Der Pop-Unfall des JP Cooper

Mit Jonas Blue und dem Hit “Perfect Strangers” stürmte er die Charts, mit seiner neuen Single “September Song” beweist er seine einzigartige Soul-Stimme – und das bereits im August am FM4 Frequency!

JP CooperGemeinsam mit Jonas Blue landete der 33jährige Brite mit „Perfect Strangers“ einen respektablen Hit. Doch der war ungeplant, denn eigentlich klingt der sympathische Musiker nicht so sehr nach leichtem Pop. Dass sein brandneuer Titel „September Song“ garantiert kein Sommerhit wird, ist JP dabei vollkommen klar.

Mit „Perfect Stranges“ wurdest du in der jungen Pop-Zielgruppe von Zero zum Hero. Ist das ein Vorteil, jetzt den Stempel des Senkrechtstarters zu haben, als den des sich nach oben arbeitenden Musikers?

Es ist hauptsächlich ein Vorteil, denn ich mache schon sehr lange Musik. Da ist eine riesige Masse an Musik online, da ist es schwer, sich davon abzuheben. Ich habe den Vorteil, dass ich eine Menge Songs in den unterschiedlichsten Stilen geschrieben habe. Man kann mich also nicht auf Dance-Pop reduzieren.

Also besteht keine Gefahr, dass du als Mr. Belanglos abgestempelt wirst?

Nein, denn wenn du meinen Namen im Internet eingibst, bekommst du eine große Anzahl an unterschiedlichsten Treffern. Die Leute sagen: Wow, der Typ macht ja viele Sachen. Für mich war „Perfect Strangers“ bisher nur ein Vorteil. Und jetzt kommt mein eigenes Album, das überhaupt nicht wie „Perfect Strangers“ klingt.

Deep Purple hatten 1984 ein Album und einen Hit mit dem Titel „Perfect Strangers“. Wusstest du das?

Ja, klar, das hat aber nichts mit meinem leichten Sommer-Tune zu tun.

Du bewegst dich zwischen den unterschiedlichsten Stilen, von Soul zu Hip-Hop, countryesquen Gitarrensounds und dann wieder ein bisschen akustisch. Ist ein Ausflug in Richtung Metal oder Hard Rock für dich ein No Go?

Lustig, dass du das sagt, denn mein erster Lieblingssound war Grunge. Meine ersten Idole waren Eddie Fedder, Chris Cornell, die Stone Temple Pilots, Nirvana oder Foo Fighters. Mir haben aber auch die ruhigeren, akustischen Teile bei deren Konzerten gefallen. So kam ich dann zu Bands wie den Counting Crows, zu Ben Harper, später zu älterem Soul wie Aretha Franklin, Marvin Gaye und Sam Cooke. Meine Freunde mochten Rock-Bands. So hatte ich beides.

Du gibst als Einflüsse die Bandbreite von Marvin Gaye bis zu Björk an. Da war dein Hit „Perfect Strangers“ bezüglich Stil und Sound also nur ein Zufall?

Ich dachte ja nicht, dass ich der Sänger sein werde. Ich habe eine Instrumentalversion gehört und dachte, die wollen, dass ich einen Text dafür schreibe. Also okay, habe ich mir gedacht, ich nehme mir einen Tag und schreibe einen netten Sommer-Song und niemand wird je wissen, dass ich das war. Ich habe ein Demo eingesungen und das Label hat es gemocht. Ich war noch immer überzeugt, dass die längst einen Interpreten an der Hand hatten, doch auf einmal kamen die an und wollten, dass ich featured artist bin. Das machte mich schon nervös, denn ich hatte keine Ahnung von der Pop-Welt. Aber ich setzte mir da keine Grenzen. Früher gab es dieses Lagerdenken – du warst ein Rocker, oder ein Punk… Das ist heute ja nicht mehr so.

Andererseits hat dir der „leichte Sommer-Tune“ die Türen ins große Music-Biz aufgestoßen.

Auf jeden Fall, denn seither interessieren sich die Menschen auch für meine eigene Musik, auch Radiostationen. Zuvor war ich nur einer von vielen, die Musik machten.

Ist es nicht ein wenig absurd, dass du jetzt, wo der Frühling vor der Tür steht, einen Titel namens „September Song“ veröffentlichst?

Eigentlich habe ich ihn im vergangenen September in England veröffentlicht, aber es hat so lange gedauert, bis jetzt der Rest von Europa dran ist. Wenn er in Amerika heraus kommt, ist es vermutlich schon wieder September.

Ein Song mit September im Titel disqualifiziert dich zumindest im Rennen um den Sommerhit.

Ja, absolut.

Gibt es eigentlich einen Grund, weshalb du all diese Stile mischt? Wäre dir einer zu langweilig?

Gelangweilt wäre ich vielleicht nicht … Musik war für mich immer wie ein Spielzeug. Ein Kind will ja auch nicht jeden Tag mit dem gleichen Spielzeug und den gleichen Menschen spielen. So lerne ich spielerisch neue Instrumente.

Vor einigen Jahren hast du mit Don Diablo, einem DJ, auch Elektro gemacht.

Damals war ich ein Nobody und habe in einer Bar gearbeitet. Er kam auf mich zu nachdem er einen meiner Songs zufällig gehört hatte. Er schrieb mir, er wolle mit mir zusammenarbeiten. Dann kam am Telefon: “Weißt du, mein Vater ist am Sterben und ich möchte ihm noch einen Song schreiben.” Das haben wir dann gemacht, er hat den Track bei der Beerdigung groß aufgeführt. Diablo ist ein toller Typ. Vielleicht machen wir ja einmal wieder etwas gemeinsam.

Was hältst du mit deiner Erfahrung im Dance-Pop von DJs, die Superstars sind, ohne Instrumente zu spielen und die bei Shows bloß eine CD abspielen oder einen USB? Ist das, verglichen mit tollem Essen in einem guten Restaurant, Fast Food?

Es wird immer eine Fast Food-Fraktion in der Musik geben. Nicht alle DJs und DJ-Producer sind Fast Food. Es gibt da Menschen, die ganz genau wissen, wie Pop-Musik funktioniert und die großartige Produzenten sind. Es gibt aber auch jene, die bloß ein berühmtes Gesicht haben und sich der Songs anderer bedienen. Ehrlich, darüber habe ich mir schon oft den Kopf zerbrochen. Weißt du, man verkauft Millionen an Burgern und das macht die Menschen fett und krank. Und andere machen großartiges, gesundes Essen. Viele von denen arbeiten richtig hart. Die schlafen kaum, jetten ständig rund um die Welt und treten auf. Die umrunden die Welt ein paar Mal im Monat. Klar spielen einige nur einen USB-Stick ab und hüpfen herum, aber elektronische Musik zu machen ist nicht einfach. Doch mein Weg ist ein anderer.

Vor zwei, drei Jahrzehnten boomte die Musikszene in deiner Heimatstadt Manchester. Heute ist es eher ruhig geworden.

Es kommt noch immer eine Menge guter Musik aus Manchester. Aber Bands wie Oasis, die Happy Mondays und die Stone Roses waren so gigantisch, dass jeder heute in deren Schatten steht. Das ist wie mit den Beatles und Liverpool. Heute gibt es eine große Hip-Hop-Szene, Urban ist massiv, es existiert noch immer eine Menge an Indie-Bands. Aber eine Manchester-Bewegung wie damals gab es nie wieder.

Hast du schon Live-Pläne für den Sommer?

Ja, wir spielen am Frequency Festival, aber das ist noch geheim! Und bei einige Festivals in Deutschland und Holland. Und wir treten in Japan auf, das finde ich aufregend!

 

Neben JP Cooper wurden heute auch Placebo, Robin Schulz, Galantis, Breaking Benjamin, Clean Bandit, Alan Walker, RIN, What So Not, Booka Shade, Dubape, MC Dacta, Logistics, Keeno, Hugh Hardie und Miyan Law für das FM4 Frequency bestätigt. Tickets für das FM4 Frequency gibt es bei oeticket.com.

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