CEE YOU

Das vierte „Let’s CEE“- Festival geht im Oktober in die vierte Runde. Das Festivalprogramm wächst: Heuer werden über 100 Filme aus dem zentral- und osteuropäischen Raum gezeigt. Ob es das Festival nächstes Jahr noch geben wird, steht trotzdem in der Schwebe.

Zwei Pfeile aus Filmrollen, die nach Osten zeigen. Das ist das Logo des vierten „Let’s CEE Festivals“, das im Juni auf einem Pressefrühstück präsentiert wurde. Auch dieses Jahr zeigt das Festival von 1. bis 11. Oktober Filmproduktionen aus Zentral- und Osteuropa. Die Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme kann man sich in drei Kinos anschauen: dem Urania Kino, dem Actor’s Studio und dem Village Cinema in Wien.

Programm

50 von über 100 Filmen stehen schon fest. So wie der Spielfilm „Body“, ein Drama aus Polen, dessen Regisseurin Malgorzata Szumowska mit einem „Silbernen Bären“ ausgezeichnet wurde. Oder „Aferim!“ des romänischen Regisseurs Radu Jude, der ebenfalls wie Szumowska einen „Silbernen Bären“ in der Kategorie „Best Regie“ erhielt.

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Unter den Filmen finden sich außerdem der Antikriegsfilm „Nabat“ von Elchin Musaoglu, „The Fool“ von Yuri Bykov aus Russland oder der Dokumentarfilm „Call me Marianna“ über die Geschichte einer Frau, die bis zu ihrem 43. Lebensjahr als Mann gelebt hat. Etwa mit dem Dokumentarfilm „Chuck Norris vs Communism“ beleuchtet das Festival auch die historische und politische Komponente in Osteuropa. Mit Ausschnitten aus Filmen mit Sylvester Stallone oder Chuck Norris zeigt die Doku, wie geschmuggelte Videokassetten in Rumänien der 1980er das System bedrohten.

Zudem werden teilweise Produzenten, Regisseure und Schauspieler der gezeigten Filme beim Festival vor Ort sein.

Interkulturelle Kommunikation

„Zentrales Ziel des Festivals ist und bleibt die Förderung des mittel- und osteuropäischen Filmschaffens“, sagt die Festivaldirektorin Magdalena Zelasko. Gerade der CEE (Central and Eastern European)- Bereich werde oft von anderen Filmfestivals, wie etwa der Viennale bislang völlig ausgespart. Heuer sollen allerdings auch zentral- und osteuropäische Filme beim Vienna International Film Festival gezeigt werden.

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Karolina Bielawska, Regisseurin von “Call me Marianna”

Die Veranstalter des „Let’s CEE“ konzentrieren sich vor allem auf Filme der Regionen Slowenien, Rumänien, Kroatien und Polen. Viele Menschen dieser Nationalitäten leben in Wien. Wie auch ein serbischer Filmkritiker aus dem Publikum beim Pressefrühstück am 25. Juni im Village Cinema in Wien Mitte, der seit 22 Jahren in Wien lebt. „Das Festival ist eines der wenigen Gelegenheiten, um meine alte Heimat zu sehen und die Sprache zu hören.“ Das Festival möchte auch einen Beitrag zur Integration und zum steigenden Respekt gegenüber Zuwanderern leisten.

Mangelnde Förderung

Rund 13 000 Besucher gab es letztes Jahr, heuer will das „Let’s CEE“ – Team auf 18 000 kommen. Und das, obwohl die Veranstalter schon überlegt haben, das Festival nicht ganz abzusagen. Denn dieses Jahr schaut der Budget-Topf noch magerer aus, als schon 2014. Es mangelt an Fördergeldern. 15 000 Euro kommen etwa von der Stadt Wien, 7000 vom Österreichischen Integrationsfonds und 3000 vom Innenministerium. Wichtige Förderer aus dem letzten Jahr fielen dieses Jahr aus. Ob das Festival nächstes Jahr fünfjähriges Jubiläum feiern wird, ist deshalb noch sehr unsicher. „Dabei ist das Festival gerade in Zeiten wie diesen wichtiger denn je“, sagt Festivaldirektor Wolfgang Schwelle.

 

 

Am 1. Juli startet der Vorverkauf für die Tickets!

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