Donots – sie tun es auf Deutsch

Im vergangenen Jahr feierten die Donots ihr 20-jähriges Bandjubiläum. Nun haben sie mit „Karacho“ ihren ersten Tonträger in deutscher Sprache im Gepäck.

Da glaubt man immer, dass Bands nach über 20-jährigem Bestehen uns mit nichts mehr überraschen können – und siehe da, die deutsche Band aus dem Ort mit dem klingenden Namen Ibbenbüren, hat es dann doch geschafft. Bei den Donots heißt es nun nicht mehr „Whatever Happened To The 80s“, sondern „Ich mach nicht mehr mit“. Bassist Jan-Dirk beantwortet uns zu diesem und anderen Themen einige W- und andere Fragen.

Ihr habt meine Frage bestimmt schon 1.000 Mal gehört …

Lass mich raten: Warum Deutsch? Es war mal die Idee da, ein Sparschwein aufzustellen und jedes Mal, wenn diese Frage aufkommt, einen Euro hineinwerfen und am Ende das Ganze zum Beispiel „Kein Bock auf Nazis“ zu spenden. Aber es ist ja auch ganz klar, dass man die Frage stellt. Ein deutsches Album war eigentlich gar nicht geplant, es ging eher um unseren 10-jährigen Geburtstag letztes Jahr, da wollten wir den Leuten mit einem deutschen Song ein besonderes Geschenk machen. Dann haben wir losgelegt und es hat uns relativ schnell gekickt.

Tickets bei oeticket.com

Einer der ersten Songs, die da entstanden sind, war „Ich mach nicht mehr mit“, das hat so gut geklappt und hat sich so gut angefühlt, es war frisch und schön geradeaus. Ein bisschen auf’s Maul mal wieder, was uns sehr gefallen hat. So ist auch ein deutscher Song (Anm.: “Das Neue bleibt beim Alten”) entstanden, den wir dann letztes Jahr schon rausgehauen haben, gemeinsam mit Tim von Rise Against. Wir fanden auch die Aussage gut, ein kurzer, knackiger Song, der unmissverständlich ist. Zusätzlich mit dem kleinen Gag, dass Tim mitsingt, der für uns auf Deutsch singen muss. Der meinte, dass, wenn es für uns schon eine schwierige Aufgabe ist, das erste Mal auf Deutsch zu singen, dann macht er es auch und lässt die Hosen runter. Ingo hat ihn gefragt, Tim hat sich erkundigt, wovon der Song handelt dann haben wir ihm den Song übersetzt und er wollte auf jeden Fall dabei sein. Das war so ein bisschen der Startschuss. Als wir dann zwei Songs letztlich heraus gebracht haben, waren noch einige andere Songs übrig, da wir im Herbst zuvor im Studio so viel geschrieben haben. Auf irgendeiner Autofahrt habe ich dann die ganzen Demos noch einmal angehört und habe mir gedacht, dass da ja ganz schön viel gutes Material da ist. Dann habe ich einfach gefragt, ob wir nicht ein deutsches Album machen wollen und ob sich das sonst keiner fragen traut. Es wäre ja schade gewesen, das entweder wegzuschmeißen, oder wieder auf Englisch zu übersetzen. Ich wollte das Experiment einfach weiterführen und ich glaube es war große Erleichterung da, dass ich diese Frage gestellt habe. Wir haben uns gedacht, dass wir ein deutsches Album heraus bringen, wenn es gut geworden ist, und wenn nicht, dann nicht. Es ist immer weiter gelaufen, es ist immer besser geworden. Ingo hat sich immer weiter in diese deutsche Textsache reingefuchst. Jetzt ist das Album dabei entstanden und wir sind gespannt, was die Leute dazu sagen. Klopf auf Holz – die paar wenigen, die es schon hören konnten, hatten eine gute Meinung dazu. Das freut uns natürlich total.

„Karacho” fetzt und knallt! Die Donots funktionieren also auch auf Deutsch. Wenn auch vorerst etwas ungewöhnlich, gewöhnt man sich schnell an die Härte. Die der Sprache und die der Gitarren.

„Karacho” fetzt und knallt! Die Donots funktionieren
also auch auf Deutsch. Wenn auch vorerst
etwas ungewöhnlich, gewöhnt man sich
schnell an die Härte. Die der Sprache und die der Gitarren.

Hält euch die Branche, in der ihr euch bewegt, ewig jung?

Wenn ich mir zum Beispiel die Toten Hosen so auf der Bühne ansehe, auf der die einfach drei Stunden mit einer wahnsinnigen Energie abgehen, dann finde ich das immer völlig krass. Somit scheint dieses Business trotz seines schlechten Rufes irgendwie doch jung und gesund zu halten. Ich hoffe, ich bilde mir das nicht nur ein (lacht).

Bist du schon mal von der Bühne gestürzt?

Ich bin nur einmal von der Bühne gefallen, aber nicht während eines Konzerts. Wir haben auf einem Festival gespielt und in einer Schützenhalle auf einer Bühne gepennt. Ich wollte nachts pinkeln gehen, bin runtergefallen, direkt auf eine Kreissäge, mit der die Bühne gebaut wurde. Das war nicht so schön! Ich habe auch schon des Öfteren diverse Gitarren und Mikros von Ingo und Guido ins Gesicht bekommen. Für Alex und mich bedeutet ein Auftritt immer, den Knollmanns auszuweichen, die wie die Blöden über die Bühne fegen. Aber das ist ja auch gut so, das muss ja auch so sein.

An welchem Ort hört man euer Album denn am besten?

Im Auto ist immer gut! Auto ist direkt, ist laut. Es ist ein bisschen gefährlich wegen des Geblitzt-Werdens, weil es kann schon sein, dass man ein bisschen auf die Tube drückt (lacht). Beim Joggen geht es auch ganz gut. Meine genaue Joggeschwindigkeit ist der Drive von  „Dann ohne mich“.

Gibt es sprachlich etwas, das du in Österreich nicht verstehst?

Es ist sogar wirklich in der Arena mal gewesen, das ist lange her, da haben wir mit den Beatsteaks gespielt. Da habe ich die T-Shirts verkauft und da kam ein wahnsinnig betrunkener Typ an und im breitesten Wiener Schmäh versucht, mir Fragen zu stellen. Ich habe ihn einfach nicht verstanden. Das war mir so unangenehm, dass ich ihm irgendwann sagen musste, er soll es auf Englisch versuchen. Hab dann aber festgestellt, dass er wirklich so betrunken war, dass das auch nicht ging. Am Ende der Geschichte lag es daran, dass er ein T-Shirt von uns haben wollte, auf dem vorne unser Bandname und hinten eine Frau drauf war. Er wollte die Frau aber vorne drauf haben. Nach einer langen Diskussion, hat er sich das T-Shirt einfach falsch rum angezogen und war glücklich.

Tickets bei oeticket.com

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!