CD-News im August

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franz ferdinand

Franz Ferdinand

Right Thoughts, Right Words, Right Action

(Domino Records)

Vier Jahre lang haben sich die UK-Indie-Rocker Franz Ferdinand für ihr viertes Album Zeit gelassen. Nun treten sie mit Right Thoughts, Right Words, Right Action an und zeigen sich genauso flippig wie zuvor. Das Album ist gekennzeichnet von den typisch euphorischen Sounds und verspielten Synthies der Band, die oft kindlich, aber gerade deswegen sympathisch wirken. Vielleicht nehmen auch die krächzenden Gitarren und grandios arrangierten Hooklines das Kindliche aus den Songs. Die treibenden Beats zwingen einen fast, das Tanzbein zu schwingen und gut drauf zu sein. Jede der zehn Nummern steht für sich und fügt sich trotzdem in das Gesamtwerk ein. Die Nummer Fresh Strawberries sticht als eindeutiges Erbe der Beatles hervor. So wie es sein soll verschmelzen Lyrics und Musik; Franz Ferdinand hatten hier wahrscheinlich denselben Anspruch wie bei ihrem Namen: Es muss einfach gut klingen. Die Inhalte fallen dem Sound trotzdem nicht zum Opfer. (Gregor Krenker)

Franz Ferdinands Viertling ist ein Album zum Durchhören, Mitträllern und Abshaken.

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Travis

TRAVIS

Where You Stand

(Red Telephone Box)

 Travis sind nach fünf Jahren mit einem neuen Album zurück. Oh Freude, vor allem für diejenigen, die mit 17 lauthals zu Why Does It Always Rain On Me mitsangen. Bei Where You Stand verhält es sich, wie es sich bei Travis einfach verhalten sollte: Mitsingen, mitschwingen, happy, alles gut. Je weiter man in das Album hört, desto düsterer wird es allerdings. Bei Warning Sign und Another Guy ist es Schluss mit lustig. Aber hier muss auch gesagt sein, dass Travis bei keinem ihrer Songs oberflächlich lustig daherplätschern, irgendwie schwingt auch bei den tanzbarsten Melodien immer etwas Melancholie mit. Genau das ist allerdings das Schöne ist – man ist sich selbst treu geblieben und klingt ein klein wenig noch immer wie damals in den 1990ern. Viele könnten ihnen das vielleicht zum Vorwurf machen, da eine musikalische Weiterentwicklung in die eine oder andere Richtung nicht gegeben ist. Aber warum denn das Rad neu erfinden? Mit diesen eingängigen Melodien ist diese Art von Musik ohnehin zeitlos. (Petra Albrecht)

 Mitreisen durch melancholisch schöne Musiklandschaften.

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Polly Scattergood Arrows

POLLY SCATTERGOOD

Arrows

(Mute Artists)

Oh nein, nicht noch so eine, die so sein will, wie Kate Bush – werden sich wohl bekennende Florence and the Machine-Fans und Zola-Jesus-Jünger denken. Doch die junge Britin Polly Scattergood kann bei genauerem Hinhören noch am ehesten in die Fußstapfen der großen Frau Bush treten. Mit ihrem zweiten Album Arrows reißt Scattergood den Vorhang endgültig auf – und zwar für einen Sound, der so vertraut und doch so neu klingt. Mit der Gänsehaut erzeugenden Ballade Cocoon als Opener tritt die 26-Jährige aus dem dunklen Schatten ihres 2009 erschienenen Debütalbums Polly Scattergood, welches in England auch nur unter Kritikern ein Geheimtipp blieb und im restlichen Europa kaum Beachtung fand. Mit Arrows soll nun alles anders werden. Stimmlich klar und perfekt schlängelt sich Scattergood um 80ths-Beats (Falling) und erinnert damit fast schon an Dusty Springfields letzte Jahre voller Bitterkeit und Selbstverachtung. Sowohl in den ohne großen Pomp aufgezogenen Balladen (Machines) als auch in flotteren Nummern wie der Singleauskoppelung Wanderlust ist die stimmliche und lyrische Grazie durchaus fühlbar, die Scattergood dem Weltpublikum mit ganzem Herzblut beweisen will. (Hannes Huss)

Hier ist ein kleines Meisterwerk entstanden. Ohne Übertreibung.

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