FAMP mit „Piece Of Your Heart“

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Passend zum Valentinstag präsentieren wir euch heute mit „Piece Of Your Heart“ das letzte Video aus der „Tide-Trilogie von FAMP.

FampSeptember 2017. Nur knapp ein Jahr nach ihrem furiosen Zweitlingswerk „Exist“, begibt sich der Wiener Indiepop-Vierer FAMP mit „Tide“ auf eine zerbrechliche Suche. Sie scheinen dabei sich selbst gefunden zu haben. Fragt man Sänger und Gitarrist Philipp Krikava, wie es kommt, dass die Band nach nur einem aufregenden Jahr seit Veröffentlichung des letzten Albums, euphorischen Tourneen durch Österreich, Frankreich und Deutschland, nach mehreren gedrehten Videos, höchst positiven Kritiken von Medienseite und einem Fernsehauftritt bei „Circus Halligalli“, schon wieder den kreativen Antrieb gefunden hat, neue Songs zu schreiben und direkt zu veröffentlichen, antwortet er ehrlich:

Als „Exist“ gerade erschien, gab es große private Umwälzungen, über die ich sofort begonnen habe, Songs zu schreiben. Dabei war mir erstmal nur wichtig, dass alles straight aus mir heraus in den Texten und der Musik landet, ohne Hintergedanken, ob wir es irgendwie veröffentlichen.

Diese Wahrhaftigkeit gepaart mit überbordendem Antrieb, dass Musik selbst in den fragwürdigsten Momenten die einzige Wahl darstellt, transportieren Krikava, Florian Prem (Bass, Synth, Backing Vocals), Martin Schneider (Gitarre) und Andreas Steiner (Drums) in der Song-Trilogie auf „Tide“ und auf jeder ihrer elektrisierenden Live-Shows. Seit 11 Jahren vollziehen sie jeden Abend einen Seelen-Striptease vor Publikum: mal das intime Lippen-Bekenntnis, mal die großen Gefühle im Energie-Ausbruch, der jeden Zuhörer im Raum mitreißt.

Letzteres lassen die Mittzwanziger auf ihrem neuesten Streich „Tide“ aber erstmals weg. Vielmehr finden sie auf den drei Songs „Heart In A Hurry“, „Running Over Water“ und „Piece Of Your Heart“ eine neue Zerbrechlichkeit, die tiefer geht, als der FAMP-Kosmos es bisher zugelassen hat. „It’s always been scary, the moment of truth“ wird die EP eröffnet und unterstreicht den Tonus von „Tide“: FAMP brauchen keine Effekthascherei, nehmen das Tempo raus, verdünnen ihre Trademark-Stadion-Chöre und waren nie so nahe an den guten Coldplay bis zu „X&Y“, ganz ohne Farbbeutel, Avicii und Produktionsballast. Das Wichtigste aber: Sie waren nie so nahe an sich selbst. Die Vier drosseln die Energie ihrer Vorgänger-Platten, geben sich introvertierter und ja, geläutert, aber nie belanglos. Hier will jemand über etwas hinwegkommen, eine verlorene Liebe und die Irrungen und Wirrungen, die es alltäglich zu überwinden gilt. Hier erwach(s)en Krikavas Texte, die mit weit mehr als nur „Herzschmerz“ umschrieben werden müssen, zu einem Seelenspiegel, bei dem der Zuhörer an seine dunkelsten Tage erinnert wird. Tage, an denen traurige Musik besonders glücklich macht.
Gerade „Running Over Water“ drängt vom ersten Moment an dahin, wo ein guter Song sich eben einnistet: Ins Herz. Flirrende Gitarren, ein hymnischer Refrain und die stilvolle Produktion von Johannes Herbst, der auch schon die Elektro-Popper von Hunger auf die internationale Bühne hievte, ummanteln die Aufbruchsstimmung, die in diesem Song auftaucht. Ein Song, den nicht nur die Radiostationen von Wien bis Washington mit offenen Armen empfangen dürften, sondern der auch ganz bewusst offen hält, wohin FAMP sich in Zukunft orientieren.
„’Tide’ist für uns wichtig, um den Weg für ein nächstes Album frei zu machen, Ballast abzuwerfen und den Weg in neue Richtungen zu ebnen“, resümiert Drummer Andi Steiner. Eine Zäsur zur richtigen Zeit, die beweist, dass FAMP nicht in einem Soundbild steckengeblieben sind, sondern künstlerisch weitergehen. So weit, dass sie sich mit „Tide“ sicherlich eine Zuhörerschaft erschließen, weil sie sich während ihrer Suche gefunden haben. Wie sagte einst ein großer Denker: „Wer von allen gehört werden will, muss leise sprechen.“

FAMP spielen im Vorprogramm von Farewell Dear Ghost am 17. Februar in Röda, sowie als Headliner u.a. am 1. März im Salzburger Rockhouse und am 16. März im Bergwerk in Neusiedl. Tickets gibt es bei oeticket.com.

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