Der Besuch der alten Dame: Gelungene Premiere am Theater an der Wien

Anlässlich Gottfried von Einems 100. Geburtstags inszeniert Keith Warner die Oper über Geld und Moral neu.

Die 1956 uraufgeführte Tragikomödie Der Besuch der alten Dame brachte dem Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt internationalen Erfolg. Die gleichnamige Opernfassung, 1971 an der Wiener Staatsoper uraufgeführt, stammt aus der Feder des österreichischen Komponisten Gottfried von Einem, der dieses Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Keith Warner, britischer Opernregisseur, hat das „Geschäft zwischen Geld und Moral als schrille Demaskierung von Gier und Wankelmut“ (Der Standard) für das Theater an der Wien neu inszeniert. Vergangenen Freitag feierte das Werk Premiere.

Pressestimmen

[W]as Regisseur Keith Warner, Ausstatter David Fielding, das großartige ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Dirigent Michael Boder, der exzellente Arnold Schoenberg Chor sowie die Solisten hier geleistet haben, ist zeitgemäßes Musiktheater vom Feinsten, das in jeder Hinsicht unter die Haut geht. (Kurier, 18.03.2018)


Keith Warner hat in der fulminant plakativen und doch sensibel auf das Stück reagierenden Ausstattung von David Fielding die Geschichte mit vielen Details, einer gehörigen Portion schwarzen Humors und mit fein gestalteter Personenführung sehr tiefgründig umgesetzt und so einen spannenden Theaterabend kreiert. (Oberösterreichische Nachrichten, 19.03.2018)


Michael Boder verwirklicht das [,die Oper,] (Anm. d. Red.) exemplarisch mit dem stets pointierten ORF Radio-Symphonieorchester und erzielt brodelnde Spannung, wenn etwa der Butler Boby (Mark Milhofer) sich als einstiger Richter entpuppt, in der Konfrontation Ills mit dem kettenrauchenden, völlig verweltlichten Pfarrer (Markus Butter), in den Waldszenen, in den Ansprachen des Bürgermeisters (Raymond Very). (Die Presse, 18.03.2018)


Allen voran [besticht] (Anm. d. Red.) die schwedische Mezzosopranistin Katarina Karnéus, die der Rolle der Claire eine ungemeine Spannkraft einhauchte. Von unerträglicher Schärfe bis zu berauschender Süße reicht ihre stimmliche Bandbreite, die sie gepaart mit perfekter szenischer Umsetzung einzusetzen verstand. Nicht minder beeindruckend Raymond Very als geschwollener Bürgermeister, Adrian Eröd als schleimiger Lehrer, Martin Achrainer als psychopathischer Landarzt, Markus Butter als schräger Dorfpfarrer und Mark Milhofer als Butler Boby. Erstklassig: der Arnold Schönberg Chor. (Oberösterreichische Nachrichten, 19.03.2018)


Katarina Karnéus hat sich die Partie der Claire vokal wie darstellerisch beängstigend gut zu eigen gemacht und findet in Russell Braun einen guten, intensiven Alfred Ill. Raymond Very als Bürgermeister oder Adrian Eröd als Lehrer imponieren sehr; das übrige, große Ensemble weist kaum Schwachstellen auf. (Kurier, 18.03.2018)


Mit herbem Timbre verleiht Katarina Kerneus dieser Claire Zachanassian vokal eindringlich letztlich aber eine kühle bis dramatisch fordernde Bestimmtheit. (Der Standard, 19.03.2018)


Vokal eindringlich. (Der Standard, 19.03.2018)


Dennoch stehen Michael Boder und das ORF Radio-Symphonieorchester Wien an vorderster Front, haben sie doch die sehr vielschichtige Musik Einems vorbildlich ausgearbeitet und zum perfekten Fundament für die Protagonisten gestaltet. (Oberösterreichische Nachrichten, 19.03.2018)


Das RSO Wien unter Michael Boder ist dem szenisch Grellen ein kultivierter, klanglich präsenter und konzentrierter Partner. Diese Musik eines effektvollen Eklektizismus erscheint als handwerklich elegante Belebung der genialen literarischen Vorlage von Friedrich Dürrenmatt. (Der Standard, 19.03.2018)


Auch Dirigent Michael Boder, das gut geprobte RSO und der Arnold Schoenberg Chor loten Von Einems teils illustrative, dann zu heftigen Ausbrüchen oder zarten Zwischentönen tendierende Musik in all ihren Facetten aus. (Kurier, 18.03.2018)


Und die Szenerie wird immer schriller, greller, spektakulärer. Grandios! (Kurier, 18.03.2018)


Der ständige Zug zur Groteske verhilft dem Abend […] zu Konsequenz und Profil. (Die Presse, 18.03.2018)


Gottfried von Einems „Der Besuch der alten Dame“ überzeugt szenisch wie musikalisch auf ganzer Linie im Theater an der Wien. Bravo! So macht ein Jubiläum wirklich Sinn. (Kurier, 18.03.2018)

Musikalische Leitung: Michael Boder
Inszenierung: Keith Warner
Ausstattung: David Fielding
Choreografie: Karl Alfred Schreiner
Mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien und dem Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)
Mit: Katarina Karneus, Ernst Allan Hausmann, Erik Årman, Mark Milhofer, Antonio Gonzales, Alexander Linner, Jakob Müller, Rudolf Karasek, Russell Braun, Cornelia Horak, Anna Marshania, Johannes Bamberger, Raymond Very, Kaitrin Cunningham, Markus Butter, Adrian Eröd, Martin Achrainer, Florian Köfler, Anna Gillingham, Carolina Lippo, Botond Odor, Matteo Loi, Alessio Borsari, Marcel Krokovay, Masanari Sasaki, Jörg Espenkott

Bilder: © Werner Kmetitsch

Der Besuch der alten Dame wird noch bis 28. März am Theater an der Wien aufgeführt  – rasch Tickets sichern!

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