Ein Leben voller Lieder

Konstantin Wecker ist seit Jahrzehnten einer der deutschen Liedermacher, der auch immer wieder politisch Stellung nimmt. Nun unterstützt er mit seinem Label „Sturm & Klang“ 4 Jung-Liedermacher.

 

Konstantin Wecker ist nicht so leicht einzuordnen. Natürlich ist er vorrangig Liedermacher und Komponist. Aber umtriebig wie er ist, ist er auch Schauspieler und Autor. Und nun ist er auch unter die Produzenten gegangen. Kein Wunder, dass er aktuell auch mit unterschiedlichen Programmen auf Tour ist. Aber der Reihe nach …

 

Die Anfänge

1947 in München geboren, erhält Wecker bereits als 6-jähriger Klavierunterricht. Zwei Jahre später beginnt er mit Geige und als 14-jähriger lernt er Gitarre zu spielen. Diese umfangreiche Musikausbildung, aber auch die von der Mutter geförderte Begeisterung für Lyrik, bilden ein gutes Fundament für seine künstlerische Tätigkeit. 1968 tritt er zum 1. Mal in der Kleinkunst-Szene auf. Aber es sollte 10 Jahre dauern bis zum Durchbruch mit der Ballade vom erschlagenen „Willy“, der ein Kämpfer für Freiheit und Frieden in der 68er-Bewegung war und dem Album „Genug ist nicht genug“. Schon damals waren seine Texte zum Teil anprangernd und aufwühlend – das hat sich bis heute erhalten. So wird plötzlich z. B. der Text von „Jetzt eine Insel finden“ aus dem Jahr 1986 von der Geschichte eingeholt. Immer sind die Texte auf Deutsch, oftmals sogar im bayerischen Dialekt.

Höhenflüge und Krisen

Doch der Erfolg hat auch seine negativen Auswirkungen: Wecker beginnt Kokain zu konsumieren. In den „Ketzerbriefen eines Süchtigen“ aus dem Jahr 1983 thematisiert er seine Abhängigkeit. Anfang der 1990er-Jahre verfällt er der Droge erneut bis 1995. 1997 hält er darüber einen Vortrag vor Nervenärzten in Erlangen, der zwei Jahre später als Buch unter dem Titel „Es gibt kein Leben ohne Tod“ veröffentlicht wird.

Mittlerweile hat Konstantin Wecker rund 40 Alben produziert. Daneben veröffentlichte er zahlreiche Lyrikbände sowie die Romane „Uferlos“ und „Der Klang der ungespielten Töne“. 2007 erschien seine Autobiographie „Die Kunst des Scheiterns“, in der er über seine Erfolge und Fehltritte schreibt aber auch über die Liebe, Gott, Vaterschaft und Verantwortung. 2008 gründet er sein eigenes Label „Sturm & Klang“ um künstlerisch unabhängig zu sein. 2013 entschließt er sich, drei jungen Liedermachern und einer Liedermacherin mit seinem Label eine Basis für einen Karrierestart zu geben. Die Auswahlkriterien dafür sind laut Wecker denkbar einfach gewesen: Es muss auf Deutsch gesungen werden und es muss ihm selbst gefallen. Für ihn ist das Schreiben von Liedern und Texten auch Teil unserer Kultur, die nicht verloren gehen soll.

Liedestoll

Was sich vielleicht auf den ersten Blick eigen anhört, entpuppt sich auf den zweiten als geniale Zusammensetzung. Im Programm „Liedestoll“ feiert Konstantin Wecker mit „seiner Göttin“ Angelika Kirchschlager die Liebe zum Liede. Schließlich ist die gefeierte österreichische Sopranistin auch eine begnadete Liedinterpretin. So kommt es zu einem Programm, das alle Genregrenzen sprengt: folgen der „Liebesflug“ auf „Heidenröslein“ und der „Erlkönig“ auf „Stürmische Zeiten“. Begleitet werden die Beiden vom Pianisten Jo Barnikel, dem Perkussionisten Sebastian Trimbolt sowie dem Spring String Quartett.

 

Tickets bei oeticket.com

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!