Fab Four Forever

Vor 45 Jahren haben sich die Beatles aufgelöst – der Mythos der legendären Pilzköpfe lebt aber bis heute weiter. !ticket hat sich mit zwei Zeitzeugen aus der McCartney-Ära unterhalten.

 

Im März 1965 beherbergte Obertauern für gut zwei Wochen die Beatles und eine Filmcrew: Gedreht wurden die Skifahr-Szenen für den Film „Help!“ und es fand das erste und einzige Beatles-Konzert in Österreich statt. Nun, ein halbes Jahrhundert später, kommt mit „The Magical History Tour – Die Beatles Show der McCartney Group“ ein Multimediaerlebnis nach Obertauern, aber auch nach Wien und Ternitz. Mit dabei sind auch Ruth McCartney, Pauls Stiefschwester, und ihre Mutter Angie.

 

Warum haben die Beatles heute noch einen so großen Einfluss?

Ruth McCartney: Ich denke, dass Mitte der 70er-Jahre Amerika etwas Neues, sozusagen frische Luft, brauchte. 1963 wurde John F. Kennedy ermordet, die Kämpfe der Bürgerrechtsbewegung gegen die Rassentrennung befanden sich auf dem Höhepunkt, und so war der Sonnenschein, den die Musik der Beatles brachte, gerade recht. Heute erinnert uns ihre Musik an die gute alte Zeit, vermittelt Nostalgie und Unschuld: vier junge Männer, die Spaß haben und Liebe in die Welt bringen.

Angie McCartney: Ein anderer Aspekt ist, dass die vier aus der Arbeiterklasse in Liverpool, das damals ziemlich heruntergekommen war, stammten. Das gab vielen jungen Leuten den Optimismus, dass es jeder schaffen kann. Und ihr Sinn für Humor war sehr wichtig. Auch als sie schon große Stars waren, haben sie selbst sich nie ganz ernst genommen. Sie haben immer untereinander Witze gemacht und jeden zum Lachen gebracht; Humor ist in unserem Leben auch wichtig!

 

Magical Mystery Tour, The Good Life Tour at Encanterra Country CWas erwartet die Leute, welche zur „Beatles Show der McCartney Group“ kommen?

Ruth: Das ist schwer zu beschreiben. Es ist definitiv kein Musical. Es ist wie eine Talkshow von Harald Schmidt, wo die Beatles als musikalischer Gast auftreten und Familienmitglieder als Talkshow-Gäste – diese Atmosphäre hat die Show. Es gibt vier Musiksets, die den vier Hauptperioden der Beatles gewidmet sind, eine Multimediashow mit teilweise bisher unveröffentlichten Filmen sowie Fotos, und es gibt die Teile, wo Angie und ich Geheimnisse und Geschichten aus der Zeit erzählen, die bis jetzt nicht erzählt wurden; auch die kleinen Geschichten, die hinter Songs stehen und so manche lustigen Anekdoten.

 

Denkt ihr, dass die sozialen Medien für Musiker hilfreich sind?

Ruth: Absolut. Damals, als John Lennon noch Gast bei uns am Wochenende war, sagte er oft, wie toll es wäre, wenn er direkten Kontakt zu den Fans haben könnte. Wenn er fragen könnte, welche Songs ihnen gefallen oder was in ihrem Leben passiert – wenn er also direkt kommunizieren könnte. Heute haben junge Musiker und Bands genau diese Möglichkeit.

 

Was ist euer Lieblingssong der Beatles?

Ruth: Meiner ist „In My Life“. Er erinnert mich an Liverpool, eine großartige Stadt: tolles Essen, großartige Musik, Pubs, Galerien.

Angie: Bei mir ist es „Blackbird“, denn Paul hat diesen Song für meine Mutter geschrieben. Als sie einmal krank war und er bei uns war, setzte er sich auf ihr Bett und fragt sie, wie es ihr geht und wie sie schläft. Sie meinte, sie schläft nicht so schlecht, und wenn sie nicht schlafen kann, dann hört sie der Amsel im Garten beim Singen zu. Paul hat dann den Gesang der Amsel aufgenommen und für den Song verwendet.

 

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