Deutsche Wiedervereinigung: Blumfeld

Von 1990 bis 2007 zählten Blumfeld zu den wichtigsten Vertretern der guten alten Hamburger Schule. Jetzt sind sie in Originalbesetzung zurück.

 

Der Grund dafür ist das Jubiläum der wohl wichtigsten Veröffentlichung der Bandgeschichte. Als am 22. August 1994 Blumfeld ihr zweites Album „L’ETAT ET MOI“ in die Plattenläden stellten, war der Weg an die Spitze des Deutschen Musikolymps noch in weiter Ferne.

Kafka lässt grüßen

Nach der Veröffentlichung des Albums führten die Tourneen die Band schnell auch ins benachbarte Ausland und nach Nordamerika. Doch zurück zum Start: Aus den Trümmern der beiden Bands „Der Schwarze Kanal“ und „Bienenjäger“ im Jahre 1990 gegründet, bahnte sich die Formation ihren Weg durch die deutsche und noch recht jung vereinte Musikszene. Übrigens: Blumfeld ist nach der Hauptfigur einer Kurzgeschichte von Franz Kafka benannt.

Den Göttern auf der Spur

Die Erfolge und goldenen Schallplatten sprechen Bände. Wer kennt Songs wie „Graue Wolken“, „Verstärker“ oder „Wir Sind Frei“ nicht? Auch als Live-Band war Blumfeld gerne überall gesehen. Alleine schon wegen des charismatischen Frontmannes Jochen Distelmeyer, der ein Meister des ehrlichen Wortes ist. Ob nun über die Unmöglichkeit und doch Möglichkeit von Beziehungen bis zu altbewährten Themen wie der ewigen Kritik an der oberflächlichen Gesellschaft oder der Umweltverschmutzung. Es gab nichts, worüber Blumfeld nichts zu sagen wussten.

Anders als glücklich

Nach fünfzehn Jahren Karrierehoch dann der Schlussstrich. Jochen Distelmeyer gab das Aus für Blumfeld bekannt. Die Würdigungen und Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. So meinte etwa die Tageszeitung „Die Welt“, dass Blumfeld „eine der einflussreichsten deutschen Bands aller Zeiten waren“. Christof Meueler reihte die Band in der Zeitschrift „Junge Welt“ in die Reihe der „großen deutschen Protestbands“ ein. Jetzt geht das Trio zum Jubiläum ihrer erfolgreichsten Platte noch einmal auf Tour und beehrt im August Wien und Linz.

Notiz am Rande: Jochen Distelmeyer ist nicht nur als Musiker erfolgreich. Der sympathische Frontmann wird am 30. Januar via Rowohlt Verlag seinen Debüt-Roman „Otis“ in die Buchregale stellen.

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