Beatrice Egli: Strahle-Frau und Schlager-Queen

Man weiß, dass sie gelernte Frisörin ist und im Fleischerladen ihrer Familie aushalf. Schon vor der scheinbaren „Blitzkarriere“ versuchte sich die sympathische Schweizerin im Schlager-Biz. Das wurde erst nach dem Gewinn von DSDS und dem Mega-Hit Mein Herz bekannt. TICKET traf die Schlagerprinzessin auf der Überholspur.

Beatrice ist scheinbar ein Mensch ohne Ecken und Kanten, das strahlende Lächeln weicht nie aus ihrem Gesicht, schlecht gelaunt ist die 25-Jährige aus dem kleinen Dorf Pfäffikon sichtlich nie. Der Sieg bei Deutschland sucht den Superstar (DSDS) und der Gold-Hit samt Album aus der Feder von Dieter Bohlen – da kann sie auch leicht Strahlen: Seit 2007 versuchte sie ohne großen Erfolg im Schlagergeschäft Fuß zu fassen und absolvierte in Hamburg sogar eine Ausbildung zur Schauspielerin. Egli ist also nicht der brandneu entdeckte, ungeschliffene Diamant, sondern beinahe schon ein alter Hase im Showgeschäft, der die Basics hart erlernt hat.

Wie fühlt sich die enorme Aufmerksamkeit an, die du jetzt erhältst?

Beatrice Egli: Es ist noch immer alles total neu, obwohl ich versuche, mich daran zu gewöhnen, dass sich jeder für mich interessiert. Gleichzeitig ist mir der ganze Rummel nicht so bewusst. Ich stehe in der Früh auf und bin ja immer noch ich. Dass man beim Kiosk beim Kaugummikaufen erkannt wird, ist nichts Schlimmes. Ich lass‘ mir auch von Nichts und Niemandem meine Laune verderben, außer von mir selbst. Das passiert, wenn ich nichts zu essen bekomme. Das Leben ist zu schön und es geht mir viel zu gut, als dass ich mir das verderben lasse. Hilfe, ich lebe gerade meinen Traum und bin glücklich (lacht)! Dass ich immer lache, kann mir wohl keiner übel nehmen.

Gibt es niemals die traurige, nachdenkliche Beatrice?

Beatrice: Klar gibt es diese Seiten. Manchmal, im Bett, denke ich schon: „Huh, was kommt da alles noch?“ Es gibt ruhige Situationen, in denen ich nachdenklich bin und überlege, ob ich das alles auch gut mache. Das sind aber nur kurze Momente. Wenn ich mich darin verstricke, würde das niemals aufhören.

Was auffällt ist, dass es kaum negative Stimmen gibt, da wurden keine Skandale aufgedeckt. Wie kommt das?

Beatrice: Ich bin in einer sehr guten Familie aufgewachsen und hab‘ nie einen Menschen verloren oder schwere Krankheiten durchlebt. Manche denken, das ist nur gespielt. Aber es ist doch ein Glück, dass man so ein Leben leben darf. Ich sehe das alles positiv. Klar würde ich manchmal gerne mehr schlafen, aber dann könnte ich nicht so viele Menschen kennen lernen oder an einem Tag in drei Städten sein. Ich finde das ja mega cool. Also schlafe ich gern weniger.

Im Text zu Mein Herz schlägt es „im Dreivierteltakt“. Kannst du mit Walzer etwas anfangen?

Beatrice: Ich tanze wirklich leidenschaftlich gerne und gehe zu Partys, bei denen man noch zu zweit tanzen kann. Beim Walzer, muss ich ehrlich gestehen, trete ich dem anderen noch oft auf die Füße. Für den nächsten Wiener Opernball muss ich noch üben. Ich würde das wirklich gerne besser können.

Bei DSDS hast du so manchen rockigeren Song interpretiert, was ja gut funktioniert hat. Wird es das in Zukunft wieder geben, oder ist das ein No Go?

Beatrice: Den Hit von Christina Stürmer fand ich wirklich geil und cool. Das Hauptproblem hab‘ ich mit der englischen Sprache. Klar bleibe ich dem deutschen Schlager treu, ich werde aber wieder Ausflüge machen. Das brauch‘ ich auch, um mich auszuprobieren und zu entwickeln. Aber es werden zu 99% immer Ausflüge mit deutscher Sprache sein.

Du gibst dem deutschen Schlager ein ganz neues, frisches und junges Image. Spürst du so etwas wie Druck, Verantwortung?

Beatrice: Ich glaube nicht, dass ich das bewirke, sondern das Format DSDS hat dem Schlager einen neuen Touch gegeben. Das ist eine moderne Sendung mit jungen Menschen.

Zu deinen Konzerten kommen nicht nur die üblichen Schlager-Verdächtigen wie Omas, Opas oder Besoffene am Ballermann. Ein neuer Trend?

Beatrice: Das ist auf jeden Fall passiert, es gibt keine Generationengrenzen mehr. Es kommen ganze Familien. Bei einem Konzert umarmte mich eine Mutter, die ganz glücklich war, dass sie endlich etwas Gemeinsames mit ihrer 14-jährigen Tochter hat. Das ist sonst sehr schwierig. Meine Musik überwindet Grenzen und verbindet Generationen. Das sollte Musik ja auch tun.

Tina Turner sagte mir einmal: „Wozu soll ich selbst Songs schreiben, wenn das andere besser können.“ Siehst du dich in Zukunft als Texterin oder Komponistin?

Beatrice: Das kann ich nur bestätigen. Ich sage niemals nie, aber Lieder schreiben können andere besser. Das steht nicht auf meiner Liste. Deshalb arbeite ich gerne im Team, da gibt’s sprachgewandte Menschen, die können super Texte schreiben. Ich interpretiere sie dann gerne und bringe sie zum Leben. Das gilt auch für die Musik. Klar, ich stehe vorne, aber das ist wie bei einem erfolgreichen Politiker. Es funktioniert nur, wenn hinten auch starke Leute stehen.

Wie soll dein zukünftiges Team aussehen? Mit Bohlen?

Beatrice: Wie es mit Dieter Bohlen weiter geht, weiß ich nicht. Wir stehen in gutem Kontakt.

 

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