Der Charmeur

Max Raabe und sein Palastorchester residieren in Berlin, ein Großteil ihres Repertoires wurde hier anno dazumal auch uraufgeführt. Grund genug, dem Berliner Charme nun einmal Tribut zu zollen.

 

Berlin also. Deutsche Hauptstadt, Flughafen-Debakel, Hipster-Käfig Europas, ein reißerischer Wortwitz vom Wappenbären zum Städtenamen, fehlt nur noch, dass der Bär aus Berlin Bertram heißt. Berlin sagt man aber auch nach, ein künstlerischer Schmelztiegel zu sein – man denke an die „Berlinphasen“ von Nick Cave, David Bowie, Iggy Pop oder auch Lou Reed.

Der Raabe und der Bär
Mit seiner neuen Langspielplatte „Eine Nacht in Berlin“ und dazugehöriger Orchester-Tour huldigt Max Raabe nun auch „seiner“ Stadt. Aber: Wie erlebt er den vermeintlichen Hotspot? „Ich lebe in Berlin, gehe aber tatsächlich die ausgetretenen Pfade. Ich habe so meine Lokale – die wilde Clubszene und all das, was man von Berlin erzählt, kenne ich auch nur vom Vorbeifahren. Ich gehe natürlich in die Galerien, auf Konzerte – aber das Besondere der Stadt kenne ich dann vielleicht eher doch nicht, obwohl ich mittendrin lebe“, erzählt uns der sympathische Gentleman, der manchmal so wirkt, als stamme er tatsächlich aus den 20er- und 30er-Jahren, und singe nicht nur Lieder aus ihnen.

Nachtleben
Tatsache ist: Egal ob man in irgendwelchen illegalen Abbruchhäusern in Friedrichshain-Kreuzberg im Drogentaumel Party macht, oder abends „unter den Linden“ schlendert und schließlich in ein Theater abbiegt, in Berlin trifft sich die ganze Welt und steckt die Köpfe zusammen. Das Nachtleben hat hier einen immens hohen Stellenwert – der perfekte Nährboden also für Musik und Kunst.

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Zeitreise
Perfektion ist es auch, was Max Raabe abzieht: Mit seiner unikalen Mischung aus eleganter Steifheit, Charisma und leiser Ironie ist Raabe vielleicht mehr Berlin als ein Bushido. Nur halt eher jenes Berlin, das wir nur mehr von vergilbten Postkarten oder alten Schinken her kennen: ein bisschen Rastlosigkeit zwischen edlen Gewändern, Champagner und Absinth. Da braucht es dann auch nicht wirklich, dass Raabe tatsächlich über Berlin singt, der Stadt huldigt, sondern die Klassiker von damals für sich sprechen lässt.
Aber es sind nicht nur die Klassiker, die man tönen lässt, auch die Stücke, die Raabe in den letzten Jahren mit Annette Humpe schrieb, poppiger und moderner zwar als das gewohnte Repertoire, dennoch angenehm „abgehangen“. Dies fällt umso mehr auf, wenn Neues mit Altem homogen verschmilzt und man sich tatsächlich für „eine Nacht in Berlin“ wähnt, ob von heute oder von gestern ist dann auch schon schnuppe.

 

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