Dirk Stermann – Zweier

Mittendrin, da steht es, das neue Werk von Dirk Stermann. Zweier ist quasi ein Sandwichkind, zwischen Eier und dem zu erwartenden Dreier. Zwei Eier sind in diesem Sammelsurium an mehr oder weniger skurrilen Kurzgeschichten auch des Öfteren zu sehen – schön an den verschiedensten Orten abfotografiert und als illustre Trennseiten im Buch untergebracht. Dementsprechend hat man nicht nur viel zu lesen, sondern auch einiges zu sehen.

Erschienen im Czernin Verlag

Erschienen im Czernin Verlag

Zu lesen, da gibt es wirklich einiges: Wie von Stermann gewohnt, werden Alltagsthemen bissig und humorig abgehandelt – wer kennt sie denn beispielsweise nicht, die Lust, sich einfach einmal während der Fahrt aus der U-Bahn zu stürzen, um anderen Fahrgästen zu entgehen? Neben diesen Alltagsthemen, die übrigens auch in Stermanns Heimat spielen und bei denen man sich nie ganz sicher sein kann, ob der Protagonist, Stermann himself, sie wirklich erlebt hat, oder sie einfach seiner grenzgenialen Imagination entstanden sind, finden sich auch andere Geschichten, die mit dem Alltag an sich nicht mehr sehr viel zu tun haben. Eines haben alle Geschichten gemeinsam: Sie behandeln die wirklich relevanten Dinge des Lebens. Ob Relevanz gegeben ist, entscheidet hier nicht der Leser, sondern der Autor. Für den Leser erschließt sich das eine oder andere Wesentliche aber irgendwann, allerdings nur, wenn er im schönen Lande Österreich beheimatet ist, oder zumindest einen nicht unwesentlichen Bezug zu eben diesem hat. Denn plötzlich fällt es einem wie Schuppen von den Augen: Alles behandelte ist wirklich unendlich relevant, für den kleinen österreichischen Bürger.

Warum nicht Munz?

Mit einem Lächeln auf den Lippen liest man von vorne bis hinten, verliert dabei aber nie den Faden – da es sich ja um Kurzgeschichten handelt – und kommt aus dem Staunen oft gar nicht mehr heraus. Staunen über Dirk Stermanns Gedankengänge: Wie zur Hölle kommt er auf diese Absurd- und Abstrusitäten? Gäbe es von einem Reiseveranstalter einen Rundgang durch Stermanns Gehirnwindungen zu buchen – ich würde sofort meine Kreditkarte zücken!

 

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!