Folkshilfe mit „F“ – eh klar!

Spätestens seit der Vorrunde zum Songcontest kennt sie das ganze Land. Mathias, Gabriel und Florian konzertieren auf den ganz großen Bühnen, mal – einfach so – auf der Straße. Und sogar im Hotelzimmer wird gejammt. Nun legt das Trio das Debütalbum „mit F“ vor und ist beim gleichen Erfolgsmanagement gelandet wie „Super-Folker“ Hubert von Goisern. !ticket traf das sympathische Trio zum Plausch, bevor es ab Oktober auf große „mit F“-Release-Tour durch Österreich geht.

 

Es müsste sich schon herumgesprochen haben, dass man euch „mit F“ schreibt. Weshalb dann der Album-Titel?

Mathias: Tatsächlich? Wissen des scho‘ vü? Wir haben uns gedacht, jetzt ist ein Prozess zu Ende, der der letzten zwei Jahr‘. Es sind viele Songs drauf, die wir eigentlich schon länger nimmer live g’spielt haben und die schon länger im Kasten waren. Jetzt haben wir sie endlich g’scheit ausproduziert und auf Platte gepresst. Die beschreiben die letzten zwei Jahre, und da war die Verwechslungsgefahr schon sehr groß. Somit nennen wir das Album „mit F“.

 

War es besser für euch, die Vorentscheidung des Songcontests nicht zu gewinnen?

Mathias: Ich vergleiche das mit einem „Mensch ärgere dich nicht“-Spiel. In dem Moment, in dem du erfährst, dass du g’schmissn wirst, denkst dir: Aaaaaaa! Das Gute war, dass wir dadurch die Zeit hatten, das Album g’scheit zu finalisieren, und uns die richtigen Partner zu suchen. Mit Blanko Music (auch Hubert von Goiserns Label und Management, Anm.) ist das der bestmögliche Weg. Vielleicht hätten wir beim Songcontest sogar Minuspunkte gekriegt und sehr viel Zeit für den ORF an Promotion leisten müssen. Das wär‘ stressig gewesen. Es ist gut, dass wir nicht dort waren, und es ist schade, dass die Makemakes nicht mehr Punkte bekommen haben.

 

„mit F“ passt sehr gut im Sound zu von Goisern. Kam da viel Einfluss vom Management?

Mathias: Du bist der erste, der das so daneben stellt. Als wir uns für das Management entschieden haben, war das Album schon fertig, also konnten die nicht mehr mitreden. Es ist schwierig, ob Einflüsse von Goisern dabei sind. Wir sind alle drei Musiker, haben das studiert und einen unterschiedlichen Background.

Florian: Als wir unseren Manager zum ersten Mal trafen meinte er, es ist nicht so cool, wenn eine Band jetzt den Hubert nachmacht. Aber außer, dass wir auch eine Quetschn verwenden und im Dialekt singen, haben wir mit ihm nichts gemeinsam. Heute sieht er das auch so. Mit dem Hubert von Goisern verglichen zu werden, ist schon eine Ehre. Wir haben ja keine Szenezugehörigkeit, wir sind nicht ganz Ö3, wir sind nicht ganz Regionalradio. Wir spielen bei Alternative-Festivals, dann wieder auf einem Stadtfest oder auf der Straße. Es ist schön, wenn man als Band diesen Weg geht und keine Szenezugehörigkeit mehr braucht. Folkshilfe ist Folkshilfe und in verschiedenen Welten daheim. Das hat auch der Hubert geschafft, der wird auch in keine Szene mehr gesteckt.

 

Jetzt gibt es eben zwei Künstler in dieser Art …

Florian: Es ist eigentlich ein Wahnsinn, mit ihm verglichen zu werden. Wir haben aber die meiste Kritik aus der Indie-Szene bekommen. Die können nicht damit leben, dass wir lustig sind, aber trotzdem einen ernsten Hintergrund haben. Also Texte, die sozialkritisch sind, aber nicht direkt mit dem Finger hinzeigen. Das machen wir subtiler.

 

Woher kommen Texte wie „Karl und Resi“? Inspiration durch das Landleben?

Mathias: Ja, durchaus. Das ist ein Liebessong. Wenn man sich englische Lieder anschaut, heißt es eben „Dorothy and Timothy” und „I’m in Looooove” und dann spielen’s das auf Ö3 und alle sind happy. Bei uns sind des eben der Karl und die Resi. Es ist doch egal, ob Karl mit Karl, Karl mit Resi oder Resi mit Resi. Es geht um die Liebe.

 

Und „Wir woan des net”?

Mathias: Das sieht man gerade jetzt in der Tagespolitik. Wir woan des net, wir müssen nix verantworten.

Florian: Zumindest bis 11. Oktober (Tag der Wien-Wahl, Anm.) nimmt einmal keiner einen Bezug auf ganz wichtige Themen. Es ist immer ein lachendes und ein weinendes Auge. Auch, wenn man jetzt die Zeitung aufschlägt, muss man über einiges lachen. Und in dem Moment wo mach lachen will, muss man eigentlich weinen. Wir wollen weder parteipolitisch etwas sagen, noch eine politische Aussage treffen, sondern Haltung bewahren.

 

Dann gibt’s „Who You Are“, das einzige Lied mit englischem Text. Ist das ein Fingerzeig auf mögliche, zukünftige Songs?

Florian: Das Album ist der Jetzt-Zustand. Wir haben für den Songcontest zwei Songs geschrieben. Der eine ist „Ned Au“ und die zweite „Who You Are“. Keiner konnte mit uns etwas anfangen oder uns coachen, also haben wir die Songs selbst geschrieben. Was macht die Folkshilfe, wenn ihr zum ESC gehen wollt? Das ist eine Mischung, der Refrain ist Indie-Pop, wir haben einen Dialekttext und wir haben auch Wörter gesucht, die ein Amerikaner verstehen kann. Ob das etwas für die Zukunft heißt? Wir haben keinen Grundsatz …

Mathias: Das ist, was Folkshilfe mit dem ESC macht. Eine Nummer für den Songcontest.

11782328_994375870602299_5488507754435005012_oTickets gibt es auf oeticket.com oder unter 01 / 96 0 96.

 

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