Eine tanzende Ferienliebe

Es war DER Tanzfilm der Achtziger! „Dirty Dancing“ scheint kein Ablaufdatum zu haben und kommt nun auch auf die Bühne. Zeit, sich mit DER Tanz-Koryphäe des Landes über Mambo & Co zu unterhalten: Thomas Schäfer-Elmayer.

1987 kam mit „Dirty Dancing“ ein Film in die Kinos, der auch noch Jahrzehnte danach seine Zuschauer begeistern und fesseln sollte. Ob es nun an der Liebesgeschichte per se – schüchternes Mädchen aus gutem Hause verliebt sich in Bad Boy mit gutem Herzen – oder der mitreißenden Filmmusik inklusive umfassender Tanzszenen liegt, jeder Einzelne hat zu diesem Film wohl eine Meinung oder daraus eine Erkenntnis gezogen. Und sei es nur, dass es schwierig ist, zwei Wassermelonen auf einmal zu tragen. Um das Hauptelement des Films näher unter die Lupe nehmen zu können, haben wir uns einen Experten Bord geholt: die Tanzschul-Koryphäe Thomas Schäfer-Elmayer.

Thomas Schäfer-Elmayer

Thomas Schäfer-Elmayer

 

Herr Schäfer-Elmayer, im Film „Dirty Dancing“ werden Elemente des Mambo verwendet. Was macht diesen Tanz besonders?

Der Mambo ist ein karibischer Tanz, so wie Salsa, Rumba und Cha-Cha-Cha,die alle mit sehr viel Spannung und auch einer erotischen Austragung getanzt werden und außerdem einen sehr schönen Rhythmus haben, der mitreißt.

Für einen Laien – was unterscheidet Mambo von anderen südamerikanischen Tanzstilen?

Es geht hier prinzipiell um karibische Tänze, nicht um alle südamerikanischen. Samba ist zum Beispiel etwas ganz anderes. Für den Laien ist es teilweise nur schwer zu erkennen, worin die Unterschiede genau liegen, weil sie oft nur an der Betonung des ersten oder zweiten Taktes festzumachen sind. Im Grunde genommen kommt es dann auch noch auf das Tempo an, das kubanische Timbre ist etwas langsamer , es gibt nur ein paar kleine Unterschiede. Im Prinzip ist aber der Charakter dieser karibischen Tänze sehr, sehr ähnlich.

Gibt es einen „echten“ Mambo, oder wird der Begriff auch für andere Tänze verwendet, da er medial bekannt ist?

Es gibt bei Mambo, wie bei all diesen Tänzen, verschiedene Varianten. Wie zum Beispiel beim Rumba – da soll es auf Kuba 150 verschiedene geben, es ist also nicht sehr einfach zu sagen, was der einzige Mambo ist. Von der Musik her ist bei uns in Europa natürlich der „Mambo Nr. 5“ derjenige, den man am besten kennt.

Welcher Tanz wäre Ihres Erachtens für den Film „Dirty Dancing“ ebenfalls passend gewesen?

Zum Beispiel ein Rumba, oder auch ein Salsa. Der Cha-Cha-Cha ist ein bisschen anders im Charakter, der wäre wahrscheinlich weniger infrage gekommen.

Wenn Sie bei dem finalen Tanz bei „Dirty Dancing“ Juror gewesen wären, was hätten Sie angemerkt?

(lacht) Ich hätte gar nichts anmerken müssen, woran ich mich so erinnere – es ist schon sehr lange her, dass ich den Film gesehen habe – war das sehr, sehr nett gemacht, so richtig auf Ferienstimmung und dass eben in den Ferien diese große Liebe zum Tanz parallel erblüht.

Finden Sie persönlich Tanzfilme ansprechend, oder werden hier oftmals traditionelle Tänze „verschandelt“?

Nein, also verschandelt sicher gar nicht. Denn beim Tanzen, selbst wenn es einmal nicht ganz perfekt ist – Richard Gere zum Beispiel hat nicht immer ganz perfekt getanztes –, geht es darum, dass man Freude hat. Da gibt es wirklich nichts Negatives zu beklagen. Verschandelungen schon gar nicht.

Glauben Sie, dass durch solche Tanzfilme auch ein neues, interessiertes Tanzpublikum gewonnen werden kann?

Ganz bestimmt, das motiviert! Besuchen Sie gerne Events, bei denen Tanz gezeigt wird? Ballett, Tanz-Shows oder Tanzwettbewerbe? Ich besuche gerne Events, wenn ich Zeit habe. Abends bin ich meistens eingedeckt. Ich gehe gerne zu Konzerten, ins Ballett oder zu Tanz-Shows. Bei Tanzwettbewerben bin ich eher aus beruflichen Gründen.

Patrick Swayze And Jennifer Grey In 'Dirty Dancing'

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