Frontalangriff auf Ticketpreise

Das Regierungsvorhaben, die Umsatzsteuer für Konzertkarten von 10 auf 20 Prozent zu erhöhen, trifft nicht nur Veranstalter kulturbetriebswirtschaftlich in ihrem Kerngeschäft, sondern es wären viel mehr alle Österreicherinnen und Österreicher von der geplanten Erhöhung der Umsatzsteuer auf Eintrittskarten betroffen. Konzertkarten, Theaterkarten, Eintritte in Ausstellungen, Museen und Tiergärten würden nach den Vorstellungen der Regierung um ca. 10% teurer werden!

 

KR Andreas Egger, CEO oeticket.com – Ticket Express Ges.m.b.H., trifft zu diesem Thema eine fundierte und ungeschönte Einschätzung:

Viel haben wir in den letzten Tagen und Wochen über Ideen zur Gegenfinanzierung der notwendigen und lang erwarteten Entlastung von Arbeitseinkommen gehört und gelesen. Unter anderem auch die mehrfach von sogenannten „Experten“ geäußerte Meinung, dass eine Verdoppelung der Mehrwertsteuer auf Eintrittskarten (von 10% auf 20%) ja wohl problemlos wäre. Eintrittskarten seien ja sowieso ein Luxusgut, das im Wesentlichen von gut verdienenden und vermögenden Menschen konsumiert werde.

Abgesehen davon, dass diese Aussage schlichtweg falsch ist, ist sie natürlich auch ein Schlag ins Gesicht aller kulturbegeisterten Menschen. Und ich würde gerne eine/n Experten/in jetzt aufstehen sehen, der/die offen sagt, dass Kultur und Bildung weniger wichtig sind als Lebensmittel, Transport oder Zeitungen (interessanterweise hat noch kein Politiker das Wort „Zeitung“ im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuererhöhung in den Mund genommen – woran das wohl liegen mag … ).

Neben der Missachtung der Kultur- und Bildungsinteressen gibt es aber noch andere gewichtige Argumente gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Eintrittskarten.
In Österreich werden jährlich etwa 50 Millionen Tickets verkauft. Diese Zahl inkludiert Ausstellungen, Konzerte, Theater, Museen, Tierparks, Sport und anderes. Der weitaus größte Teil dieser Tickets werden von oder in Institutionen verkauft, die direkt oder indirekt im Besitz von Bund, Ländern und Gemeinden sind. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, die sich nicht auf die Kunden durchschlagen soll, würde also unmittelbar die Budgets an anderer Stelle belasten und wäre daher sinnlos.

Wenn die höhere Steuer aber an die Kunden weitergegeben wird und sich dadurch die Preise um 10 Prozent verteuern, wird darunter logischerweise die Anzahl der Veranstaltungen und der Besuch leiden – was sich wiederum stark negativ auf die Einnahmen der veranstaltenden oder vermietenden Häuser auswirken würde. Alleine dieser Effekt wird je nach Fall 70 bis 110 Prozent der Mehrwertsteuererhöhung zunichtemachen.

Bedenken wir noch den Negativeffekt auf die Wertschöpfung bei Veranstaltungen (Dienstnehmer, Konsumation, Reise, Nächtigungen, Tourismus etc.), so führt eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Eintrittskarten zwangsweise zu einem negativen Gesamteffekt. Zur Überprüfung brauchen wir nur zu unserem ungarischen Nachbarn schauen: Über die letzten Jahre wurde dort die Mehrwertsteuer auf Tickets auf 27 Prozent angehoben – es finden dort jetzt nur noch ein Viertel so viele internationale Veranstaltungen statt wie vorher, die Negativspirale hat voll gewirkt, die Häuser stehen leer und Konzertbesuch ist zu einem echten Luxus geworden.

 

Wehren Sie sich daher jetzt unter ticketsteuer.at!

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