Marin Alsop wird neue Chefdirigentin des Radio-Symphonieorchesters Wien

Ab 2019 steht die US-amerikanische Orchesterleiterin am Chefpult der ORF-Symphoniker. Alsop ist die erste Frau an der Spitze eines Wiener Orchesters. 

© Grant Leighton

Nach der Oper Graz steht mit Marin Alsop ab September 2019 – zeitgleich zum 50-Jahres-Jubiläum des Wiener Orchesters –  auch beim Radio-Symphonieorchester Wien erstmals eine Frau am Chefdirigentinnen-Pult. Die derzeitige Leiterin des Baltimore Symphony Orchesters folgt damit auf Cornelius Meister, der ab Sommer 2018 neuer Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart wird.

Die 61-Jährige wurde von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz auf Vorschlag von Radiodirektorin Monika Eigensperger sowie Orchesterintendant Christoph Becher zur neuen Chefdirigentin bestellt. Der Vertrag ist erstmals auf drei Jahre befristet und sieht neben Konzerten und Opernproduktionen ebenso Tourneen, Rundfunk-, CD- als auch DVD-Aufnahmen vor.

Marin Alsop mit dem RSO Wien, April 2014 (© Joanna Piestrzynska)

Wrabetz begründet das Ziel der Personalentscheidung mit der Stärkung der internationalen Reputation des Radio-Symphonieorchesters Wien. „Das ORF-Radio-Symphonieorchester Wien hat unter Cornelius Meister seine hervorragende Qualität weiterentwickelt und seine nationale und internationale Reputation ausgebaut. Für unser Orchester haben wir daher gezielt nach einer Dirigenten-Persönlichkeit mit internationalem Renommee und großer Erfahrung gesucht.“

Die erste Zusammenarbeit zwischen Marin Alsop und dem Radio-Symphonieorchester Wien fand 2014 bei einem Konzert mit Werken von Leonard Bernstein und Gustav Mahler statt. Seit diesem Erstkontakt stimmt die Chemie, wie Alsop bekräftigt: „Mit diesem Orchester verbindet mich einiges: Sie teilen meine Begeisterung für eine ständige Erweiterung des Repertoires und für den Kontakt mit neuen Publikumsschichten. Es hat mich sehr berührt, dass es die Musikerinnen und Musiker selbst waren, die den Anstoß gaben, mit mir in Kontakt zu treten. Ich freue mich riesig darauf, mit ihnen gemeinsam Musik zu machen.“

Die „Erste“

Leonard Bernstein „war mein Held, seit ich zehn Jahre alt war. Weil ich ihn dirigieren gesehen habe, wollte ich selbst Dirigentin werden“, erklärt die in New York Geborene ihre Berufswahl gegenüber der Presse. Alsops Karriere als Dirigentin startete in den 1980er Jahren. Seit 2007/08 – und noch bis 2021 – steht sie als erste Frau in Baltimore einem großen US-Orchester vor, leitete 2013 als erste Frau die Londoner Last Night of the Proms und hat noch bis 2019 die Leitung des São Paolo Symphony Orchesters über.

Die Dirigentin führte darüber hinaus Spitzeninstitutionen wie das Concertgebouw-Orchester, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks wie auch die Münchner Philharmoniker. Als Gastdirigentin stand sie unter anderem mit den New York Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchester oder etwa dem Los Angeles Philharmoniker Orchester auf der Konzertbühne.

Marin Alsop ist vor alledem als ausgewiesene Expertin für zeitgenössisches Musikschaffen bekannt, wie Christoph Becher betont: „Mir hat vor allem gefallen, wie ausführlich und leidenschaftlich wir beide uns über die Musik der Gegenwart ausgetauscht haben und welche große Bedeutung für sie Konzerte für Kinder und Jugendliche haben.“

Quellen: Kurier, Der Standard, orf.at, Kleine Zeitung, Die Presse

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