Ein Bieber wird erwachsen

Aus einem Internet-Teenie-Phänomen wird ein Weltstar. Nicht zuletzt durch den freizügigen Umgang mit privaten Videoclips wurde aus dem kanadischen Boy mit der seltsamen Frisur eine Kultfigur, die Mädels rund um den Globus ausflippen lässt. Die Öffentlichkeit sah gespannt zu, wie der Teenager erwachsen wurde. Mit dem aktuellen Album Believe hat sich Justin Bieber abseits des Kreisch-Idols neu definiert. „Warum?“, wollte TICKET neben vielem anderen von Justin höchst persönlich wissen, und nach wochenlangem Warten trudelten die Antworten endlich per E-mail ein!

Believe wird als deine Neupositionierung in der erwachseneren Pop-Ecke angesehen. War das der Anspruch beim Schreiben der neuen Songs?

Justin Bieber: Ich habe mir nicht das Ziel gesetzt, mich mit diesem Album neu zu erfinden. Meine Musik war immer ein Weg um mich auszudrücken und darüber zu erzählen, was in meinem Leben so passiert. Natürlich werden meine Musik und die Texte gleichzeitig mit mir erwachsen, deshalb ist dieses Album für mich auch etwas ganz Besonderes. Das Tattoo mit dem Albumtitel ist eine ständige Erinnerung daran, dass ich niemals den Glauben an Gott, an meine Familie, mein Team und an mich selbst verliere. Egal, was auch kommt, man soll nie aufhören zu glauben.

Es sind viele Gast-Stars auf Believe zu hören. Vermisst du das einfache Arbeiten der Vergangenheit?

Justin: Es war großartig, mit so vielen talentierten Künstlern und Produzenten zu arbeiten und etwas zu schaffen, auf das ich sehr stolz bin. Es sind viele meiner Freunde dabei, Taylor Swift, Big Sean, Rodney Jerkins und Mike Posner, um nur einige zu nennen. Es war eine Ehre, die ich für nichts auf der Welt eintauschen würde.

Deine Vocals werden beinahe ausschließlich von Kuk Harrell aufgenommen. Was macht eure Beziehung so besonders?

Justin: Kuk weiß einfach, wie man mit mir arbeiten muss. Er treibt mich dazu, aus meiner Stimme das Beste herauszuholen und er ist von Beginn an mit dabei. Ich habe eine sehr enge Beziehung zu ihm.

Auch Max Martin, der schwedische Star-Producer (u. a. Britney Spears, Backstreet Boys), ist an Bord. Warum hast du ihn für einen Track ausgewählt?

Justin: Ich wollte, dass auf dem Album etwas für jeden dabei ist. Max brachte einen anderen Sound mit, als bei den restlichen Songs von Believe, er brachte etwas ganz Spezielles in das Projekt ein.

Ist es nicht manchmal schwer, ein Weltstar zu sein, wenn man sich oft mehr mit Anwälten herumschlagen muss, und der geschäftliche Aspekt zeitraubender wird, als der kreative Teil?

Justin: Um alles perfekt zu erledigen muss man hart arbeiten, aber ich habe ein tolles Team von Managern, Anwälten und Business-Managern, die mir dabei helfen. Wenn ich mich auf meine kreative Arbeit konzentrieren muss, dann sorgen sie dafür, dass ich genug Zeit und Freiraum habe und dennoch sicher sein kann, dass das Geschäftliche gleichzeitig erledigt wird.

Spürst du Erfolgsdruck, wenn du an neuem Material arbeitest?

Justin: Ich mache Musik vor allem für meine Fans. Ich ignoriere ihre Erwartungshaltung nicht. Believe ist eine Mischung aus Alt und Neu, denn ich wollte mich sowohl als Künstler weiter entwickeln und meine Fans dabei mitnehmen.

Wo soll deine Karriere noch hinführen, wo ist Justin Bieber in zehn Jahren?

Justin: Ich hoffe, dass ich dann noch immer Musik mache und daran Freude habe.

Was macht dir am meisten Spaß und was ist das größte Übel?

Justin: Das Tollste ist, wenn ich vor meinen Fans live auftreten kann. Das mache ich am liebsten. Das Miesteste ist auf jeden Fall, dass ich zeitig in der Früh aufstehen muss.

Deine Vorgänger als Teenie-Phänomene waren unter anderen Britney Spears, die Backstreet Boys oder Take That. Kannst du von denen etwas lernen?

Justin: Ich kann von jedem Künstler etwas lernen, der als Teenager begonnen und eine lange Karriere hinter sich hat. Wenn wir Entscheidungen treffen, dann blicken wir immer zu Michael Jackson auf. Er war der Größte. Und danach werde ich immer streben!

Gibt es einen Künstler, mit dem du in Zukunft gerne arbeiten möchtest?

Justin: Ich würde liebend gerne mit Stevie Wonder ins Studio gehen. Wir sind ja schon zusammen aufgetreten und haben darüber gesprochen, auch neue Stücke gemeinsam zu erarbeiten. Aber das ist bisher noch nicht passiert.

Wie werden sich bei den Konzerten die alten, mehr akustischen Songs und die neuen elektronischen Klänge zusammen fügen?

Justin: Es gibt einen akustischen Teil in meiner Show, da komme ich ja her. Nur mit meiner Gitarre auf YouTube zu singen. Genauso wie auf dem Album wird auch bei der Show für jeden etwas dabei sein.

Auf dem Album gibt es viele Instrumente wie Klavier, Streicher. Kommt das dann von der Harddisk und wie sieht die Live-Band aus?

Justin: Die Band ist ziemlich identisch wie jene von der My World Tour. Ich kann es mir nicht vorzustellen, ohne meiner Band aufzutreten. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Show.

Wie wichtig sind die Show-Elemente, die Special Effects abseits der Musik?

Justin: Die Show entwickelt sich unglaublich gut. Wir haben Jon Chu als Mastermind, und in allen Bereichen nur die besten Spezialisten angeheuert. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber ich bin schon sehr aufgeregt, dass meine Fans die neue Show sehen.

Du trittst zum ersten Mal in Österreich, in Wien auf…

Justin: Ich war ja noch nie in Wien und ich bin schon sehr aufgeregt, meine österreichischen Fans zum ersten Mal zu sehen!

Du reist ständig herum. Gibt es da überhaupt Zeit für Sightseeing? Vermisst du private Momente, in denen du alleine durch eine fremde Stadt spazieren kannst?

Justin: Wir haben in vielen Städten einige freie Tage, an denen ich die Gelegenheit habe, mich etwas umzusehen. Manchmal ist das schwer, aber ich mach es, wann immer ich kann. Aber ich würde niemals in diese Städte kommen, wären da nicht mein Job und meine Fans. Ich bin sehr dankbar für all diese Möglichkeiten, die sie mir dadurch eröffnet haben. Ich bin da wirklich gesegnet.

Interview: Alexander Haide

Believe ist bei Universal Music erschienen.


Zu sehen ist die neue, erwachsene Show von Justin Bieber am 30. März in der Wiener Stadthalle.

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!