Das Vienna Metal Meeting feiert mit nordischer Schlagseite Fortsetzung

Vienna Metal Meeting

Nach einem ausverkauften Debüt findet das Vienna Metal Meeting dieses Jahr seine Fortsetzung – und wirft mit Abbath, Tiamat, Marduk und vielen anderen den lechzenden Carnivoren erneut einige Leckerbissen zum Fraß vor …

Vienna Metal MeetingBereits das Debüt vergangenen April sorgte mit Bands wie Mayhem, Sodom, Batushka und vielen anderen nicht nur für ein volles Haus, sondern auch beste Stimmung im gesamten Areal der Wiener Arena. Nicht minder große Töne verspricht die Neuauflage des Vienna Metal Meeting Mitte Mai dieses Jahres zu spucken: Das neben dem Kaltenbach Open Air nicht nur härteste, sondern vielleicht auch beste heimische Metal-Festival kredenzt erneut auf zwei Bühnen – in der kleinen und in der großen Halle der Arena – neben Headliner Abbath eine wohlfeile Selektion aus der Crème de la Crème, die das Genre zwischen Death, Thrash und Black zu bieten hat, und ja: auch innerhalb der eigenen Landesgrenzen, ist Österreich vielleicht im Sport, nicht jedoch im Metal ein Nudlaug.

Essens- und Merchandisestände runden neben einigen anderen Attraktionen, die wir zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren werden, das Vienna Metal Meeting 2018 ab – doch damit nicht genug: Da dem Sprichwort nach Vorglühen besser als Nachsicht ist, gibt es dieses Jahr Tags zuvor im lautesten Gewölbe Wiens zudem noch eine Pre-Party: Im Viper Room stellen (Schirenc Plays) Pungent Stench nicht nur ihr – wenngleich „Smut Kingdom“ bereits seit 2007 in der Schublade liegt – erstes Album seit 14 (!) Jahren vor, sondern werden zudem auch noch von Spasm, Epsilon und Dhark begleitet.

Tickets für das Vienna Metal Meeting am 12. Mai in der Arena Wien,
wie auch für die Pre-Party am 11. Mai im Viper Room gibt es bei oeticket.com.

Das Line-Up des Vienna Metal Meeting im Detail

Theotoxin Der jungfräulich anheimelnde Bastard aus Wien, der sich irgendwo im Geifer und Ausfluss von Belphegor und Behemoth suhlt, ist über die Nabelschnur an langjährigen Szene-Erfahrungen bei etwa Zombie Inc., Distaste, Molokh oder auch Horns Of Hattin genährt. Bereits mit dem Debüt „Atramentvm“ vermochte man mühelos, den Himmel in ein bedrohliches Drommetenrot zu tauchen, galoppiert hier doch der ketzerische Wahnwitz zügellos durch Flammenmeere und über Gebein hinweg …

Darkfall „At The End Of Times” titeln die steirischen Darkfall zur eigenen Prime: Mit ihrem zweiten Studioalbum verlassen die Grazer mühelos den oftmals schmählich missachteten Underground und können insbesondere ob des Schwenks weg von der gefälligen Melodie, hin zur fordernden Technik durchaus auf übernationalem Niveau mitspielen – ohne sich dabei in versponnene Pfade á la Atheist oder Voivod zu verirren. Das Prädikat „Österreichische Kataklysm“ hat man sich hiermit redlich verdient.

Disharmonic Orchestra Gemeinsam mit Pungent Stench und Disastrous Murmur bildeten die Klagenfurter ab den späten Achtzigern die Phalanx des österreichischen Death Metals – waren dabei aber immer schon die Skurrilsten, wie bereits das vielgelobte Debüt „Expositionsprophylaxe“, mehr noch die beiden direkten Nachfolger bewiesen. Nach zwei Schaffenspausen und dem schwer fassbaren „Ahead“ ist letztes Jahr mit „Fear Of Angst“ wieder unkonventionelles Flair gelungen.

Demonical Dereinst herausgebrochen aus dem faulenden, mittlerweile jedoch reinkarnierten Kadaver von Centinex, suhlt man sich urtypisch im morbiden Charme der altehrwürdigen schwedischen Schule – weiß dabei jedoch, gekonnt zwischen rumpeligen Grabschändereien und einem nuanciert lieblichen Ödem zu wechseln. Somit geht das Quintett aus Avesta weniger stumpf als zahlreiche Genrekollegen zu Werke, befriedigt dabei aber mit Fingerspitzengefühl das nekrophile Verlangen ungemein.

Distillator Nach einem guten Jahrzehnt, in dem der Thrash Metal überwiegend an einem schalen Neo-Einschlag krankte, sind gerade die letzten Jahre für Kutten- und Jogging-High-Träger endlich wieder ein gefundenes Fressen, erlebt doch gerade in Europa der räudige, verbissene Watschenaugust ein starkes Revival. Dabei gelingt den niederländischen Distillator ein gelungener Brückenschlag zwischen amerikanischer Ost- und Westküste (Death Angel versus Nuclear Assault), schielt dabei nicht selten auch ins Land der Holzhacker, zu Exciter und Razor.

Dool Wenn sich Teile der legendären The Devil’s Blood mit einer bekannten niederländischen Punk-Koryphäe zusammentun, ist ein gewisser Hype wohl nicht zu verhindern – insbesondere, wenn The Sisters Of Mercy und Sonic Youth zudem noch als Bezugspunkte genannt werden. Dass hinter dem Hype auch Nachhaltigkeit steht, konnten Dool bisher nicht nur auf dem Roadburn – immerhin einem Festival der Connaisseure – beweisen, sondern durchaus auch mit ihrem Debüt „Here Now, There Then“, das mehr als nur kurzzeitig Staub aufwirbelt.

Ragnarok Ragnarök, das Endschicksal der Götter; Gut, wenn man wie bei diesem norwegischen Hassgeschwader gleich weiß, wie der Hase läuft und nicht auf falsche Fährte gelockt wird: Seit gut zwei Jahrzehnten sind Ragnarok maßgeblich am Läuterungsberg damit beschäftigt, die armen Seelen zu malträtieren. Verlustig ging seit den Anfängen zwar der merkliche Pagan-Einschlag, doch weiß das Quartett bis dato, zwischen Pechschwärze auch einige Graustufen einfließen zu lassen: Auch in den Höllenfeuern regiert Zuckerbrot und Peitsche.

Gutalax Es gibt ein altehrwürdiges österreichisches Sprichwort: „Wer rülpst und pforzt dea braucht kan Oazt“. Und nachdem Proverbien wie diese stets die Wahrheit sprechen, tut man gut, das tschechische Goregrind-Kollektiv Gutalax als Paradebeispiel des gesunden Übermenschen vorzuführen: Hier sprudeln gelblich-grüne bis bräunliche Körperflüssigkeiten aus beiden Körperöffnungen zähflüssig und unaufhaltsam hervor, dass es eine wahre, wenngleich kaum jugendfreie Freude ist – und vielmehr nach einer Fekal Party denn einer Kinderjaus’n krakeelt.

Desaster Es gibt nur überaus wenige Formationen, die sich die Patronengurte und Nietenarmbänder, die dereinst Destruction und Sodom mit Schweiß befleckten, überziehen dürfen und dabei nicht in kläglicher Peinlichkeit verkommen. Die Koblenzer Desaster darf man getrost hierzu zählen, verstehen sie sich immerhin nicht nur namentlich („Total Desaster“) als Huldigung des Teutonen Thrash: Ihre infernalische, mit Black-Metal-Anleihen gewürzte Melange gerät asselig gleich einer biergetränkten Kutte, die bereits von allein steht und Rotz und Geifer grölt.

Entrails Eine alte Faustregel besagt: Ist etwas bereits tot, kann man es nicht mehr umbringen. Somit ist es kaum verwunderlich, dass der ehrwürdige Elchtod seit seinen Anfängen nie vollends von der Bildfläche verschwand und selbst Nachzügler den Heroen im engen Rahmen des Möglichen von dereinst nacheifern. Eine Sonderstellung nehmen hier Entrails ein, die bereits zu den Hochzeiten gegründet jedoch bis 2008 im Moder ruhten, bevor sie sich durchs feuchte Erdreich und Gewürm an die Oberfläche gruben und seitdem süßlichen Verwesungsgeruch verströmen …

Obscura Der Zirkel, den Obscura mit ihrem Zweitling und Relapse-Debüt “Cosmogenesis” 2009 begannen und über “Omnivium” und “Akróasis” zogen, wird 2018 auf ihrem fünften Album seine Vollendung finden – und am Vienna Metal Meeting wohl für tektonische Universen-Kollisionen sorgen; Denn was die Bayern von der Majorität ihres Genres abhebt ist ihr Geschick, trotz ihrer vertrackten Extravaganz nicht nur eingängig zu bleiben, sondern ähnlich wie Meshuggah tieffrequent walzend auch mal unsanft den Acker umzupflügen.

Gama Bomb Es gibt Menschen, denen scheint die Sonne aus dem Arsch – soll heißen: sie sind mit überbordender Glückseligkeit gesegnet. Den irischen Spaßpiraten Gama Bomb entfleucht hingegen der sagenhafte Regenbogen aus dem Hinterausgang, der neben einer exaltierten Portion Humor noch für ordentlich Marschierpulver sorgt und das wahnwitzige Quintett nebst urigem Achtziger-Geprügel der Marke Nuclear Assault und Anthrax zudem zu einer enormen Portion Speed verleitet. Wer nach drölfzig Bier “Super Mario” in 30 Sekunden zocken will, ist mit ihrem “Geek Thrash” bestens bedient.

Nifelheim Gut, dass Iron Maiden erst ab Ende Mai auf “Legacy Of The Beast”-Tour gehen, denn sonst hätten wir uns die selbsterklärten Aficionados der Eisernen Jungfrau aufmalen können: Die schwedische Legende, die scheinbar nur aus Leder, Nieten und Spikes besteht, sorgt seit den frühen Neunzigern nicht nur akustisch, sondern vor allem auch optisch für eine Verbildlichung eines Höllenfahrtskommandos, das mit eigenwilliger Optik und exaltiertem Gestus ein beinah cholerisch rumpelndes Tribut an die Teutonen Thrasher vollzieht: pechschwarz, räudig und kvltig-infantil.

Marduk Treffender als mit “Frontschwein” lässt sich Marduk kaum beschreiben: Feinsinnigkeit oder vorsichtiger Rückhalt ist ihre Sache nicht. Bereits ihr erstes Demo “Fuck Me Jesus” gab 1991 die Marschrichtung vor, die seit ehedem erstaunlich konsequent eingehalten wird: Hauptsache böse. Dass dabei nicht nur blinde Raserei – “Panzer Division Marduk” außen vor – fabriziert wird, ist dem Geschick von Gitarrist, Bandkopf und Konstante Morgan Håkansson geschuldet, der es durchaus versteht, das infernalische Gewitter mit Atmosphäre zu durchsetzen. Dass jene zumeist nach Tod mieft, ist naheliegend: Kanonenfutter eben.

Tiamat “Clouds” und “Wildhoney” aus der Frühphase der Schweden gelten gemeinhin als Genrereferenzen des Doom – mit verspielten Strukturen voller Melodie, in denen Leichtigkeit schwerfällig in Düsternis wabert. Die alles erdrückende Schwere und die martialischen Gesänge, die in bedrohliches Geflüster tauchten, rückten Tiamat in den frühen Neunzigern in die Nähe einer Erscheinung wie Celtic Frost: Bis heute sind die imposanten Melodien und die konsequente Behäbigkeit schier unübertroffen und wissen selbst nach gut zwei Jahrzehnten mit ihrem Charisma einlullend zu fesseln – mehr noch in ihrem erstmals zelebrierten Koitus.

Abbath Es gibt derer genau zwei Black Metaller, denen man verzeiht, nicht mit den Mundwinkeln nach unten zu lächeln: Der eine führt seine Katze Nugatti in Kolbotn Gassi, der andere hat sich und die Szene wohl nie bierernst genommen: Abbath, der dereinst mit Immortal wie eine Kreuzung aus Krabbe und Gemse emsig über die schneebedeckten Berge Blashyrkhs stapfte. Während Immortal (noch) im ewigen Eis ruht, wankt die in vielen Belangen Reinkarnation Lemmys statt ausschließlich auf Berggipfeln mittlerweile auf Solopfaden – und covert nebenher seine einstige Stammband gekonnt selbst.

Wir verlosen zwei CDs von Pungent Stench „Smut Kingdom“!

PUNGENT-STENCH-Smut-Kingdom-CD-DIGIBesetzung: El Cochino – Vocals, Guitar, Keyboards // Rector Stench – Drums // Gore – Bass, Backing Vocals
„Smut Kingdom“ erscheint am 13. April bei Dissonance Productions und ist zum Beispiel bei Napalm Records oder Nuclear Blast vorbestellbar. Bei Dissonance Productions wurden auch die alten Alben von Pungent Stench neu aufgelegt und sind [hier] erhältlich. „Smut Kingdom“ wurde 2006/07 von Martin Schirenc aufgenommen, als Gäste finden sich Dr. Heathen Scum (The Mentors), Kam Lee (Massacre) und LG Petrov (Entombed).

Sie möchten an unseren Verlosungen teilnehmen? Dann füllen Sie einfach das untstehende Formular aus oder senden eine E-Mail an gewinn@ticketmagazin.com. Einsendeschluss ist am 5. April! Die Verlosung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Die Teilnahme am Gewinnspiel ist nicht an den Erwerb des Magazins gebunden. Eine Weitergabe der Daten an Dritte erfolgt nicht. Eine Barablöse des Gewinnes ist nicht möglich. Mitarbeiter der CTS Eventim Austria GmbH sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Bitte notieren Sie im Feld „Wunschgewinn“ das Kennwort „Vienna Metal Meeting“!

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Foto: Christoph Kaltenböck, Bearded Buck Photo

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