Boygroup

Nach zweieinhalb Jahren auf Tour begibt sich das schweizerisch-deutsche Mädchenduo Boy mit seinem neuen Album auf eine sehr persönliche Spurensuche: „We Were Here“.

Wohltuende Töne, angenehm eingesetzte Synthies und Texte direkt aus dem Leben: Dieser Stil-Mix des schweizerisch- deutschen Duos Boy kam schon 2011 bei den Fans gut an. 14 Millionen
Mal wurde allein die damals international gespielte Single „Little Numbers“ auf YouTube angeklickt. Mit Album Nummer zwei zeigt das Mädelgespann: Zu zweit lässt sich’s arbeiten.

Ihr arbeitet ja schon ziemlich lang miteinander. Was macht euch zu einem guten Team?

Sonja Glass: Ich glaube, wir ergänzen uns sehr gut. Wir haben beide Fähigkeiten und Eigenschaften, die sich zusammengewürfelt potenzieren.

Valeska Steiner: Rein musikalisch haben wir uns in zwei Arbeitsbereiche eingeteilt. Das war uns garnicht so bewusst, aber es hat sich herausgestellt, dass wir so gut schreiben können.  Sonja macht zuerst  in ihrem Homestudio  Arrangements  für musikalische Ideen, die sie mir dann schickt und ich schlage dann dazu einen Text und eine Melodie vor. Dann setzten wir uns zusammen und machen den Song fertig. Auch persönlich glaube ich, dass wir unterschiedliche Persönlichkeiten sind, aber uns gut kompensieren und zusammen eine doppelte Kraft haben.

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Gibt es zwischen euch auch Dinge, wo es immer wieder Ungereimtheiten gibt?

Sonja: Wir müssen viele Entscheidungen fällen. Jetzt gerade über Cover Art Work, Fotos und so weiter. Da gibt es natürlich Schwierigkeiten, wenn man nicht einer Meinung ist. Das ist dann eben eine inhaltliche Auseinandersetzung.

Seit dem ersten Album seid ihr viel bekannter. Konntet ihr beim zweiten genauso frei arbeiten wie beim ersten oder wart ihr schon auch unter Druck?

Sonja: Das ist uns ganz wichtig, dass wir frei arbeiten können und wir sind auch in einem sehr guten Umfeld aufgehoben. Unsere Plattenfirma gibt uns alle Freiheiten und unterstützt uns.

Das ist nicht so üblich…

Beide im Chor: Nein

Sonja: Das sehen wir auch als großes Glück, weil wir viele Bands treffen, wo das nicht so ist. Das liegt einfach an der Philosophie dieses Labels (Grönland Records).

Valeska: Es liegt bestimmt auch daran, dass Herbert (Grönemeyer) ja selbst Musiker ist und weiß, wie das ist und was man sich wünscht als Künstler. Das tragen auch seine Mitarbeiter weiter.

Weil er auch selbst Schreibprobleme hat..

Sonja: Ja ich glaube das kennt jeder, der mit Kreativität zu tun hat.

Ihr habt euch auch viel Zeit für das zweite Album gelassen. Seid ihr eher die langsamen Schreiber?

Sonja: Wir sind natürlich auch langsam, aber wir waren auch 2 ½ Jahre unterwegs, wo wir gar nicht schreiben konnten, weil wir auf Tour waren. Wir sind auch sehr perfektionistisch, gehen sehr ins Detail und suchen sehr lange nach dem richtigen Song. Wir probieren auch viele Dinge aus, verschiedene Arrangements, um herauszufinden, was ihnen am besten steht.

BOY-WEWEREHERE-COVER

Welche Erfahrungen, Eindrücke braucht ihr von außen, um Schreiben zu können?

Valeska: Es sind dann schon immer Sachen, die im Leben passieren. Im Herbst 2013 war unsere letzte Tour, und zwar in Amerika. Dann sind wir zurückgekommen und mussten einfach mal wieder ankommen. In den Songs kann es ja nicht nur ums Auf-Tour-Sein gehen. Das war aber das, was wir die meiste Zeit gemacht haben. Uns ist wichtig, dass die Musik etwas Persönliches hat und dass über echte Gefühle gesprochen wird.

Sonja: Wir wolle nicht über etwas schreiben, was uns nicht berührt.

Valeska du bist die Sängerin und auch oft im Vordergrund. Sonja fühlst du dich da oft zu sehr im Hintergrund?

Sonja: Ne, ich empfinde das gar nicht so. Wir sind eine gleichberechtigte Kombination.

Valeska: Das ist auch etwas, worauf wir auch bei den Videos tatsächlich achten. Die erste Idee bei einem Musikvideo ist natürlich: Der Sänger singt das Lied und dann muss man sich überlegen, was tut Sonja, die natürlich nicht einfach mit dem Bass stehen kann. Deshalb haben wir uns angewöhnt, Videos zu machen, wo es für beide etwas Richtiges zu tun gibt. Damit eben auch klar wird, dass wir gleichberechtigt sind. Als Sänger transportiert man die Texte und vielleicht hat man da das Gefühl, hier liegt der Fokus. Aber bei uns, vom Gefühl her, ist es wirklich total gleich.

Sonja: Das war ehrlich gesagt auch noch nie ein Thema bei uns. Ich glaube, es geht darum, dass wir gemeinsam etwas schaffen wollen. Es hat sehr wenig mit Konkurrenz zu tun. Wir inspirieren uns sehr, wir sind sehr froh, dass wir uns haben, wir bereichern uns. Und uns verbindet auch eine enge Freundschaft.

Bei „We were here“ werden verstärkt Synthies eingewebt. Wie kam’s dazu?

Sonja: Das haben wir eigentlich schon bei unserem ersten Album gemacht, das ist beim zweiten tatsächlich mehr. Das ist, weil ich mir einen Synthiziser gekauft habe und das hat uns schon beim Schreiben beeinflusst. Wir haben auch einen Produzenten, der den sehr liebt, deswegen findet hier einfach auch viel statt in der Musik.

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Habt ihr gemerkt, dass sich euer Publikum verändert hat?

Valeska: Nein. Wir sind ja sehr abgetaucht, in der Zeit, in der wir am Album gearbeitet haben. Das war für uns wichtig, uns komplett zurückzuziehen. Und es war so schön, dass ab den Tag, an dem wir gesagt haben, es gibt ein neues Album, dass alle noch da sind. Wir haben scheinbar eine sehr treue Fangemeinde. Nicht Menschen, die jeden Tag wissen müssen, was wir zu Mittag essen, sondern Leute, die sich einfach auf Musik freuen.

Boy kommen am 2.,  3. und 4. November nach Österreich. Hier gibt es die Tickets.

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