Ein Debüt, das keines ist

Die Steaming Satellites haben, so wie es sich für ihren galaktischen Bandnamen gehört, einen kleinen musikalischen Höhenflug hinter bzw. vor sich und bleiben trotzdem fest hier auf der Erde.

 

Die klingen ja gar nicht, als wären sie aus Österreich!“ scheint mittlerweile das gängige Prädikat für gute Musik aus Hierzulande zu sein, und diesen Ausruf vernimmt man bei einem Konzert der Steaming Satellites zig Mal aus Publikumsmündern. Der Erfolg gibt den vier Salzburgern auf jeden Fall recht. Nun sind sie mit neuem Album wieder auf Tour unterwegs und fanden noch kurz Zeit, uns ein paar Fragen zu beantworten.

 

Wie viele Tage im Jahr seid ihr auf Tour?

Max: Dieses Jahr haben wir nicht so viele Festivals gespielt, weil wir wegen des Albums viel im Studio waren. Aber im Prinzip  so um die 100 Tage.

 

Was geht euch denn am meisten von zu Hause ab?

Manfred: Die gewohnte Umgebung.
Max:  Der Tagesrhythmus und die Natur. Wir gehen gerne in die Natur um Energie zu tanken.

 

Wie ist denn das Essen auf Tour?

Matthäus: Es ist Standard, dass du, wenn du auf Tour bist jeden Tag Weißbrot, Käse und Wurst isst … das bekommst du auch in den diversen Clubs.
Max:  Das Catering ist aber mittlerweile schon ganz cool.

 

Was war denn das schlechteste Catering?

Max:  Das war auf der Amerika-Tour … da gab es gar nichts (lacht).
Matthäus: Doch, ein halbes Bier haben wir bekommen. Für sieben Leute.
Emanuel: Und einmal in Regensburg. Da haben wir Pizza bekommen, von der wir dann alle gekotzt haben und krank waren am nächsten Tag.

 

Habt ihr abstruse Wünsche für Backstage?

Emanuel: Wir sind drauf gekommen, dass auf unserem Rider mal ohne unser Wissen stand, dass wir kein Ottakringer und noch eine zweite Biersorte wollen. Wir wussten das nicht. Das hat unser damaliger Manager in den Rider geschrieben. Wir haben das erst bemerkt, als wir auf einem Festival gespielt haben, das von Ottakringer gesponsert wurde und die sich sehr bemüht haben ein anderes Bier her zu bekommen.
Matthäus: Wir waren sehr überrascht.
Max:  Es liegt auf jeden Fall nicht an uns.

 

Ist Touren wie eine Beziehung, oder als ob man mit der Familie auf Dauerurlaub ist?

Max:  Schlimmer (lacht)! Nein, nicht unbedingt schlimmer, aber anders. Wenn du stundenlang immer zusammenpickst, kannst du dich irgendwann nicht mehr riechen, vor allem wenn du Dinge, die dich stören, nicht aussprichst.
Manfred: Wenn du, wie besprochen, 100 Tage im Jahr unterwegs bist und du wirklich 24 Stunden am Tag zusammen bist – in einer Beziehung ist man gemeinsam daheim aber untertags geht man arbeiten. Da macht man alles gemeinsam, Hotel, Frühstück …immer auf engstem Raum. Das ist eine Herausforderung

 

Seid ihr selbst Fanboys?

Max:  Das war früher vielleicht eher so. Man versucht ja doch sein eigenes Ding durchzuziehen. Nicht, dass ich mir da jetzt viel drauf einbilde, aber früher hatte ich das mehr mit „Wow, cool!“, wenn man ein Konzert mit einem Vorbild gemeinsam spielt. Das war dann aber teilweise auch einschüchternd, was dann natürlich auch für die eigene Musik nicht cool ist. Ich würde eher sagen, dass es ein Respekt ist, der da ist.
Emanuel: Je mehr man selbst spielt und auf der Bühne steht, geht dieser Fankult verloren. Wenn man diesen Zirkus nicht mitbekommt, dann denkt man sich: „Wow, leben die cool!“ Natürlich ist es cool und super aber trotzdem ist es wie jeder andere Job und man kann die ganzen großen Musiker vom Podest herunter heben und einfach sagen: „Gut, die haben das gleiche durchlebt.“ Sind trotzdem Menschen.
Max:  Es kann ja auch sein, dass man dann eher enttäuscht ist …
Matthäus: Vielleicht will man die gar nicht kennen lernen, falls sie unsympathisch sind. Damit man ihre Musik noch weiter hören kann (lacht).

 

Die Steaming Satellites spielen am 14.11. 2015 im Saluburger Rockhouse. Danach geht es am 25.11. vor alt-J auf die Bühne der Stadthalle in Wien. Tickets für beide Veranstaltungen gibt es unter www.oeticket.com. 

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