Biergenuss bei den 4. Ottakringer Braukultur-Wochen

Ottakringer Braukultur-Wochen

Am 30. Juni wurden mit dem traditionellen Bieranstich feierlich die 4. Ottakringer Braukultur-Wochen eröffnet. Neben der Wiener Brauerei locken bis Ende August auch zahlreiche Gastbrauereien in den 16. Bezirk.

Ottakringer Braukutur-WochenDie Ottakringer Braukultur-Wochen haben sich in den letzten drei Jahren mit insgesamt mehr als 150.000 Besuchern und über 30 Gastbrauereien als echter Hotspot im sommerlichen Wien etabliert: Im Juli und August verwandelt sich der Wiener Traditionsbetrieb in ein Eldorado für Bierliebhaber und lädt im Hof des Brauereigeländes im 16. Wiener Gemeindebezirk dazu ein, unter freiem Himmel mannigfaltigen kulinarischen Genüssen zu frönen – denn neben dem Gerstensaft wird mit Speisen von der Wildschwein-Käsekrainer übers Blunzengröstl bis hin zu mannigfaltigen Burger-Kreationen auch für die nötige „Unterlage“ gesorgt.

bottle_garten-edenHervorzuheben ist, dass neben Ottakringer selbst und der eigenen Kreativbrauerei Brauwerk aber auch neun nationale und internationale Gastbrauereien ihre Kreationen während der neun Wochen vorstellen werden. Stand in der letzten Saison mit Ländern wie Portugal und Italien noch programmatisch der Süden im Fokus, so reist man dieses Jahr der genüsslichen Abkühlung wegen gen Norden: über Tschechien und Polen gelangt man via Deutschland und Belgien bis hin nach Norwegen. Bevor man aber munter „auf Reisen geht“, hält sich Ottakringer, immerhin die letzte Wiener Großbrauerei, an ein altes Sprichwort – „Wozu in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah!“ – und lädt mit Brew Age zweifelsohne eine der besten heimischen Kreativwerkstätten ein: Gleich sieben „gute Biere“ stellte man vor – und wem „7 auf einen Streich“ auf die Schnelle zu viel sind (hinterlassen einige davon mit 8,2% vol., bzw 10% vol. doch „bleibenden Eindruck“), dem sei insbesondere die Kreation Garten Eden ans Herz gelegt: hier werden frische Holunderblüten mit einem hellen, leichteren Lagerbier kombiniert – das perfekte Sommergetränk, wenn es gerade einmal kein Radler sein soll, wie wir meinen, und zudem die perfekte Begleitung zu leichten, mediterranen Gerichten!

Noch bis 6. Juli kann man die frischen Kreationen von Michael, Thomas, Johannes und Raphael genießen, bevor der muntere Reigen weitergetrieben wird: Zwischen 7. und 13. Juli ist mit Lucky Bastard ein tschechischer Nachbar zu Gast, der dereinst „genug von langweiligem Bier“ hatte und dies zum Anlass nahm, sich geschmacklich faszinierenden, farbenprächtigen Ales zu verschreiben. Vom 14. bis 20. Juli darf dann erneut Österreich zeigen, was es kann: die Atterseer Bierschmiede lädt ein, anstatt einem „gewöhnlichen Einheitsgeschmack“ die Fadesse einmal links liegen zu lassen und das „volle Geschmacksspektrum, das Hopfen und Malz zu bieten haben“, kennen zu lernen.
In der Folgewoche vom 21. bis 27. Juli geht es ins „Land der tausend Seen“, in den Nordosten Polens: Kormoran präsentiert Ales und Lager, bei deren Herstellung vor allem auf regionale Spezialitäten wie Mehrblütenhonig, Knoblauch und geräucherte Pflaumen gesetzt wird. Den Monatswechsel begehen wir – zumindest geschmacklich – in Tirol: denn zwischen 28. Juli und 3. August ist mit Craft Country aus Hall eine Kreativbrauerei in Wien zu Gast, die mit außergewöhnlichen Rezepturen und viel Liebe zum Detail überzeugt. Dass bei der Herstellung ihrer Craft Biere frisches Alpenquellwasser verwendet wird, tut natürlich sein Übriges …
Frostig wird schließlich der August eingeleitet: Zwischen 4. und 10. des Monats befinden wir uns mit Nøgne Ø bereits in Norwegen. Der Name der Brauerei bedeutet „nackte Insel“ und wurde vom großen Henrik Ibsen zur Beschreibung der kahlen, öden Landzungen vor der norwegische Südküste geprägt. Nun ist nach der bescheidenen Meinung des Autors dieser Zeilen Norwegen selbst nicht nur eines der schönsten Länder dieser Welt, dabei überaus reich nicht nur an natürlichen Schönheiten, sondern auch an musikalischen: Tauchen Sie ein in die epischen Soundgewalten von Künstlern wie Madrugada, Satyricon, Mayhem, Ihsahn oder Darkthrone, lassen Sie sich umgarnen von Highasakite und Team Me – Norwegen ist schlichtweg in allen Belangen das beste Land der Welt, und von daher ist es nicht sonders erstaunlich, dass Nøgne Ø auch für einige der weltbesten Ales verantwortlich zeichnet.
Zwischen 11. und 17. August urlauben wir wieder „daheim“, und zwar in einer der wenigen „virtuellen Brauereien“: Next Level produziert nicht in einer eigenen Brauerei, sondern in verschiedenen Partnerbetrieben, wobei neuartige Aromen, faszinierende Geschmacksrichtungen ob „unüblicher Zutaten“ und eine Neuinterpretation etablierter Werte im Fokus stehen – oder wie oft können sie schon berichten, flüssige Prosciutto Melone getrunken zu haben?! Schließlich geht es weiter nach Belgien, ist zwischen 18. und 24. August Het Anker aus Mechelen zu Gast: seit fünf Generationen feilt man am unvergleichbaren, authentischen Bieraroma mit einer reichhaltigen Vielfalt von Hopfen und Kräutern, sodass man heute auf einige bemerkenswerte, traditionsbewusste Ales verweisen kann. Die Derniere begehen wir zwischen 25. und 31. August mit unserem deutschen Nachbarn: Brlo ist der alt-slawische Ursprung des Namens Berlin und bedeutet so viel wie „Sumpfgebiet“. Das Sortiment der Kreativköpfe ist inspiriert von Klassikern wie dem Hellen oder der Berliner Weisse, aber auch ausländischen Bierstilen wie Pale Ale, IPA und Porter – an dieses Fundament macht man sich beinah mit kindlicher Freude und „probiert aus, was geht“, stehen ihre Biere immerhin für leidenschaftliche Biere, die Spaß machen und alle Sinne ansprechen sollen: man kann zwar auch ohne Alkohol Spaß haben, aber was wäre das für ein Leben?!

Konstante über die Wochen hinweg sind natürlich die Biere von Ottakringer selbst, sowie der hauseigenen Kreativwerkstätte Brauwerk, in der u.a. auch schon das FM4 Bier und die Spezialabfüllung für „Österreichs härtesten DJ der Welt“, Rokko Ramirez, gebraut wurden. Mit Leidenschaft fürs Brauen bietet die Ottakringer Brauerei als Wiener Traditionsbetrieb eine charmante Mischung aus Bieren mit Tradition einerseits und Innovation andererseits. Seit über 175 Jahren ist sie als älteste Brauerei Wiens für höchste Qualität bekannt: insbesondere das in ein mystisch-schwarzes Outfit gehüllte XVI, das dereinst am Nova Rock Festival vorgestellt wurde und mit süffig-ausgewogenem Charakter überzeugt, das feinherb-nussige Wiener Original, das selbst Burg-Schauspieler Nicholas Ofczarek begeisterte, und das bernsteinrote, naturtrübe Gold Fassl Zwickl Rot, das von Bierpabst Conrad Seidl 2001 zur „Top-Innovation des Jahres“ gekürt wurde, stechen aus dem Standardrepertoire hervor. Verspielter geht es freilich auf der Craft Bier-Schiene zu: besonders hervorzuheben sind die gleißende Sommerliebe, ein Tonic Ale, das mit Aromen von Chinarinde, Wacholderbeeren, Zitronengras und Limetten überzeugt und eine angenehme Bittere im Abgang hat, aber auch das diesjährige fetzige Nova-Rock-Bier Green Cool Chili Checker, das mit leichter Schärfe am Gaumen besonders keck mit den Geschmacksknospen spielt, und natürlich das Imperial Vienna Lager, einem wahrlich imperialen Fisch- und Fleischbegleiter.

Ottakringer Braukultur-WochenAbgerundet wird die Biervielfalt einerseits mit einem umfassenden, abwechslungsreichen Programmangebot – von Live-Konzerten, wie u.a. dem freitäglichen Wiener-Lied-Special, über Brauereiführungen, Bierseminaren, Bierspielen, einem Kreativmarkt bis hin zu einem eindrucksvollen Kinderprogramm. So kann man sich, während die Kleinen munter in der Hüpfburg toben, u.a. selbst als Bierzapfer erproben – lassen Sie es sich gesagt sein: es sieht einfacher aus, als es tatsächlich ist! Andererseits bieten aber auch die Gastronomiestände eine jede Menge (deftige) Schmankerl, die den Biergenuss abrunden: gerade die bei Brau Werk erhältlichen Burger-Kreationen – wahlweise mit „normalen“ oder „speziellen“ Pommes – wissen trotz stolzer Bepreisung um die 9 Euro zu überzeugen, aber auch die Käsekrainer vom Wildschwein (erhältlich bei Gelbmanns Wurststand, wird mit Senf und Kren serviert und von einer Scheibe Brot begleitet) um € 4,90 ist ein absolutes Muss, bevor Sie wieder den Heimweg antreten!

 

Unabhängig vom Wetter sind die Ottakringer Braukultur-Wochen immer von Montag bis Samstag von 15 bis 24 Uhr geöffnet, alle Informationen zum Programm finden Sie auf der Website der Brauerei. Noch bis Montag könnt ihr an unserem Gewinnspiel mitspielen – wir verlosen drei 10-Liter-Bierfässer zum Selberzapfen!

 

 

 

 

 

Die Fotos wurden freundlicherweise von Ludwig Schedl zur Verfügung gestellt, das Copyright liegt bei der Ottakringer Brauerei AG/APA-Fotoservice/Schedl.

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