Biffy Clyro

Spätestens seit ihrem mitreißenden Auftritt am diesjährigen Nova Rock Festival sind die sympathischen Schotten auch hierzulande in aller Munde. In ihrer Heimat Großbritannien stehen sie schon längst auf den oberen Sprossen der musikalischen Karriereleiter. Über Erfolg und vieles mehr plauderte Schlagzeuger Ben am Nova Rock.

Ihr seid schon ein paar Wochen auf Tour – wie läuft es bis jetzt?

Ben Johnston: Es läuft großartig! Es fühlt sich an, als wären wir schon eine Ewigkeit unterwegs, es sind aber nur ein paar Wochen. Die Tour ist eine nette Mischung aus Festival-Shows und Einzelkonzerten. Wir spielen auch als Vorband von Muse – das wird eine tolle Erfahrung.

Mit dem neuen Album schafften sie erneut Platz 1 in den UK Charts.

Mit dem neuen Album schafften sie erneut Platz 1 in den UK Charts.

Hast du Zeit dir auch andere Bands auf einem Festival anzusehen?

Ben: Ich würde es tun, wenn ich nicht so verdammt viele Interviews geben müsste (lacht). Nein, im Ernst, manchmal komme ich zum Glück dazu mir auch andere Bands anzusehen. Ich möchte mir Kings Of Leon ansehen.

Wann hast du dich dazu entschieden Musik zu machen? Hattest du ein bestimmtes Vorbild?

Ben: Oh ja, ganz einfach Nirvana. Ich blieb einmal lange auf und sah mir die MTV Awards an. Da hat dann Nirvana Lithium performt – das hat mein Leben komplett verändert. Am nächsten Tag ging ich in die Schule und verkündete, dass ich ein Nirvana-Fan bin und in einer Band sein möchte. Zuvor habe ich viel Guns N‘ Roses gehört, die waren so etwas wie Superhelden für uns. Aber ganz ehrlich – wir kommen aus Schottland. Wir können nie so aussehen und so singen. Nirvana wiederum hörte sich nach etwas an, mit dem ich mich identifizieren konnte und das ich mir auch zutraute. Also haben wir dann gleich am nächsten Tag eine Band gegründet – und hier sind wir nun (lacht).

Wie unterscheiden sich amerikanische Musiker von europäischen? Gibt es überhaupt Unterschiede?

Ben: Heutzutage erscheint es so, als würde es keine Unterschiede geben. Wenn man eine Band hört, kann man nicht sagen, aus welchem Land sie kommt. Wenn man sie dann aber trifft, sieht man den Unterschied. Ich denke, dass europäische Musiker viel bescheidener sind. Amerikanische Musiker sind viel selbstbewusster, sie glauben daran, die Größten zu sein – natürlich nicht alle, aber doch viele (lacht). Wir glauben zum Beispiel noch immer, diese kleine, unbekannte Band zu sein und freuen uns dann immer wieder, dass wir doch einen gewissen Bekanntheitsgrad und viele Fans haben. Das ist einfach fantastisch.

Unsere Musik ist nie ganz einfach!

 

Euer Albumcover zu Opposites ist ziemlich speziell – wessen Idee war das?

Ben: Es war ein Mix aus verschiedenen Ideen. Simon hatte die Idee zu dem Tree Of Life. Storm Thorgerson designte dann das Album. Er war ein richtiges Genie (Anm.: Storm Thorgerson verstarb im April 2013 an den Folgen eines Schlaganfalls) – er designte für Größen wie Pink Floyd oder Led Zeppelin. Er hörte von diesem Baum und das Artwork war gefunden: Ein Baum, der stark vom Wind gebogen wird, aber dennoch stehen bleibt, aufgrund seiner festen Wurzeln. Das wiederspiegelt unsere Band – es gibt uns jetzt seit 18 Jahren. Etliche andere Bands haben sich schon aufgelöst, uns gibt es aber noch immer – wir haben starke Wurzeln (lacht).

Was gefällt dir am besten an eurer Musik?

Ben: Die Risiken, die wir eingehen! Wir werden oft mit anderen Bands verglichen. Viele Leute meinen, wir klingen wie die Foo Fighters oder Nirvana. Ich glaube aber, dass wir viel risikofreudiger sind als all diese Bands. Unsere Musik ist nie ganz einfach, wir versuchen immer den Hörer dazu zu bringen, unsere Songs zu hinterfragen.

Welchen guten Scotch würdest du uns Österreichern empfehlen?

Ben: Highland Park ist ein guter – es ist der Lieblingsscotch meines Vaters.

Hier in Österreich trinkt man eher Schnaps …

Ben: Schnaps ist auch gut, Schnaps ist lustig (lacht). Aber irgendwie doch ein bisschen mädchenhaft.

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