CDs im September

KINGS OF LEON

Kings Of Leon

Mechanical Bull

Die Fans der Kings of Leon sind in zwei Lager geteilt: Da gibt es die einen, die immer von den „guten alten Zeiten“ sprechen, als die Band „noch nicht Mainstream“ war, und die, denen das völlig egal ist und die einfach die Entwicklung der Kings akzeptieren. Nun kommt Album Nummer 6. Die ruhige Seite der Kings, die im Jahr 2008 mit Only By The Night begonnen und ihnen zum internationalen Durchbruch verholfen hat, wird auf Mechanical Bull etwas zurückgesteckt. Sie haben es irgendwie geschafft, beide Lager der Fans zu beglücken. Die Single Supersoaker hat zwar Arena-Rock-Flair, ist aber trotzdem noch wunderbar Southern Rock. Die nächsten beiden Nummern überraschen, sie scheinen direkt aus einer finsteren Garage zu kommen: Bei Don’t Matter werden drei Akkorde mit Lyrics voller Verdruss und Wurschtigkeitsgefühl runtergeleiert. Dann geht es wieder in die neuere Richtung, Beautiful War, Temple, Wait For Me und andere sind so balladiös wie die vorigen Veröffentlichungen. (Gregor Krenker)

Für jeden was dabei,  aber nicht so legendär wie zuletzt.

FIREDANCER-CD-CoverSon of the Velvet Rat

Firedancer

Das siebente Studioalbum von Kosmopolit Georg Altziebler wurde in seiner Heimat – genauer gesagt in einem Garagenstudio in Graz – aufgenommen. Dementsprechend rau auch der Sound. Noch nie war Son Of The Velvet Rat so sehr voller Groove und Euphorie, obwohl die gewohnte Traurigkeit nicht weggelassen wird. Immerhin verarbeitet Altziebler den Tod seines Vaters. (Gregor Krenker)

Ein Album mit ungewohnten Groove und melancholischem Grundton.

NIN-Hesitation-MarksNine Inch Nails

Hesitation Marks

Da kommt Freude auf – ein neues Nine Inch Nails Album, das kann ja nur gut sein! Und jetzt kommt es, die Enttäuschung. Sie war einfach nicht vorhanden. Fein zu sehen, dass guter alter Industrial Rock einfach auch 2013 funktioniert. Natürlich gibt es einige Weiterentwicklungen, so hört man hier oder da vielleicht einen kleinen Dubstep-Beat. Wobei – hat die Band rund um Trent Reznor dieses ganze neumodische Zeug nicht eigentlich schon damals, Ende der Achtziger, erfunden? Wie auch immer man das sieht – es kracht auf jeden Fall im Gehörgang, auf eine gute Art und Weise – ganz ohne Tinnitus. So muss Come Back Haunted unbedingt mit guten Kopfhörern gehört werden, das Gefühl, dass der Song von links nach rechts durch den Gehörgang und dann wieder retour, quer durch das Hirn geht, ist einfach unvergleichlich. Trent Reznors Stimme ist rauchig und speziell, wie man es gewöhnt ist – bei Everything bettet sie sich sogar gut in einen „Popsong“ ein. Fazit: Herrlich NIN! (Petra Albrecht)

Hören und alle fünf Albumcover bewundern!

moby

Moby

Innocents

Innocents nennt sich das mittlerweile elfte Studio-Album des US-Klang-Exzentrikers Moby. Rechtzeitig zum Beginn der wieder etwas kühleren Jahreszeit setzt der New Yorker gewohnt auf melancholische Synthie- und Klavierfolgen als prägnantes Stilmittel. Kollaborationen mit anderen Künstlern und Sängern sind jedenfalls im Trend – Moby schnappte sich für das Werk Größen wie Damien Jurado, Mark Lanegan oder Cold Specks, um die Songs stimmlich noch stärker leuchten zu lassen. Mark Lanegan etwa, der als Blues-Rock-Spezialist bislang kaum mit Moby assoziiert werden konnte, gibt der trip-hop-lastigen Ballade The Lonely Night den nötigen Pfeffer, Mobys Langzeit-Chanteuse Inyang Bassey versprüht auf Don’t Love Me souligen Charme. Moby bleibt auf Innocents wieder der Langsamkeit treu, fetzigere 4/4 Nummern, findet man (leider) vergebens, dabei wäre das eine oder andere Feeling so real – der Abwechslung halber – durchaus nett gewesen. (Hannes Huss)

Ein solides Moby-Album mit Seele und Tiefgang.

 

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