Die Wiener Stadthalle

Wiener Stadthalle

Wahrscheinlich war jeder von uns schon einmal dort, in der Wiener Stadthalle. Rund 350 Veranstaltungen beherbergt der Komplex jährlich – von Konzerten über Messen bis hin zu Musical und Kabarett.

„In der Stadthalle ist jeder Tag anders, und gerade das macht es so spannend“, erzählte uns vor drei Jahren Stephanie Göstl. Zum damaligen Zeitpunkt im Unternehmen der Wien Holding zuständig für Kommunikation, führte sie uns durch die gesamte Stadthalle – oder besser: durch alle Stadthallen, A, B, C, D, E, F. Das ist komplizierter, als man denkt; wir brauchten insgesamt zwei Stunden, um uns ordentlich zu orientieren, doch selbst dann würden wir uns wahrscheinlich noch verlaufen. Wir befinden uns in einem einzigen, riesigen Gebäude, denn alle Hallen sind miteinander verbunden.

Hier waren sie alle schon zu Gast, die ganz Großen der Musik, des Tanzes und des Sports. Von P!nk bis Elton John, von Paul McCartney bis Leonard Cohen und schließlich von Cirque de Soleil bis Masters Of Dirt, so umfangreich und vielseitig kann ein Programm sein. Genauso vielseitig sind die einzelnen Hallen: An einem Tag findet noch die Bildungsmesse in Halle E statt, am anderen wird der gleiche Großraum zu einem riesigen Tenniscourt für das Erste Bank Open umfunktioniert. Halle C ist den Großteil des Jahres ein Eislaufplatz, doch auf einmal findet dort ein Pferderennen auf normalem Boden statt. Es kann außerdem gut sein, dass in Halle D, wo eine Woche vorher noch die Rolling Stones gespielt haben, jetzt schon wieder Eiskunstläufer von Holiday On Ice trainieren und abends auftreten (im Boden der Halle ist eine Kühlung eingebaut, so geht das ganz schnell).

Wir dürfen einen kurzen Blick in den Backstage-Bereich werfen, hier ist alles schlichter, als man es sich zunächst vorstellt. Doch ein wenig mystisch fühlt es sich doch an, wenn man die Geschichten von den Stars hört. Es werden übrigens alle Wünsche erfüllt, die ein Künstler hat: rote Wände? Na klar, kein Problem. Ein originaler Picasso soll da hängen? Natürlich. Aber eines ist klar: Jede Extrawurst wird vom Künstler bezahlt.

 

05_Wolfgang-Fischer-Geschaeftsfuehrer-Wiener-Stadthalle_credit-Pertramer_4545625Geschäftsführer Wolfgang Fischer im Gespräch mit !ticket

Der Mittfünfziger ist seit knapp 30 Jahren im Kultur- und Mediengeschäft – davon rund zwei Jahrzehnte im ORF – tätig. Dort war er zunächst Pressesprecher des Landesstudios Wien, übernahm dann die Leitung der Corporate Communications der Hörfunkintendanz und wurde Chef des Human Resources Management des gesamten ORF. Die vergangenen zwei Jahre war Fischer mit Aufbau und Leitung der Abteilung Public Affairs in der ORF-Generaldirektion betraut. Außerdem werkte er als Journalist u.a. für den Standard und die Magazine Horizont und Basta. Seit Februar 2012 ist er Teil der Geschäftsführung der Wiener Stadthalle.

Das Verrückteste, das er jemals getan hat? „Per Lautsprecherdurchsage einen lukrativen Job zu kündigen“, verriet er dem Freizeit-Magazin.

Wie behält man den Überblick für 350 Veranstaltungen im Jahr?

Mit einem tollen Team!

Welche Rolle spielt hier die Routine? Ist der Ablauf bei jedem Konzert gleich?

Die Stadthalle ist an jedem Tag des Jahres eine neue und andere Bühne. Es ist natürlich viel Routinearbeit dabei, aber so wie jede Veranstaltung und Vorstellung einmalig ist, erfordert auch die Vorbereitung und Durchführung Erfahrung und Flexibilität.

Kann man sich die Stadthalle wie ein großes Unternehmen vorstellen, oder ist es einfach etwas ganz anderes?

Es ist ein großes Unternehmen, wird auch so geführt, und ist doch etwas ganz Besonderes! Wir beschäftigen 200 Mitarbeiter auf Vollzeitbasis, zusätzlich sind rund 400 Kollegen im Publikumsdienst im Einsatz. Als Arbeitgeber ist die Wiener Stadthalle auch ein wirtschaftlicher Faktor, nebenbei in einem hochinteressanten Arbeitsumfeld, in dem übrigens in vielen Sparten Lehrlinge ausgebildet werden.

Wie wird ein Konzert geplant?

Die gesamten Vorbereitungen werden in Zusammenarbeit unserer Abteilungen, von Aufbau bis Sicherheit, mit dem Produktionsbeauftragen und dem Veranstalter durchgeführt. Grundsätzlich muss man auch unterscheiden zwischen den Publikumsevents wie großen Konzerten und Shows und den Business-Events, wie die Medientage oder Hauptversammlungen großer Firmen.

Geht man überhaupt noch gerne auf Veranstaltungen, wenn man ohnehin beruflich so viel damit zu tun hat?

Selbstverständlich. Jetzt kann ich mir auch ansehen, wofür ich vorher eventuell keine Zeit hatte. Aber es ist immer auch ein offizieller Auftritt, man ist vor Veranstaltungsbeginn da, packt auch mal selbst an, sieht, was besser gemacht werden kann und spricht mit seinen Teams.

 

Die Hallen:

Halle D: Österreichs größte Veranstaltungshalle wurde von 1954 bis 1957 nach Plänen des weltbekannten Architekten Prof. Dr. Roland Rainer erbaut und am 21. Juni 1958 eröffnet. Seither stellt die Halle D das Herzstück des Veranstaltungszentrums dar und bietet Platz für bis zu 16.000 Besucherinnen und Besucher. Mit 92 m Länge, 17 m Höhe und flexiblen Tribünen-Elementen ist die Halle unsagbar vielseitig und kann in den verschiedensten Versionen bespielt werden. Aus der Vogelperspektive stellen 10.000 m² das größte Dach für Unterhaltung dar, im Innendachbereich können knapp 100 Tonnen Technik für modernste Großveranstaltungen an die Decke montiert werden. „In Wien ist ein UFO gelandet“, hieß es bei der Eröffnung im Jahr 1958. Auch über 55 Jahre später bewährt sich die herausragende Architektur von Stararchitekt Roland Rainer und setzt Veranstaltungen keine Grenzen – egal ob Konzert, Messe, Sportevent, Fernsehshow oder Firmenfeier. Hier finden Sie alle künftigen Events in der Halle D.

Halle EHalle E: Die bestehenden Hallen des Gebäudekomplexes Wiener Stadthalle wurden 1994 durch die Halle E erweitert – eine Mehrzweckhalle mit knapp 1.800 m² und direkter Anbindung an die Hallen A, B und D. Die Halle E eignet sich für die unterschiedlichsten Veranstaltungsformate, auch in Verbindung mit Veranstaltungen in der Halle D. Jährlich findet eine Vielfalt an Events statt wie beispielsweise Verkaufsausstellungen, Antiquitätenmärkte, Produktpräsentationen, Vorträge, Tagungen, Versammlungen, Betriebsfeiern, VIP-Empfänge, Aftershow-Partys, Hochzeiten, Bankette, sowie Sportevents und vieles mehr. Hier finden Sie alle künftigen Events in der Halle E.

Halle FHalle F: Nahtlos an den Komplex der Wiener Stadthalle integriert wurde 2006 die Halle F mit einer der modernsten Showbühnen Europas. Mit einem Fassungsraum von bis zu 2.000 Gästen ist die Halle F wie ein großes Theater angeordnet. Die ansteigende Sitzanordnung sorgt für optimale Sicht auf die Bühne und eine integrierte Induktionsschleife ermöglicht TrägerInnen von entsprechend ausgestatteten Hörgeräten, Audiosignale störungsfrei und in einer optimierten Klangqualität zu empfangen. Dank der höhenverstellbaren Bühne, dem umfassenden Technikangebot und der hochwertigen Ausstattung ist die Halle F beliebter Veranstaltungsort für Konzerte, Musicals, Tanzshows, Kabaretts, Kleinkunst, Produktpräsentationen, Modeschauen, Vorträge, Tagungen, Hauptversammlungen und auch Trauungen. Diese gelungene Erweiterung der Architekten Dietrich|Untertrifaller wurde 2006 mit dem Bauherrenpreis, einem der begehrtesten Architekturpreise Österreichs, ausgezeichnet. Hier finden Sie alle künftigen Events in der Halle F.

Die am Standort befindlichen Sport- und Freizeitanlagen Halle A, Halle B, Halle C – Eis-Stadthalle und das Stadthallenbad werden von der Wiener Sportstätten Betriebsgesellschaft m.b.H. verwaltet.

Für die Anreise mit dem PKW stehen Ihnen in der hauseigenen Tiefgarage über 1.400 Stellplätze zur Verfügung. Mehr Informationen über die Parkdauer und Gebühren erfahren Sie direkt bei der Stadthalle. Wir empfehlen jedoch, öffentlich anzureisen. Die Stadthalle erreichen Sie bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln U6 Burggasse-Stadthalle (Ausgang Urban-Loritz-Platz), U3 Schweglerstraße (Ausgang Märzstraße), den Straßenbahn-Linien 6 und 18 (Station Burggasse-Stadthalle), sowie 9 und 49 (Station Urban-Loritz-Platz), als auch mit der Buslinie 48A (Station Moeringgasse bzw. Koppstraße/Thaliastraße). Bei Veranstaltungen, die auf der oeticket-Eintrittskarte der Wiener Stadthalle den Aufdruck „Gilt auch als Fahrschein“ aufweisen, gilt die Eintrittskarte am Tag der Veranstaltung jeweils 2 Stunden vor bis 6 Stunden nach Beginn der Veranstaltung als Fahrschein für die Wiener Linien inkl. NightLine.

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