Ein großer Wurf

Vor knapp 90 Jahren spielten sie als „Vorgruppe“ bei Tanzveranstaltungen – heute sind sie die vielleicht bekannteste Mannschaft der Welt. Und das, obwohl die Harlem Globetrotters nicht einmal aus New York stammen …

Sie sind nicht nur Giganten, was die Körpergröße betrifft, sondern auch absolute Überkönner in ihrem Sport: Die Harlem Globetrotters sind seit Jahrzehnten die Botschafter des Basketballs. Auch wenn sie „nur“ Exhibitions spielen, der Spaß und die gute Laune bei den bejubelten Auftritten im Vordergrund stehen, sind alle Teammitglieder handverlesen.

Attraktionen
HGT2106_AntAtkinson-and-kid_ball-spinFOTO2Alles begann freilich nicht im Licht der Scheinwerfer, sondern ganz unspektakulär in den Zwanzigerjahren in Chicago: Als zusätzliche Attraktion vor damals populären Tanzveranstaltungen heuerte man ausgewählte Basketballer an, ihre Kunststücke zu zeigen. 1929, vor einer Tournee durch Illinois, wählte der damalige Manager Abe Saperstein den Namen Harlem Globetrotters ausschließlich deshalb, da der berühmt-berüchtigte Stadtteil des Big Apple als landesweites Zentrum der afroamerikanischen Kultur galt. Erstaunlicherweise dauerte es danach knapp vier Jahrzehnte, bis die Ballakrobaten ihr erstes Heimspiel in
Harlem bestritten. Das war im Jahr 1968 …

Marke
Seither ist viel Wasser den Hudson und den East River herabgeflossen – und die Harlem Globetrotters sind längst eine weltweit erfolgreiche Marke. Sie paradieren vor erstaunten Fans ihr Ausnahmekönnen – von atemberaubenden Dribblings über eine beinahe außerirdische Ballbeherrschung (oft wird mit mehreren Bällen gleichzeitig gespielt) bis hin zu den kompliziertesten Korbwürfen. Was niemals fehlen darf, ist eine gehörige Portion Humor und Spaß, die die Globetrotters erst zu Publikumslieblingen machte. Der sportliche Aspekt wird aber nicht aus den Augen verloren: Auch wenn es bloß Exhibition-Spiele sind, legt man großen Wert auf den Gewinn der Matches. Die längste Periode, in denen sie ungeschlagen waren, dauerte von 1971 bis 1995 – insgesamt 8.829 Spiele lang! Diese Serie endete ausgerechnet am 12. September 1995 in Wien, als eine Auswahl um Kareem Abdul-Jabbar die US-Stars entthronte.

Exklusivität
Den Harlem Globetrotters kann man übrigens nicht beitreten oder sich um eine Aufnahme bemühen, egal welch exzellenter Spieler man ist. Die Supertruppe lädt jedes Jahr nicht bloß einige der besten Basketballer ein, das Team zu bereichern (von denen übrigens nur wenige zusagen und Teil des Globetrotter-Tour-Trosses werden), sondern auch so manchen Prominenten, der
aktiv gar nichts mit Basketball am Hut hat. So wurde Fußball-Gott Lionel Messi 2011 Mitglied des Superstar-Teams, genauso Papst Franziskus, der 2015 zum Ehrenmitglied ernannt wurde.
Sein Vorgänger, Johannes Paul II, war übrigens ebenfalls ein Harlem Globetrotter h. c.!

Die legendären Harlem Globetrotters bringen ihre Basketball-Kultshow am 14. Mai in die Wiener Stadthalle (Halle D) und am 15. Mai in die TipsArena Linz. Hier gibt’s die Tickets.

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