Erwin Schrott – Zukunftspläne

Anlässlich seiner neuen CD arias traf TICKET den Bass-Bariton Erwin Schrott zum Interview – und erfuhr dabei auch einiges über seine neuen Projekte im kommenden Jahr.

TICKET: Auf deiner neuen CD finden sich sehr bekannte Arien aber auch eher unbekannte. Wie hast du diese ausgewählt?

Erwin Schrott: Einerseits sind es eingängige Melodien welche die Leute sofort erkennen aber andererseits denke ich, dass es als Künstler auch eine Aufgabe ist, etwas Anderes und Neues vorzustellen wie z.B. die zwei Zarzuelas. Die meisten Arien habe ich bereits auf der Bühne gesungen, einige werde ich in naher Zukunft singen. Alle sind Stücke, die mir sehr am Herzen liegen, wie z.B. Tre sbirri, una carozza… (Te Deum) aus Tosca. Das ist eines der Stücke von denen man als Bass-Bariton träumt wenn man zu singen anfängt. Ich bin sehr froh, dass ich damit gewartet habe bis ich jetzt beinahe 40 bin; denn ich habe festgestellt, dass meine Stimme und ich selber dafür nun bereit sind und ich es auch auf der Bühne singen kann.

TICKET: Es gibt also Pläne für Tosca?

Erwin: Ich habe sehr viel vor im nächsten Jahr: Attila in Berlin und eine neue Produktion von I vespri siciliani mit Antonio Pappano als Dirigent am Royal Opera House Covent Garden. Also genügend zu tun und mir geht es auch sehr stark um Qualität denn um Quantität.

TICKET: Gibt es Pläne für eine CD gemeinsam mit deiner Frau Anna Netrebko?

Erwin: Die Musiklabels und auch das Publikum hätten das sehr gerne aber ich denke darüber derzeit nicht wirklich nach. Es hat für uns keine Eile und vor allem gibt es gar nicht genügend Repertoire das wir gemeinsam singen könnten.

TICKET: Hast du einen Sänger als Idol?

Erwin: Ich habe viele Sänger die ich bewundere – nicht nur aus der Oper. Es gibt so viele gute Sänger von denen ich lernen kann. Wenn ich mich festlegen müsste würde ich Cesare Siepi nennen. Er ist einer der Sänger wo ich sage, so sollte ich singen. Aber ich würde ihn nie imitieren weil das ist das Schlechteste, das man tun kann. Das sollte man niemals tun! Nicht einmal wenn das Vorbild perfekt ist weil dann verliert man seine eigene Identität. Ich höre so viel Musik, nicht nur von SängerInnen sondern auch Instrumentalisten, welche mir sehr viel Inspiration geben.

TICKET: Hast du das ORF Radio-Symphonieorchester Wien ausgesucht?

Erwin: Ja, es gab einige Optionen aber da ich die CD in Wien aufgenommen habe, habe ich mich dafür entschieden. Auch wollte ich mit dem Staatsopernchor auf Grund seiner Stimmen zusammen arbeiten denn es ist sehr schwierig etwas mit mehr Power zu finden.

Interview: Paul M. Delavos
 

arias ist bei Sony Classical erschienen

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