FM4 Geburtstagsfest – ein Rückblick

FM4, der einzige Radiosender hierzulande, der für populäre Musik aber dennoch fernab von Kommerz steht, feierte am 25. Jänner 2014 seinen bereits 19. Geburtstag! Diesmal wurde die Location geändert, vom Schlachtigen der Arena Wien, warf man sich ins Brauige zu Ottakringer. Ein Eindruck …

Die Ottakringer Brauerei als Location zu wählen, war im Prinzip ein kluger Schachzug (zu den Startschwierigkeiten weiter unten im Text). Dem Einholen einer ordentlichen Verkühlung oder gar einer ausgewaschenen Lungenentzündung, konnte so Einhalt geboten werden. Auch die optische Umgestaltung war ein echter Hingucker! So wurden die verschiedensten Bierböden einfach in FM4-Zimmer umbenannt. Neben Bade-, Spiel- und Wohnzimmer wurde auch noch der Keller gerockt! Die Auswahl der Bands war, wie man es von FM4 gewohnt ist, hochkarätig! Kleine Startschwierigkeiten ob des Locationwechsels hat es dennoch gegeben.

Ja, Panik (c) Franz Reiterer

Ja, Panik
(c) Franz Reiterer

Dass bei Ja, Panik Nomen est Omen verbreitet wurde, lag nicht an der Band selbst, sondern eher an den Sperren, die so Manchen den Zutritt zur Performance der Band verweigerten. Dass aus sicherheitstechnischen Gründen, nicht alle Besucher des Festes in einen Raum gepfercht werden dürfen, ist klar. Dass hier aber im Laufe des Abends anscheinend ein Kommunikationsproblem des absperrenden Personals stattfand, ist eine andere Geschichte. Stand man auf der Gallerie zwischen Keller und Wohnzimmer, konnte man ebendiese nicht nach unten hin verlassen, weil der Weg durch Absperrungen nicht mehr zurück ging. Das konnte man einen ganzen Abend ganz gut hinnehmen, war ja so, dass man sowohl vom musikalischen Keller etwas mitbekam, als auch das Wohnzimmer einen Stock höher besuchen konnte, um sich dort an neuen Getränken, neuen musikalischem Genuss oder dem “stillen” Örtchen zu erfreuen.

Caged Animals (c) FM4

Caged Animals
(c) FM4

Besonders begeistert haben auf jeden Fall zu ziemlich früher Stunde Caged Animals. Die New Yorker rockten den Keller und ließen fast vergessen, dass die ebenfalls spitzenmäßigen Hidden Cameras soeben das Wohnzimmer besuchten, das aber ohnehin nicht allen zugänglich war.

Außerdem zeitgleich spielten gegen Mitternacht Koenigleopold und Sohn. Wer so wie die Redakteurin in der Kellergallerie festsaß, kam leider nicht mehr zu Sohn durch, aber auch die steirischen Könige hatten es in sich! Experimentell, geradezu aktionistisch, performten sie auf der Kellerbühne. Etwas Neues, aber man hat dann doch sehr starke Nerven und Ohren gebraucht!

Koenigleopold (c) Franz Reiterer

Koenigleopold
(c) Franz Reiterer

Dass man dann zu späterer Stunde, soeben als man von Koenigleopolds visueller Darbietung einer Frau, die in eine Louis Vuitton-Tasche schiss (und das kann leider auch sprachlich nicht beschönigt werden) flüchten wollte, vom Wohnzimmer-Klo nicht mehr Richtung Gallerie über dem Keller durfte, war dann eine verzwackte Situation, denn wie sollte man denn jetzt noch zu seinem Handtascherl kommen, das bei den gemeinsamen Freunden auf eben dieser Gallerie wartete? Irgendwann wurde dann aber auch dieses Problem gelöst und Auf- und Abgänge waren wieder frei. Es hieß einfach Abwarten und Teetrinken und Geduld ist ja eine Tugend!

Fettes Brot DJ-Set (c) FM4

Fettes Brot DJ-Set
(c) FM4

Das Abwarten hat sich auf jeden Fall gelohnt. So konnte man die ziemlich lässige Retro-Auflegerei von Fettes Brot miterleben. Obwohl sich viele sicherlich eine kurze Wiederholung des Wahnsinnskonzerts am Vortag im Wiener Gasometer gewünscht hätten, war der Überraschungsauftritt der drei auf jeden Fall ein Hingucker und -hörer wert!

In den frühen Morgenstunden stachen vor allem The Notwist heraus! Dass die Gründungsmitglieder und Brüder Markus und Micha Acher schon alte Hasen sind (besteht die Band immerhin seit 1989), spürte man vom Haaransatz bis in die kleine Zehe, was sich in ganzkörperlicher Verbreitung von Gänsehaut niederschlug. Von dieser Band und ihrem neuen Album, wird auch ebenda in nächster Zeit noch einiges zu lesen sein!

The Notwist (c) Franz Reiterer

The Notwist
(c) Franz Reiterer

Nicht weniger professionell eroberten gegen drei Uhr früh die britischen Power-Popper rund um Laura-Mary Carter und Steven Ansell die Herzen der noch immer tanzwütigen Party-Gesellschaft im Keller. Blood Red Shoes heizten ein und rissen die Massen noch einmal so richtig mit, bevor es für die einen in die Heia und für andere zum weiteren Abtanzen zu Klängen von DJ Manshee ging.

Es war dann doch so, dass man sich am liebsten aufteilen wollte, an diesem Partyabend. Acts und DJ-Sets des Badezimmers und der Küche, wurden leider verpasst! Gab man seinen Platz zwischen Keller und Wohnzimmer ja nur ungern auf, da die Bespaßung ebendort einfach zu hochkarätig war.

Fazit: DJ-Set und Bands bekommen ein riesen Plus! Schön, dass man als Radiosender noch weiß, was Musik bedeutet und diese auch für einen geringen Eintrittspreis der breiten Masse zugänglich macht. Organisatorische Startschwierigkeiten waren zu beobachten, aber mit großer Freude blicken wir auf den Jubiläumsgeburtstag im nächsten Jahr und gehen davon aus, dass diese bis dahin behoben werden!

Wer das FM4-Geburtstagsfest inklusive Bands verpasst hat, muss nicht traurig sein! Viele der Acts kommen heuer noch nach Österreich:

Ja, Panik – 21.4.14, Alter Schlachthof, Wels; 22.4.14, The Bang Bang Club, Graz; 23.4.14, ARGEkultur, Salzburg; 24.4.14, Weekender Club, Innsbruck

Caged Animals – 27.1.14, ppc, Graz und 31.1.14 Spielboden, Dornbirn

Fettes Brot – Juni 2014 am Nova Rock

The Notwist – 12.4.14, Posthof, Linz

Blood Red Shoes – 4.4.14, Flex, Wien

Tickets bei oeticket.com

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