Die Reggae-Kapelle

Eine Band schreibt ihre Songs im Proberaum, oder? Nicht so bei Jimmy And The Goofballs – die haben nicht einmal einen. Sie sind trotzdem erfolgreich.

 

Ali und Peter sitzen in einem Grazer Beisl, jeder ein Bier vor sich, da wird gemütlich gesessen und geratscht. Sie sind Mitzwanziger mit dem üblichen Durst, den man in diesem Alter verspürt – und Musiker noch dazu. Ihrem Dialekt zufolge sind sie keine Steirer. Das klingt eher nach Osttirol – Lienz, um genau zu sein. Sie erzählen gerade, wie sie zueinander gefunden haben. „Wir spielen zusammen in einer Kapelle“, erzählt Drummer Peter. In einer feuchtfröhlichen Nacht hätten sie dann beschlossen, eine Reggae-Band zu gründen. Ein guter Anfang für eine Band, die mit einem fein abgestimmten Bläsersatz und einer gehörigen Menge Stimmung ordentlich einheizen kann.

Es wird heiß

Schneller Rückblick auf das Grazer Stadtfest wenige Tage zuvor: Es hat knapp 30 Grad am Tummelplatz. Elf Leute auf der Bühne in orangen Gefängnis-Overalls verwandeln die 30 in gefühlte 50 Grad. Sie blasen einem feine Reggae-Rhythms mit Einflüssen aus Ska, Rock und Funk entgegen. Schlagzeuger und Bassist bilden ein starkes Fundament, an Keyboard und Gitarre wird der Off-Beat zelebriert, die vier Bläser setzen Akzente und eingängige Melodien.
Dann gibt’s da noch zwei, die man nicht unbedingt als Herz, aber als Lunge der Band bezeichnen kann. Sie lassen dem 11-köpfigen Partymonster niemals die Luft ausgehen. Lungenflügel Nummer Eins ist Ali, Nummer Zwei ist Dominic, beide haben ihre Overalls nach unten gestülpt. Sie sind ein gut abgestimmtes Gesangs- und Rap-Duo. Der eine kommt tiefer hinunter, der andere höher hinauf – so kreieren sie einen großen Stimmumfang.

Ausgeflogen

Die Band existiert erst seit September letzten Jahres, kann aber schon große Erfolge vorweisen: Sie gewannen den größten Bandwettbewerb Österreichs, das „Local Heroes“, den „Rock the Island“ Bandcontest von „PULS4“ und katapultierten sich damit auf einige der größten Bühnen Österreichs wie FM4 Freqeuncy Festival oder Donauinselfest.
All das haben sie ohne Proberaum erreicht. Sie sind zwar ursprünglich aus Lienz, haben aber alle das Nest verlassen. Sie sind verteilt in Wien, Graz, Innsbruck und Bayern. Aber drei Leute der Band haben eigene, kleine Studios, in denen sie Songs bauen und hin und her schicken. „Sobald wir dann mal vier Nummern haben, mieten wir uns einen Proberaum“, sagt Peter. Klingt schwierig? „Ist schwierig!“, erklärt Peter weiter. „Aber bis jetzt hat es erstaunlich gut funktioniert.“ Nun arbeiten die Jimmies weiterhin an Songs, denn bis jetzt wurde nur die Single „Lieblingsplanet“ veröffentlicht. 2015 soll das Debüt-Album kommen, das man mit Spannung erwarten darf.

Wir freuen uns diese Woche schon auf ihren Auftritt am FM4 Frequency Festival 2014!

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