Fotoreport: Lenny Kravitz

Lenny Kravitz

Noch vor dem Erscheinen seines neuen Albums präsentierte Lenny Kravitz am 9. Juni neue Songs in der Wiener Stadthalle. Mit im Gepäck waren aber natürlich auch die memorablen Klassiker – und unser Fotograf Stefan Kuback.

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Curtis Harding

Mit dem neuen Album hat es vor der Tour noch nicht ganz geklappt, denn das erscheint erst im September. Mit „It’s Enough“ und „Low“ (samt Michael-Jackson-Vocals) lieferte Lenny Kravitz in Wien aber schon erste Kostproben des kommenden Werkes. Im Gegensatz zu seiner letzten Visite vor etwa dreieinhalb Jahren hat Kravitz an diesem Abend noch nicht einmal eine Videowall zur Verstärkung seiner Präsenz installiert. Neben grellen Lichteffekten reicht ihm dieses Mal ein Teufelshorn hinten in der Bühnenmitte, vor dem er mit „Fly Away“ tatkräftig und klangvoll in den Abend führt. Die Hitdichte ist nach knapp 30 Karrierejahren natürlich groß und im Laufe des schwungvollen Stelldicheins wird dem Gelegenheitshörer erst wieder gewahr, welch Menge an memorablen Rocksongs Kravitz schon geschrieben hat.

Da kann es sich der Zampano auch locker leisten, die quantitativ eher magere Setlist (nur 17 Songs) durch Jameinlagen, Instrumental-Stakkatos und Publikumsinteraktion auf mehr als zwei Stünden zu ziehen. Das hat vor allem am Ende durchaus seine Längen, aber Kravitz und seiner formidablen vierköpfigen Band gelingt es die meiste Zeit geschickt, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und die Fans für sich einzunehmen. Etwa als er den legendären Guess-Who-Hit „American Woman“ in der Mitte plötzlich zum Bob-Marley-Reggaeklassiker „Get Up Stand Up“ verwandelt und dazu einen Trompeter und zwei Saxofonisten auf die Bühne bittet. Die nehmen auch fortwährend eine wichtige Rolle des Sets ein – vor allem beim zuvor angesprochenen „It’s Enough“ trompetet der Kanye-West-Verschnitt, als ob es kein Morgen gäbe.

Allgemein überlässt er seinen Instrumentalisten oft das musikalische Rampenlicht, um sich immer wieder in Posen zu werfen, oder seine berüchtigten Hüftschwünge in der engen schwarzen Lederhose zu zelebrieren. Den gerade 18 Jahre alt gewordenen Chris beschenkt er auf der Bühne mit einem Selfie, während er die rund 6.600 Fans in der Stadthalle ein Ständchen singen lässt. „Bitte die Wiener Version und nicht auf Englisch“. Dass durch all diese Einlagen und Unterbrechungen manchmal der Vibe des Konzerts verloren geht, ist ärgerlich, doch immer wenn man sich darüber mokieren möchte, knallt uns der Entertainer einen Megahit wie „Always On The Run“ oder „Where Are We Runnin‘?“ vor die Füße, um sofort jegliche Zweifel ad absurdum zu führen.

Qualitätsbollwerk

Am Ende läuft er auch noch für Selfies und Autogramme durchs Publikum und lässt mit einer Extended-Version von „Are You Gonna Go My Way“ Ekstase aufkommen. Nur das Publikumsinteresse ließ zu wünschen übrig. War das gar schon ein dunkler Vorbote für magere Jahre? Zu wünschen wäre es Lenny nicht, denn in seiner Funktion als Musiker, Sänger und Entertainer ist er bei der richtigen Songauswahl noch immer ein Qualitätsbollwerk, das zusätzlich einen Überhang an Charme und Charisma besitzt. Wie nur wenig andere schafft er es, mit seiner bloßen Anwesenheit, abseits von massiven Bühnenproduktionen und Effekthaschereien, für Stimmung zu sorgen. Und diese Magie ist zunehmend vom Aussterben bedroht.

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