„Gefährlich gute Filme“ beim LET’S CEE 2018

Mit 162 Filmen und 50 Österreich-Premieren aus 25 CEE-Ländern zeichnet sich bei der sechsten Ausgabe des LET’S CEE ein Filmfestival der Rekorde ab.

Wir haben schon immer gefährlich gute Filme gezeigt, sprich solche, die als ganz klare Signale gegen Ignoranz, Diskriminierung und Vorurteile zu verstehen sind und die oft brennende gesellschaftspolitische Themen zum Inhalt haben. […] Gleichzeitig handelt es sich dabei praktisch ausnahmslos um Werke, die durch ihre künstlerische Qualität, ihre Originalität und ihre Kreativität beeindrucken. (Magdalena Żelasko, Gründerin und Festivaldirektorin von LET’S CEE)

In diesem Sinne werden bei der sechsten Ausgabe des LET’S CEE Film Festival ausgewählte Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus 25 mittel- und osteuropäischen Ländern unter dem Motto Gefährlich gute Filme gezeigt. Neben Josef Hader, Stefan Ruzowitzky und Ruth Beckermann hat ebenso die Grande Dame des ungarischen Kinos, Márta Mészáros, ihr Kommen zugesagt.

Prominente Gäste

Besondere Beachtung wird dieses Jahr dem Filmschaffen aus Polen, Ungarn und Slowenien zuteil. Die 86-jährige Grande Dame des ungarischen Kinos, Márta Mészáros, ist bei der sechsten Ausgabe zu Gast. Mészáros ist die erste Frau, die in Ungarn jemals einen Spielfilm inszenierte. Zudem gewann die ungarische Regie-Ikone 1975 den Goldenen Bären, 2007 erhielt sie die Berlinale Kamera für ihr Lebenswerk, zehn Jahre darauf den Konrad-Wolf-Preis ebenso fürs Lebenswerk und wurde in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) aufgenommen, die jährlich die Oscars vergibt.

Unter den weiteren prominenten Gästen befinden sich der erfolgreiche Produzent Yarif Lerner, zuletzt mit „The Hitman’s Bodyguard“ (u.a. mit Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson und Gary Oldman in den Hauptrollen) medial vertreten, Schauspiel-Größen wie der Tscheche Karel Roden (bekannt aus „Blade II“, „Die Bourne-Verschwörung“) und die vor alledem im arabischen Raum beachtete Saba Mubarak. Aus der Riege heimischer Filmschaffender sind beispielsweise Josef Hader, Stefan Ruzowitzky und Ruth Beckermann persönlich anwesend. Die im deutschen Feuilleton als der „klügste Pornostar der Welt“ bezeichnete Stoya (Jessica Stoyadinovich) und die zweifache Emmi-Gewinnerin Andi Gitow vertreten New York.

Statements und eine Anmeldung zum Marathon

Im Rahmen der vier Wettbewerbe, die mit zahlreich international ausgezeichneten Filmen stark besetzt sind, sind insgesamt 50 Österreich-Premieren zu sehen. Eröffnet wird das Festival mit der estnisch-polnisch-niederländischen Koproduktion November von Rainer Sarnet. Die bizarr anmutende Literaturverfilmung, die zwischen „Grimmschen Märchen, osteuropäischer Folklore und Fiebertraum“ (Variety) angesiedelt ist, antwortet Festivaldirektorin Żelasko zufolge auf die US-Produktion „Shape of Water“. Das Werk des estnischen Regisseur erhielt zuletzt beim Tribeca Film Festival für seine sensationellen Schwarzweiß-Bilder den Preis für die beste Kamera.

Elf der 50 Österreich-Erstaufführungen entstammen dem Spielfilm-Wettbewerb. Birds Are Singing in Kigali von Joanna Kos-Krauze und Krzysztof Krauze stellt die Folgen des Völkermords in Ruanda dar. Stephan Komandarev zeichnet im international hoch gelobten Roadmovie Directions mittels nächtlicher Taxifahrten ein ungeschminktes Bild der bulgarischen Gesellschaft. Erst jüngst mit dem Silbernen Bären wurde die ungewöhnliche Künstlerbiografie Dovlatov des russischen Regisseurs Alexey German Jr ausgezeichnet. Und in Ice Mother von Bohdan Sláma entdeckt die Witwe Hana ihre Leidenschaft fürs Eisschwimmen.

Extrem- und Spitzensport widmet sich der Dokumentarfilm-Wettbewerb. My Life Without Air der kroatischen Filmemacherin Bojana Burnać handelt vom erfolgsgetriebenen Leben eines Free-Dive-Weltmeisters. In Kooperation mit dem Vienna City Marathon zeigt LET’S CEE Ultra (Balázs Simonyi), das von Protagonisten rund um den 246 Kilometer langen Spartathlon berichtet. Einer der Schauspieler hat sich übrigens selbst zum Vienna City Marathon angemeldet.

Albaniens Beitrag im Rennen um den Oscar, Daybreak von Gentian Koçi, tritt gegen Ederlezi Rising (mit dem „klügsten Pornostar“ Stoya darin) und etwa den brillanten Rache-Western Coyote von Márk Kostyál im Wettbewerb Promising Debuts an. Ganze drei der 15 Beiträge im Kurzfilm-Wettbewerb stammen 2018 aus Mazedonien und ebenso hat es eine österreichische Produktion ins Finale geschafft. Österreich ist ferner bei den drei Retrospektiven zentral, die neben anderem an „100 Jahre Erster Weltkrieg“ erinnern.

Das FestivaldirektorInnen-Team Magdalena Żelasko und Wolfgang P. Schwelle präsentierten gestern im Village Cinema Mitte das Programm des diesjährigen LET’S CEE Film Festivals.

Tickets für gefährlich gute Filme gibt’s hier!

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