Das Leben hat viele Seiten

Uwe Kröger wird 50 und feiert mit einem großen Geburtstagskonzert. Als Zugabe gibt’s seine druckfrische Autobiografie „Ich bin, was ich bin. Mein Leben“.

 

Geboren am 4. Dezember 1964 in Westfalen und in Hamm aufgewachsen, stieß Uwe Kröger erst durch Zufall 1985 auf das Genre Musical. Nach seinem Erfolg als Tod in der Uraufführung von „Elisabeth“ 1992 sang er in unzähligen Musicals die Hauptrolle, in Wien zuletzt in „Der Besuch der alten Dame“. Am Londoner West End debütierte er in der europäischen Erstaufführung von „Napoleon“. Die Geburtstagsshow am 4. Dezember wird ein einmaliges Erlebnis mit wunderbaren Momenten werden. Als Gäste haben sich bereits Pia Douwes, Dagmar Koller, Wietske van Tongeren, Carin Filipcic, Ann Mandrella und viele andere Musicalstars angesagt. Moderiert wird der Abend von Arabella Kiesbauer.

 

Wie fühlt man sich kurz vor fünfzig? Wie ist das im Musical-Business, von dem man immer wieder hört, dass die Leute jung sein müssen?

Das ist völliger Schwachsinn. Ich finde es schade, dass so gedacht wird. Wenn man das West End oder den Broadway hernimmt, da gibt es eine Darsteller-Liga, die „von-bis“ geht. Ich möchte auch kein Stück sehen, wo sich alle graue Perücken aufsetzen müssen, nur weil sie zu jung sind, um die Rollen zu spielen. Am West End habe ich Napoleon gespielt, da gab es Kollegen im Ensemble, die über 60 waren. Der Jugendwahn wird durch Medien, Fernsehen, vielleicht auch im Musical – was man momentan sieht – vorgeschrieben. Aber Musical ist kein Kindertheater. Musical ist eine ernst zu nehmende Musiktheaterform und ich möchte einfach gereifte Menschen auf der Bühne sehen. Wenn ein Stück zu jung besetzt ist, fehlt es mir häufig an Ausstrahlung und Substanz. Ich selbst habe überhaupt kein Problem mit dem Älterwerden. Ich finde, man ist so alt, wie man sich fühlt. Ich denke nie über das Älterwerden nach, auch über mein Alter nicht.

 

Wie ist es zu dem Konzert direkt am Geburtstag gekommen?

Da hat mich Herbert Fechter (Veranstalter, Manager, Anm.) in einer schwachen Minute „überlistet“ – mit sehr viel Humor gesagt. Ich habe aber gesagt, ich möchte nicht viel arbeiten und ich möchte, dass es für mich ist. Es gibt vieles, das ich nicht weiß: Ich weiß nur, wer moderieren wird, dass ich dort sitzen werde, dass Pia Douwes hoffentlich kommt und das war’s auch schon. Ich glaube, es wird ein emotionaler und lustiger Abend werden und ich freue mich darauf. Danach gehen Pia und ich auf Konzerttournee durch Deutschland und Österreich. Da ist dann der Titel „Die größten Musicalhits“ mit dem Untertitel „100 Jahre Musical“, weil Pia auch gerade fünfzig geworden ist.

 

Anlässlich deines Fünfzigers ist auch schon die Biografie erschienen. Ist das nicht ein bisschen früh?

Ist es nicht. Das Buch heißt nicht „Das war mein Leben“. Es ist eine Momentaufnahme, eine Zwischenbilanz, der Tenor ist, „Wie tickt Uwe, wer bin ich“. Auch da war Herbert Fechter derjenige, der meinte, ich soll ein Buch schreiben. Ich schreibe sehr viel: Blogs, Kolumnen etc. Ich schreibe gern, aber über mich wollte ich nicht schreiben. Ich fand auch, dass ich nicht über mich schreiben kann. Ich habe lange gehadert, und dann hat er Claudio Honsal überzeugen können. Claudio hat wirklich meinen Humor und Zynismus, meine Wortwahl widergespiegelt, und es liest sich leicht. Es sind viele Themen, die mir auf der Seele brennen. Ich muss Herbert wirklich danken, denn ich komme aus einer Gegend, wo man nicht stolz auf sich ist, das gilt als arrogant. Ich finde aber dennoch, dass man sich rückblickend bedanken darf für die Chancen und das Glück, das man hatte, und auch Bilanz ziehen darf.

 

Das Buch ist sehr persönlich und es werden auch sehr offen Momente angesprochen, die „nicht so schön waren“.

Ich glaube, dass das Leben, das jeder von uns führt, egal wo, eine Aufgabe ist: eine schöne Aufgabe, die man meistern muss, mit allen Höhen und Tiefen, und dass wir alle Menschen sind, die auch Fehler machen. Das Leben ist nicht  immer einfach und die Situationen sind nicht immer einfach gestrickt. Jeder Werdegang ist individuell und man muss sich da dann durchbeißen. Letztendlich hat jeder so seine Baustellen im Leben, und die gilt es dann auch aufzuräumen  und zu beenden. Ja, natürlich, wenn man älter wird, sieht man viele Dinge gelassener. Ich habe auch kein Problem damit, Fehler zuzugeben. Im Gegenteil, in meinem Beruf werden wir ja ständig kritisiert, müssen auch immer wieder zum Vorsingen gehen, uns beweisen.

 

Uwe Kröger Buch

In „Ich bin, was ich bin. Mein Leben“ gibt Uwe Kröger sehr persönliche Einblicke in seinen Werdegang, aber auch in sein Privatleben – natürlich dürfen da Fotos nicht fehlen. Der Buchtitel ist dem Musical „La Cage aux Folles“ entnommen und hat Uwe ein Leben lang begleitet – seit September 2013 spielt er Albin im Landestheater Salzburg. Wer den Menschen hinter dem Musicaldarsteller kennenlernen möchte, dem sei das Buch sehr ans Herz gelegt!

Tickets bei oeticket.com

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!