckstanz oder so etwas. Ich kann aber nicht zeichnen, ich kann kaum meinen eigenen Namen schreiben (lacht). In der Schule habe ich mit Wasserfarben gemalt und dachte damals, dass ich ziemlich gut darin bin. Ich habe es aber nicht mehr versucht, ich habe alle Techniken vergessen.

Wo würde es dich auf einer Zeitreise hinverschlagen?

Ich würde nach Kalifornien, wo ich lebe, hinreisen und zwar zurück in die späten Dreißiger, frühen Vierziger und alle Wellen surfen, die noch niemand entdeckt hat. Es wäre nur ich. Und der Grund, warum ich diese Jahrzehnte wählen würde ist, weil ich glaube, dass sie damals die Technologie und das Know-How hatten, ein Surfboard zu machen, das ich haben hätte wollen um diese Wellen richtig zu reiten.

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