Darkthrone veröffentlichen 16. Studioalbum

Mitte Oktober erscheint auf Peaceville mit “Arctic Thunder” das 16. Studioalbum der norwegischen Kultband Darkthrone. Mit selbigem begeht man einen Schritt zurück, zu den Black-Metal-Wurzeln.

Darkthrone1991 haben die Norweger Darkthrone mit “Soulside Journey” als Einstand ein Death-Metal-Album abgeliefert, das gänzlich im Zeichen der “schwedischen Schule” und Namen wie Carnage, Nihilist und Entombed stand. Aber bereits mit dem zweiten Album stieß man mit einer deutlichen, bis dato nie zuvor gehörten Stilkorrektur die Kreativverantwortlichen ihres Labels Peaceville vor den Kopf: “A Blaze in the Northern Sky” gilt als die Geburtsstunde des urtypischen, norwegischen Black Metals – der dank Namen wie Burzum und Mayhem, zahlreichen Mord- und Suizidfällen, sowie Kirchenanzündungen nur wenig später traurige Berühmtheit erlangen sollte. Im selben Stil folgten noch “Under a Funeral Moon” und “Transilvanian Hunger” – bevor man sich sukzessive mehr und mehr von den dominanten Black-Metal-Wurzeln entfernte. “The Cult is Alive” (2006) war nicht nur das erste Album – der mittlerweile auf den kreativen Kern, auf Fenriz (Schlagzeug, Bass, Gitarre, Gesang) und Nocturno Culto (Gesang, Gitarre, Bass) geschrumpften Formation -, das in den norwegischen Charts einstieg, sondern auch das erste, auf denen das Duo seine Leidenschaft für Punk und klassischen Heavy Metal deutlich auslebte und freien Lauf ließ – eine frenetische Leidenschaft, die nicht nur auf den Folgealben bis zum Exzess exerziert wurde, sondern seit 2009 auch im Band of the Week-Blog, ab 2015 auch im unregelmäßigen Internet-Podcast von Fenriz akustisch, allmonatlich schriftlich im deutschen Deaf Forever Magazin nachverfolgt werden kann.
Ja, mittlerweile gibt es seit 2010 mit dem Live Evil in London sogar ein Tribut-Festival an Fenriz (!) – ein alljährliches Underground-Happening, das 2016 erstmals sogar einen Ableger am europäischen Festland verbuchen konnte: Zusätzlich zur britischen Hauptstadt findet unter selben Namen die Konzertreihe, auf der nur “obskure” Bands (die Fenriz in seinem Podcast promotete oder promoten würde) spielen dürfen, auch in der deutschen Hauptstadt Berlin statt. Bereits die erste Edition – mit Manilla Road, Antichrist, Occvlta, Bulldozer und vielen anderen – war restlos ausverkauft, an der Fortsetzung für das Frühjahr 2017 wird bereits fieberhaft gearbeitet, während im Oktober noch die sechste UK-Edition mit Bands wie Pentagram, Girlschool und Destroyer 666 über die Bühne geht.

Musikalisch war es aber lange ruhig um Darkthrone – ein künstlerisches Kollektiv mehr als Band: Geschweige denn, dass seit Jahrzehnten keine Touren oder auch Einzelkonzerte mehr gespielt werden – selbst wenn Unsummen für Auftritte wie zum Beispiel am namhaften Wacken Open Air geboten werden -, ja selbst die letzte Veröffentlichung “The Underground Resistance” hat bereits drei Jahre am Buckel. Umso erfreulicher, dass Anfang August nicht nur ein neues Studioalbum angekündigt wurde, sondern selbiges auch einen “Schritt zurück zu den Wurzeln” gehen soll.

Darkthrone: Arctic Thunder

“Arctic Thunder” heißt das neue, mittlerweile 16. Studioalbum, das am 14. Oktober via Peaceville veröffentlicht wird. Der Albumtitel wurde von einer der uralten, lokalen Lieblingsbands Fenriz’ entlehnt, verrät er:

The album is called “Arctic Thunder” because it is my fave bandname (old mega-obscure Norwegian band from the 80s that I asked the permission from to use as an album title).

DarkthroneDas Cover ziert ein von Fenriz selbst im Rahmen einer Wanderschaft in Spålsberget, einer waldigen Region in Nordmarka, nördlich von Oslo aufgenommes Bild: Nadelholz und Feuer, fertig ist die treffende Grundstimmung. Hiervon wird es zwei Versionen geben, die standardmäßige CD-/LP-Veröffentlichung mit silbernem Logo und Albumtitel, die von Nocturno Culto präferiert wurde, sowie eine orange Vinyl mit ebenfalls orangem Logo und Titeldruck – die von Fenriz bevorzugte Variante. Als am 12. August die Vorbestellungen online gingen, brach der Server des Labels zusammen: zu gewaltig war der Ansturm auf den Onlineshop. Immerhin hatte man sich auch einen besonderen Leckerbissen ausgedacht: Jeder Vorbesteller hat die Chance, eine von 300 exklusiven Kassetten mit zwei Promo-Tracks beigelegt zu bekommen. Ja, und mehr noch: Unter all jenen, die sich für die orangene Vinyl-Variante entschieden, haben sogar fünf Käufer die Möglichkeit, ein signiertes Exemplar zu bekommen!

Während sich bisher Fenriz und Nocturno Culto den Gesang stets teilten, so wird diesmal ausschließlich zweiter zu hören sein: Für die introvertierte Stimmung des Albums erachtete Fenriz dies dienlicher. Aufgenommen wurde es im “The Bomb Shelter”, den alten Proberäumen, die Darkthrone zwischen 1988 und 1990 benutzten.

Die Spielzeit von “Arctic Thunder” beläuft sich auf knapp 40 Minuten, aufgeteilt auf acht Stücke: “Tundra Leech”, “Burial Bliss”, “Boreal Fiends”, “Inbred Vermin”, “Arctic Thunder”, “Throw Me Through the Marshes”, “Deep Lake Tresspass” und “The Wyoming Distance”.

Am 18. August premierte das Eröffnungsstück “Tundra Leech”: Einleitend zum Song verrät Fenriz selbst mit einigen Worten die Hintergründe zum Stück, so hört er hier Parallelen zu Dream Death und ihrem Album “Journey Into Mystery“, zu Necrophagias “Season of the Dead” und alten Sadistic Intent heraus. Auch soll Hellhammer hier auf Poison Idea treffen, ein Riff gar nach Tony Iommi (Black Sabbath) höchstpersönlich – kurzum allesamt gewohnt illustre, obskure Namen, die viel versprechen – aber: hört selbst!

Jetzt Darkthrone – “Tundra Leech” anhören!

 

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