Energie pur von Skunk Anansie

TICKET traf Skin und Ace von Skunk Anansie auf einige Plauderminuten. Über Performance, Drogen, Kunst – es gab so einiges zu erzählen. Frisch, sympathisch und so gar nicht abgehoben …

 

Zu eurem neuem Werk, die DVD und CD An Acoustic Skunk Anansie – Live In London,verhaltet ihr euch anders auf der Bühne, wenn ihr wisst, dass ihr aufgenommen werdet?

Skin: Du verhältst dich immer anders, wenn du weißt, dass eine Kamera im Spiel ist – da entsteht etwas, das für immer da sein wird. Es ist ziemlich komisch, wenn man bei einem Live-Auftritt gefilmt wird – es ist sehr nervenaufreibend. Wir haben es zum ersten Mal gemacht. Du denkst auf einmal viel mehr über alles nach: Die einzelnen Songs, das Publikum, die Kamerapositionierung. Du musst auch viel besser singen, als du es normalerweise tun würdest.

 

Seid ihr zufrieden mit dem Endergebnis?

Ace: Ja, sehr. Der Film ist auch sehr cool geworden – wir haben nur 2 Wochen im Vorfeld angefangen dafür zu proben, das war absichtlich, damit es nicht zu poliert wirkt und authentisch rüber kommt. Es war nicht perfekt, aber das muss es eben nicht sein, es muss stimmig und emotional sein.

Skunk Anansie Live in London

Skin, woher nimmst du die Energie bei Konzerten so aufzudrehen?

Skin: Ach, Ecstasy hilft, gute Drogen sind immer gut (lacht). Im Ernst, ich denke, dass man Energie einfach hat, oder nicht. Wir machen aggressive Live-Musik – da entwickelt sich dann eine Kraft, die dich antreibt. Wenn du so eine Art Musik machst und einfach still da stehst – das würde nicht passen.

 

Wie genau passt eure Musik eigentlich in die Neunzigerjahre? Ihr seid ja doch ziemlich speziell.

Skin: Wir wurden von allem beeinflusst: Rock, Indie, Grunge … die Ära war eine sehr magische – vor allem für Rockmusik. Wir haben so etwas bis heute nicht mehr erlebt. Es gibt noch immer so viele Fans der Bands von damals, mir kommt es so vor, als würden die Menschen die Ära wirklich vermissen. Das schwierigste in der Musikindustrie ist den Erfolg aufrecht zu erhalten. Es geht immer auf und ab. Es gibt keine Band auf der Welt, die es geschafft hat, an der exakt selben Position zu bleiben …

Ace: Es ist eigentlich wie jedes Business. Man kann selten etwas auf dem gleichen Level erhalten. Das Schöne an Musik ist, dass wenn du das Richtige tust, hören dir Menschen zu und finden es fantastisch. Hier musst du ansetzen und alle immer zufrieden stellen – einfach immer wieder mit neuer Musik, Ideen, Bühnenshows etc. kommen. Man muss wirklich gut performen – man muss wirklich hart arbeiten, um oben zu bleiben.

Skin: Es ist keine Industrie für zartbesaitete Menschen. Es ist harte Arbeit, aber wenn es dir Spaß macht, dann ist die Arbeit nicht mehr so hart. Deine Arbeit ist wahrscheinlich auch sehr anstrengend, aber ich gehe davon aus, dass du sie gerne machst, und deshalb ist die Anstrengung nicht so schlimm (lacht).

 

Habt ihr eigentlich eine Vorstellung, wie euer Leben aussehen soll, wenn ihr in „Pension“ seid?

Ace: Ich bin eigentlich schon dort gewesen. Ich habe viel gemalt und war total besessen von Kunst. Es hat sich bei mir alles darum gedreht, auf die Kunstuniversität zu gehen, und Maler zu werden. Seit ich ein kleines Kind bin, wollte ich Maler werden … und dann habe ich die Musik entdeckt. Das wurde dann immer realistischer … dann habe ich die Malkunst hinten angestellt. Aber im Alter, da würde ich auf jeden Fall wieder anfangen zu malen.

Skin: Ich wäre wahrscheinlich Fotojournalistin oder Filmemacherin – ich reise gerne herum und würde gerne die Geschichten von anderen Menschen dokumentieren und darüber berichten. Eigentlich habe ich ja eine Ausbildung zur Designerin – Möbeldesign und Innenausstattung. Aber eigentlich wollte ich immer nur schreiben …

An Acoustic Skunk Anansie – Live In London ist bei Edel Records erschienen.

Tickets bei oeticket.com

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!