BAUCHKLANG und ihre Instrumente

Bauchklang schließen das Jahr 2013, bevor sie sich in die wohlverdiente Auszeit begeben, mit einem ordentlichen Rums ab! Gemeinsam mit ihren musikalischen Kollegen und Freunden von Texta, Russkaja, Elektro Guzzi uvm. stehen sie am 19.12 im Wiener Gasometer auf der Bühne, am 21.12. wird es im St. Pöltener Warehouse das letzte Konzert in aktueller Besetzung geben. Gerald Huber und Andi Fränzl haben uns Rede und Antwort gestanden.

Zurück zu euren Anfängen, die ja nun eine ganze Weile her sind, welche Zukunftsvisionen hattet ihr damals?

Wir haben als „Schulfreunde“ begonnen gemeinsam zu singen. Dass wir damals schon eine eigene Energie gemeinsam hatten war uns bewusst. Auch die Proben haben wir von Beginn an sehr ernst genommen. Die Ambitionen waren aber nicht so klar definiert, außer dass wir a capella eigentlich nicht so cool fanden und wir wussten, wir wollen anders klingen, was neues machen – mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln. Bis zum ersten Album hatten wir 5 Jahre Zeit dieses anders klingen zu formen. Somit wurde aus einer guten, energetischen A-capella-Band ein sehr eigenständiges „Vocal Groove Project“. Die Zuneigung des Publikums hat uns von der ersten Stunde an angetrieben. Das ist eigentlich bis heute eine der stärksten Antriebsfedern. Die Energie!

Haben sich eure Visionen erfüllt?

Die Vision eigen zu klingen hat sich ganz gut erfüllt. Wir haben uns da ein interessantes Universum erschaffen, dass uns noch immer herausfordert. Manches blieb aber natürlich auch unerfüllt. Klar.

Wann habt ihr zum ersten Mal bemerkt, dass ihr erfolgreich seid?

Erfolg ist ja immer relativ und wir sind ja bis heute keine komerziell erfolgreiche Band. Dem haben wir uns ja selbst auch in gewisser Form verweigert, weil die Kompromisse die wir eingehen hätten müssen nicht dafür gestanden sind. Aber wir konnten viel Aufmerksamkeit erregen und spätestens bei unserem ersten großen Festivalauftritt in Rennes (Frankreich) beim Transmusicalles 2002 hatten wir plötzlich europaweite Resonanz und durften bei den größten Festivals spielen. Dann kam noch das Jazzfestival in Montreal wo uns eine  Euphorie entgegenschlug, die uns fast umhaute. Es ging dann intensiv weiter und bis dato haben wir ja ca.700 Auftritte hingelegt und durften auch in Indien und China unsere Kunst zum besten geben. Es ist nach wie vor flashig und sehr erfüllend das machen zu dürfen.

Nach so langer Zeit auf der Bühne, stellt sich manchmal auch Müdigkeit ein? Wie umgeht man diese?

Wir haben glücklicherweise keinen „Hit“ im klassischen Sinne, den wir jahrelang live spielen müssen, oder wegen dem das Publikum zu unserern Konzerten käme. Das ist schon ganz gut, weil wir unser Set nach Lust und Laune gestalten können. Wir haben es bis jetzt immer geschafft als Kollektiv die Spannung zu halten und auch wenn mal einer mal nicht so gut drauf ist schaffen wir’s glücklicherweise immer noch jedes Konzert mit voller Energie und Freude zu spielen … was dann auch zurückkommt vom Publikum. Im aktuellen Programm sind einige ganz neue Akusmatik-Tracks die uns sehr herausfordern und so bleibt’s auch in dieser Hinsicht spannend. Es gibt aber auch Tracks, die schon etliche Jahre dabei sind die und wir noch immer gerne performen. Vielleicht auch deshalb weil wir eigentlich jedes Mal anders klingen 😉

Gibt es noch immer Lampenfieber?

Zu besonderen Anlässen ja. Aber das ist bei jedem Bandmitglied anders. Manche sind nervöser bei Heimspielen, manche sind nervöser, wenn wir zum ersten mal neue Tracks vor Publikum spielen. Aber eine positive Anspannung ist immer da. Das geht auch hoffentlich nie verloren. Oft stellt sich heraus, dass man bei Gigs, bei denen man sich nicht allzu viel erwartet aufgrund eines zum Beispiel schlechten Soundchecks, dann voll die Post abgeht. Es gibt eben immer wieder Überraschungen und es gleicht kein Auftritt dem anderen im großen wie im Kleinen.

Nachdem nun eure letzten Konzerte – in dieser Formation – geplant sind, wie geht es denn mit den einzelnen Mitgliedern weiter?

Alex, der mit Ende des Jahres bei uns aufhört hat noch keine genauen Pläne. Geht aber eher weg von der Musik. Der Rest macht mal Urlaub und wendet sich dann der Musik wieder zu. Einzeln, paarweise und bei gewissen Projekten auch gemeinsam. Wir werden kreativ in verschiedenen Bereichen weiterarbeiten, aber 2014 als Bauchklang eine Live-Pause einlegen. Wie wir als Bauchklang genau weitermachen – da geben wir uns noch Zeit. Vorher wollen wir mal den Kopf frei bekommen.  Es wird aber definitiv alles anders, alles neu. Und wir lieben diese Umbruchstimmung, die gerade in der Luft liegt. Und nebenbei erwähnt machen die Gigs nach wie vor irrsinnig Spaß und die Stimmung auf Tour ist sehr gut.

(c) A. Müller

(c) A. Müller

Welche anderen Ambitionen, abgesehen von Musik, gibt es bei euch denn noch?

Andi ist auch bildender Künstler und Grafiker. Er ist auch als DJ und Kurator immer wieder umtriebig und engagiert sich auch bei seinem Verein (Lames) in St.Pölten. Philipp und Bina sind auch neben Bauchklang sehr stark mit der Musik verbunden. Philipp unterrichtet Gesang auf der Musik-Uni und Bina betreibt in München ein Tonstudio und beschäftigt sich viel mit Audio-Postproduktion für Film und Fernsehen. Ist aber auch immer wieder als Multiinstrumentalist bei diversen Projekten beschäftigt und Gerald gibt gemeinsam mit Philipp des öfteren Workshops zum Thema Beatboxing und alternative Stimmbildung. Er ist auch an einem ambitionierten Sozialprojekt (Visch) beteiligt.

Welche Frage würdet ihr euch denn selbst gerne stellen bzw. welche Antwort brennt euch auf der Zunge?

Gute Frage, wir kennen aber die Antwort nicht.

Welche Hausmittelchen gibt es, um eure „Instrumente“, sprich euch selbst, zu warten?

Da hat jeder sein eigenes Rezept. Wenn wir heiser sind verhalten wir uns vor dem Auftritt eher ruhig. Aber generell haben wir sehr selten Probleme mit unseren Instrumenten – schon gar nicht beim Zoll.

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