Die Sondercombo bradelt vom Musikantenstammtisch “aussi in die Wöt”

Die Welt liegt gleich hinter dem Sölkpass, diesem Gebirgsübergang über die Niederen Tauern. Ennstal-Bundesstraße. Dort wo die Straße ihren Ausgang nimmt, liegt Stein an der Enns. An der Kreuzung in Stein geht es rechts nach Gröbming, links Richtung Mitterberg. Eine Gegend Österreichs, die an Urwüchsigkeit ihresgleichen sucht. Gröbming, Öblarn, der Brandner Urwald, St. Martin am Grimming – da ist die Welt eine andere. Kantiger. Direkter. So wie der Berg ist der Mensch. Und wenn eine Band aus der Gegend rund um Gröbming ihr Debüt-Album Aussi in die Wöt tauft, dann ist das mehr als ein Album-Titel. Es ist ein Bekenntnis: Verwurzelt sein und durch die Welt streifen schließen einander nicht aus.

Die Sondercombo. Vier Musiker aus dem Ennstal, die sich dereinst um den Gröbminger Tom Pfeifenberger gesammelt haben. Das wiederum hat viel mit einer Jausenstation in Mitterberg zu tun. Da steht das Gasthaus Filzmoser und dort wird seit Jahrzehnten regelmäßig ein Musikantenstammtisch abgehalten. Die Regeln sind einfach: Jeden Donnerstag ab 18 Uhr wird musiziert, und die einzige Bedingung ist, dass die eigenen Instrumente mitgebracht werden müssen. Bei der Wirtin Anni hat Thomas bereits früh das Livespielen gelernt: “Mit 14 bin ich da zum ersten Mal auf die Bühne gegangen. Einfach raufstellen und hint- und vorn zusammenkommen”, erzählt er, der mit seiner Gitarre bei der Hausmusi gespielt hat. Essen, Trinken, Tanzen – da gab es die ‚Barsteher‘ genauso wie die Kurgäste aus der nahen Kuranstalt, die für einige Stunden auf die Diät pfiffen und die Krücken am Eingang beim Schirmständer deponierten.

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Die Sondercombo hat ihren Ursprung in einer besonderen Situation, “drum heißen wir auch so”, sagt Tom, und in der Tat fiel einem Wirt am Galsterberg die Musik aus, während der Bus mit den Schiurlaubern, die auch nach der Piste nicht gleich ins Bett gehen wollten, bereits unterwegs war. Tom sprang ein, trommelte befreundete Musiker zusammen und als der Wirt wissen wollte, welchen Namen er aufs Plakat schreiben soll, da war die Antwort knapp und bündig: Sondercombo, “weil es was b’sonderes ist, dass wir hier gemeinsam spielen”.

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Die Sondercombo. Vier Mann hoch. Tom, Armin, Patrik und Manuel. Der Zufall führte sie zur Großen Chance. “Wir haben einen Freund zum Casting begleitet und sind völlig unvorbereitet einfach da mit reingerutscht”, so Tom. “Gebradelt” haben sie dort, also aufgespielt, in alter Musikantentradition. Während es früher für die Musiker einen Braten als Gage gab, drückte man ihnen ein Ticket für die Große Chance in die Hand. Ab in die Show. Da ging es Runde für Runde weiter. Die erste Single, Lady Unbekannt, der erste Chart-Entry und dann die wahrscheinlich wohl wichtigste Entscheidung in der so jungen Karriere der Band. Der erste Windhauch der Popularität wurde nicht dafür hergenommen um schnell noch ein paar Singles in den Charts verglühen zu lassen. Es ging vielmehr darum, nun Songs zu schreiben, eine amtliche Produktion auf die Beine zu stellen, sich der Musik, dem Arrangement, der Seele der Lieder zu verpflichten.

Nur die Wöt is gnua

Aussi in die Wöt ist das Debütalbum der Sondercombo. Erscheint am 21. März. 12 Tracks. Es ist Songwriting, das sich am Leben, an der Geschichte der einzelnen Musiker genauso orientiert wie am klassischen Austropop. Ein Drei-Gesang der sich zwischen Rock-, Pop und Folk-Arrangements in die Songs bettet und auf einzigartige Weise heimatliche Tradition mit der weiten Welt verbindet. Aussi in die Wöt steht somit nicht nur für vier Buam, die ihre Musik über den Pass tragen und in einem anderen Tal aufspielen wollen, sondern viel mehr für die musikalische Verschmelzung mit all dem, was die Welt der Musik, die Vielfalt der Genres anzubieten hat.

 

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