Bush: “Wir lieben die Europa-Shows”

Bush Gavin Rossdale Europa Tour 2017 Interview

Mit über 20 Millionen verkauften Records und zahlreichen ausverkauften Weltourneen sind Bush eine der erfolgreichsten Grunge-Bands nach Nirvana – am 8. Oktober sind sie live in Wien zu sehen. Wir haben Frontmann Gavin Rossdale zum Gespräch gebeten.

Gavin startete mit der Band 1994 schon so richtig durch. Mit dem Song “Glycerine” vom Debütalbum “Sixteen Stone” kam der große Durchbruch, vor allem auf dem US-Markt. Fast 10 Jahre später trennt sich die Londoner Band. Gavin gründet in der Zwischenzeit die Band Institute, spielt in diversen Filmen und Serien mit, heiratet Gwen Stefani und ist außerdem als Solo-Künstler unterwegs. Obwohl das recht erfolgreich läuft, scheint ohne Bush etwas zu fehlen und die Band feiert 2010 ihr Comeback. Allerdings unter fast völliger Neubesetzung. Mit dabei nur noch Rossdale und Drummer Goodridge. Nachdem es nun die letzten drei Jahre albumtechnisch leise war, wurde es dieses Jahr wieder laut. Bush veröffentlichten ihre Platte “Black and White Rainbows” und gehen nächste Woche auf große Europa-Tour. Wir haben mit Frontmann Gavin Rossdale übers Tour-Life, die besten und die schrecklichsten Momente gesprochen.

“Von kleinen Club-Shows ins Stadion und dann am Besten aufs große Festival. Ich liebe das alles, wir lieben es einfach zu spielen!”

 

Hi Gavin, Bush geht in gut einer Woche auf Europa Tour – aufgeregt? Was geht dir durch den Kopf?

Ja total, ich werde schon langsam nervös. Die Vorstellung schon bald wieder in Europa auf Tour zu sein und mit ganz anderen Leuten und Kulturen zutun zu haben, das ist sehr aufregend für uns. Ich kann eigentlich kaum abwarten, dass es endlich losgeht!

Was macht ihr denn, bevor die Tour losgeht?

Wir als Band versuchen so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen und unsere Energien miteinander zu verknüpfen. Dass wir verbunden sind ist das wichtigste für uns, dann spielen wir viel besser. Und vor den Konzerten stellen wir uns sowieso alle auch noch mal im Kreis zusammen und besprechen, was wir heute Nacht erreichen wollen.

Welches war dein bestes Konzert bislang?

Wir stehen jetzt so kurz vor der Europa-Tour, die Shows dort sind immer am Besten. Aber ganz ehrlich: Von der kleinsten bis zur größten Show, das sind alles großartige Erfahrungen! Es ist unmöglich da eines rauszunehmen und zu sagen, genau das, das war das beste Konzert. Wir selbst versuchen immer unsere Touren so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Von kleinen Club-Shows ins Stadion und dann am Besten aufs große Festival. Ich liebe das alles, wir lieben es einfach zu spielen!

“Und das Beste ist eigentlich immer die Unterwäsche. Und Geldbündel, hunderte von Dollar – da fühlt man sich wie ein Rockstar-Stripper. Das ist so cool!”

Und das schrecklichste Konzert?

Da gibt’s echt was, obwohl es war eigentlich kein schlechtes Konzert. Aber es gab eines, da spielte ich gerade eine Solo-Tour. Und wir spielten in einem Ferienlager in Michigan, außerhalb der Saison. Jeder hat geglaubt wir kommen dahin, gehen an die Bar und nehmen ein paar Drinks. Aber dann haben wir angefangen zu spielen und es war trotzdem eine geile Show. Man bekommt halt raus, was man reinsteckt. Ich könnte nie eine Show spielen, bei der ich denke, ja vielleicht probier ich’s mal ein bisschen. Man muss einfach alles geben, dann wird’s immer gut!

Bleiben wir gleich bei guten und schlechten Erfahrungen. Was waren die schlimmsten und schönsten Dinge, mit denen du auf der Bühne beworfen wurdest?

Puh, das schlimmste waren eigentlich Bierflaschen. Das kommt nicht wirklich oft vor, aber es ist schon mal passiert. Und das Beste ist eigentlich immer die Unterwäsche. Und Geldbündel, hunderte von Dollar – da fühlt man sich wie ein Rockstar-Stripper. Das ist so cool! Aber keine Angst, ich frag dich jetzt nicht nach Geld. *lacht*

“Ich will, dass die Leute unsere Musik fühlen und nicht, dass sie eine Bar dafür brauchen. Und wir geben einfach unser Bestes, damit die Leute gar nicht mehr zur Bar gehen wollen… oder nach Hause!”

Lass uns zu ernsteren Themen kommen. Du bist schon seit über 20 Jahren im Musik-Business. Du siehst quasi zu wie Bands kommen und gehen, auch die größten Rockstars können dem Druck nicht standhalten, erst vor ein paar Wochen nahm sich Linkin Park-Frontmann Chester das Leben – was lässt dich weitermachen?

Inspiration und Leidenschaft – Ich genieße es Musik zu machen. Ich liebe zu recorden genauso sehr wie auf Tour zu gehen. Für mich liegt ein tiefer Sinn darin Musik zu machen. Ich fühle mich mit der Musik verbunden. Obwohl ich auch durch viele Jahre gegangen in denen Sachen nicht funktioniert haben und ich nicht wusste, ob ich es schaffe. Aber jetzt sind wir mit Bush in der glücklichen Situation, dass wir genießen können. Und trotzdem versuche ich jeden Tag ein besserer Mensch, ein besser Vater und ein besserer Sänger zu werden!

Wenn man so zurückblick könnte man meinen, du warst sehr stetig erfolgreich: Bush landete nach nur zwei Jahren Bandgeschichte einen ziemlichen Durchbruch und auch deine Solokarriere ist dir ganz gut gelungen. Gab es auch für dich diese Momente, in denen du hinschmeißen wolltest?

Nein, hinschmeißen wollte ich nie, aber da gab es Momente, wo ich mehr Zeit mit der Familie verbringen wollte und ich hab mich gefragt, was für eine Zukunft habe ich? Ich bin ständig mit der Band zusammen und wir sind immer Irgendwo unterwegs. Aber unterm Strich liebe ich das am meisten und deshalb mach’ ich das.

Mit so viel Erfahrung, was würdest du der nächsten Rockstar-Generation mit auf den Weg geben?

Man sollte nie damit aufhören das zu genießen, was man tut. Der Fokus sollte immer auf den Spaß gerichtet sein. Es ist sehr einfach in diesem Business zu fallen, depressiv zu werden und sich von der Realität zu entfernen. Der Job holt einen ein. Man sollte sich einfach im klaren darüber sein, dass es ein Privileg ist diesen Job zu machen und dass es nur klappt, wenn man es wirklich liebt und alles gibst was man hat. Es ist einfach nichts selbstverständlich!

Das stimmt wohl. Aber lass uns zum Abschluss nochmal auf eure Tour zurückkommen. Am 8. Oktober spielt ihr in Wien. Was können wir davon euch erwarten?

Gute Frage, ich weiß es nicht! Unseren Tour-Auftakt für London haben wir schon geplant aber danach ist Alles noch offen. Wir haben so viele Songs und wir versuchen uns zu erinnern, was wir das letzte mal in der Stadt gespielt haben, damit wir nicht das selbe nochmal spielen. Unsere Setlist ändert sich sowieso kontinuierlich. Wir werden nicht in jede Stadt mit der selben Setlist fahren und alles einfach runterspielen. Es soll ja interessant sein. Jedes Konzert hat diesen Down-Moment, wo du zur Bar gehst und dir nen Drink bestellst – Ich will diese Momente vermeiden. Ich will, dass die Leute unsere Musik fühlen und nicht, dass sie eine Bar dafür brauchen. Und wir geben einfach unser Bestes, damit die Leute gar nicht mehr zur Bar gehen wollen… oder nach Hause!

Und nun zu guter letzt: Möchtest du euren Fans noch etwas sagen? Warum sollen sie zu euren Shows kommen? Warum sollen sie eure Musik hören?

Die Musik, die wir machen soll deine Stimmung verändern, sie soll dich bewegen. Du sollst etwas fühlen und das Konzert ein bisschen anders verlassen als du gekommen bist. Aber das ist ja grundsätzlich das, was Musik ausmacht. Wir wollen dass die Leute ihren Stress vergessen und dass der Fakt am Leben zu sein eine Erinnerung ist, die du mit allen anderen teilst. Und wir teilen das bei der Show miteinander, geben uns gegenseitig etwas und lernen uns dadurch ein Stück selbst besser kennen!

Bush in Wien!

6 Jahre ist es her, dass Bush zuletzt auf Europa-Tour waren. Nun sind sie am 8. Oktober wieder im Wiener Gasometer zu sehen – Tickets sind noch verfügbar! Es ist eben nie zu spät, bei “Glycerine” mitzusingen!

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