Fresh New Rock

Englischer Rock mit Indie – Note. So lässt sich der Sound der fünf Jungs von Coasts beschreiben. Jetzt veröffentlichen sie ihr erstes Album.

Fünf Jungs, allesamt schwarz gekleidet, schlendern über den Karlsplatz in Wien, klopfen sich auf die Schulter und man merkt sofort, dass die Chemie zwischen ihnen passt. Chris, Liam, James, David und Ben von Coasts sind für ihren Promotag in Wien. Sie lernten sich auf der Uni in Bath kennen und gründeten 2011 schließlich ihre Band. Mit ihren Singles 2014 „A Rush Of Blood“ und „Oceans“ ersangen sich die Briten eine Fanbase bis zum Reeperbahnfestival letztes Jahr in Hamburg. Am 22. Jänner veröffentlichen Coasts ihr erstes Album. !ticket traf die Band in Wien zum Plausch. Eines hat Coasts dabei bewießen: Ihr Humor ist unschlagbar.

Eure neue Single heißt „Modern Love“. Was ist moderne Liebe für euch?

Chris: Tinder! Ihr habt bestimmt auch Tinder hier, oder?

Ja, wir haben auch Tinder. Seid ihr auf Tinder?

Chris: James schon.

James: Nein bin ich nicht.

Gelächter

James: Ich bin der einzige Single in der Band.

Aber es gibt auch Menschen, die nicht single sind und trotzdem tindern, einfach weil es Spaß macht…

Chris: Ich nenne jetzt keine Namen, aber ich kenne auch solche Menschen

Liam: Es ist ein toller Weg, um Menschen kennenzulernen.

Chris: Der Song handelt eigentlich davon, Menschen zu treffen. Das hat sich mit Social Media sehr verändert.

Liam: Es geht um Technologie, und wie jeder von uns Technologie verwendet und nicht mehr in Clubs geht um Menschen Face to Face zu begegnen. Das ist nämlich viel beängstigender. Es ist nicht besser oder schlechter, einfach anders.

Was war euer peinlichstes Date?

Ben: Ich und Dave gingen einmal getrennt auf ein Blind Date und haben uns letztendlich gegenseitig getroffen.

Gelächter

Dave: Wir hatten einen tollen Abend. Aber wir haben uns dann doch entschieden einfach Freunde zu bleiben.

Ihr sprecht darüber, dass sich die Zeiten verändert haben. Gibt es eine Zeit, in der ihr lieber gelebt hättet als heute?

Liam: 50er in Südamerika

Chris: 50er San Francisco

Was findet ihr so toll an den 50ern?

Chris: Ich mag das Song-Writing, es herrscht eine freie Bewegung.

Dave: Ich würde gerne im 19. Jahrhundert während der industriellen Revolution leben.

Liam: Die frühen 90er schlagen das für mich.

Spice Girls usw.?

Liam: nein, früher. Wie Scooter und Happy Hardcore.

Gelächter

Chris, du hast vor kurzen deinen Job gekündigt für die Musik. Was hast du gemacht?

Chris: Ich habe in einem Restaurant gearbeitet.

Liam: Dave war ein Friseur.

Dave: Und dann war ich Koch.

Ihr habt euch in Bath auf der Uni kennengelernt. Gibt es dort eine besonders kreative Szene?

Alle: Nein!

Liam: Es ist nicht sehr kreativ. Es gibt einen Musikkurs und da wird man gezwungen, Bands zu gründen. Wir haben diesen Kurs nicht besucht. Also haben wir eine Band außerhalb geformt. Wir waren die Außenseiter. Die anderen haben uns systematisch gemobbt. Nur eine Band der anderen Bands ist zusammengeblieben.

Ben: Der größte Unterschied war glaub ich, dass wir es gemacht haben, weil wir es wollten. Die anderen mussten es machen, weil das Teil ihres Kurses war.

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Wenn ihr euren Album eine Note geben müsstet, welche wäre das?

Liam: Ich glaube nicht an konventionelle Notengebung.

Chris: Ich würde ihm eine Farbe geben. Das wäre aubergine. Oder orange.

Dave: Ich würde ihm eine 2 – geben.

Ihr habt davor einige EPs gemacht, kommt jetzt am Album alles an Einflüssen zusammen?

Liam: Das Album ist sozusagen die Story über uns in unserer Band in den letzten 4 Jahren und versucht die Höhen und Tiefen des Banddaseins zu beschreiben. Du hast großartige Höhen und großartige Tiefen. Vor allem, wenn alles sehr schwierig ist, du kein Geld hast.

Was war der tiefste Punkt in der Band?

Chris: Wir hatten einmal eine Motorpanne unseres Vans auf der Autobahn. Und wir hatten kein Geld, um das zu reparieren.

Ihr solltet einen Song darüber schreiben.

Liam: Den gibt es dann auf unserem dritten Album, „The Dark Album“.

Ich hätte bitte gerne eine Beteiligung an der Idee, wenn es dazu kommt. Ihr habt auch am Reeperbahn- Festival gespielt. Wie war das?

Chris: Es hat richtig Spaß gemacht. Vor 2 Jahren haben wir in einer ganz kleinen Location in Hamburg gespielt. Deshalb war es großartig wieder zurückzukommen und auf diesem großen Festival vor 2000 Menschen zu spielen.

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Wart ihr davor schon einmal auf der Reeperbahn?

Liam: Ja schon fünf Mal. Hamburg ist eine der meistbesuchten Städte. Wir waren noch nie irgendwo anders in Hamburg als auf der Reeperbahn

Was hält ihr vom Gerücht, dass Briten die heftigsten und unangenehmsten Trinker sind?

Liam: Briten oder Polen, glaube ich

Dave: Ich glaube Schotten. Das ist Teil der Kultur.

Gibt es etwas am Album, womit ihr nicht so glücklich seid?

Liam: Ein Song klingt ein bisschen zu sehr nach Karneval.

Chris: Ich bin sehr glücklich damit, ich kann’s gar nicht erwarten, bis es veröffentlicht wird.

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