Gewinnspiel: Asphyx am Vienna Metal Meeting

Asphyx

Das Debüt des Vienna Metal Meeting fährt schweres Geschütz auf: Neben Sodom und Batushka werden auch Asphyx – mit neuem Album „Incoming Death“ im Gepäck – die Wiener Arena in Schutt und Asche legen.

AsphyxSex, Drogen, der Teufel und der Tod in all seinen bitterbösen Variationen – die Liste dessen, was dem Heavy Metal seinen Ruf eingebracht hat, ist lang und gemeinhin ziemlich grauslich-gruselig. Natürlich: Bei den meisten dieser Etiketten handelt es sich nur um Pauschalurteile, die lediglich nach außen hin so abstoßend wirken – bei näherer Beschäftigung mit dem Thema kommt man drauf, das dies zumeist nur ein makaberes Spiel ist, das mit Augenzwinkern zu bedenken ist: Während sich LPs mit illustren Titeln wie „The Number of the Beast“, „Kill ‚em All“ oder „Hell Awaits“ am Plattenteller drehen, kommt es nicht selten vor, dass der Hörer gleichzeitig verspielt mit einem Kätzchen schmust.

Dennoch: Zur Musik, die laut und schnell – nicht selten gar hektisch – und manchmal atonal ist, gehören auch dementsprechende Texte, da würde es irgendwie abstrus wirken, wenn Kerry King seine Gitarre würgt und Tom Araya dazu kitschige Allerheilwelt-Texte ins Mikrofon brüllt. Nein, bei Slayer geht es um den (realen) Tod und ums Verderben. Genauso wie bei einer Vielzahl an anderen Bands aus dem breitgefächerten Genre; Der Blog Degenerate State hat diesen Sommer eine wissenschaftliche Studie veröffentlicht, in welcher der „Metalfaktor“ von Wörtern untersucht wird: „burn“ – also „brennen“ – wurde Spitzenreiter, „patricularly“ („insbesondere“) hingegen Schlusslicht. Eine ähnliche – wenn auch oberflächlichere Studie – vollzog bereits vor zwei Jahren Invisible Oranges, das sich fragte, welche denn die meist benutzten Wörter in Bandnamen seien: Hier bekleideten „death“ („Tod“), „black“ („schwarz“) und „dark“ („dunkel“) die unheilige Trias der Spitzenposition.

„Death“ also. Name zahlreicher Bands – von Death über Napalm Death bis hin zu Death Angel -, Titel unzähliger Alben und Songs, ja, eines ganzen Genres gleich: Death Metal – neben dem Black Metal wohl das Grindigste des Grindigen. Beinahe liebevoll gepfählte Körper zieren die überwiegend in dunklen Tönen gehaltenen Plattencover, die Musik donnert und dröhnt, der Sänger singt nicht, er gurgelt und röchelt, gibt unmenschliche Würgelaute von sich – und in den Texten stirbt der Verstorbene gleich noch einmal, bevor der geschundene Kadaver zum Lustobjekt gereicht und daher beinahe selbstverständlich von einer Vielzahl an omnipotenten Zombies durchgezogen wird. Dies ist nun etwas überspitzt und klingt dementsprechend extra grauslich – ist aber doch nahe an der Realität. Wahre Meister dieses Faches sind beispielsweise die Holländer Asphyx, die mit „Incoming Death“ in Kürze ihr neuntes Studioalbum auf Century Media veröffentlichen – und dabei saugut sämtliche Klischees … nun, ausschlachten.

Asphyx: eine kleine Todesgeschichte

Da ist er also wieder, der gute Gevatter Tod: Asphyx, abgeleitet vom englischen Wort für „Erstickung“. Kaum ein anderer Bandname in der Geschichte des Heavy Metals wurde derart gekonnt gewählt, wie hier: Zwar waren die Holländer bereits drei Jahre aktiv, als Anfang der Neunziger Martin van Drunen als Sänger zu ihnen stieß, aber in ihm fanden sie einen, der es wie kein anderer verstand, den Tod nicht bloß zu artikulieren, sondern auch tatsächlich zu vertonen. Zuvor veredelte er bereits unter anderem das Referenzwerk „Consuming Impulse“ der Landskollegen Pestilence, das gerade durch sein gequältes Geröchel das Dahinsiechen vor dem inneren Auge zur wahrhaftigen Realität erweckte: „Suffering from a trauma, it keeps haunting me …“

Seither legte das Quartett eine Vielzahl an gerühmten Alben vor – allen voran natürlich das Debüt „The Rack“ (1991), oder auch das obligatorische, selbst betitelte Album (1994) und „God Cries“ (1996) -, bis 2000 einmal Schicht im Schacht war, Asphyx sich selbst stranguliert hatten und erstmal getrennt von einander nach Luft schnappen mussten. Bereits sieben Jahre später folgte jedoch die viel gerühmte Reunion, und im Gegensatz zu einer Vielzahl an anderen war der hierauf folgende, beinahe bacchantische Totentanz der Fanschar nicht allein durch Nostalgie motiviert: Der mit „Death… the Brutal Way“ (2009) betitelte Wiedereinstieg geriet famos, nicht minder der Nachfolger „Deathhammer“ (2012) – death uber alles. Was der stilvoll ergraute Berserker van Drunen mit seinen morbiden Spießgesellen hierauf zelebrierte, walzte nicht minder wuchtig als zu den Glanzzeiten des Genres, da verströmte jede Pore einen süßlichen Odem von Moder. Ähnlich insbesondere der Frühwerke der Briten Bolt Thrower schob man sich behäbig durch die Pampa – schwerfällig, lavaartig. Da wird impulsiv planiert, bleischwer drücken die Riffs einem Todesgeschwader gleich auf den Brustkorb, sodass das Atmen merklich erschwert wird, die Prügelsalven fahren pointiert dorthin, wo es schmerzt – und in Todesqual lamentiert man sich ins Verderben. „We Doom You to Death“ hieß eines der neuen Stücke, und das kann man durchaus programmatisch lesen – bis dato, bis hin zu ihrem aktuellen Longplayer „Incoming Death“.

Asphyx: Incoming Death

„Incoming Death“ lebt von einer ureigenen, morbiden Viskosität, verströmt einen eigenen, penetranten Mief. Da kracht und knarrt es, tonnenschwer drückt die Last des verwitterten Leichensteins auf den Thorax, feuchtes Erdreich und Maden, die beständig den Schlund füllen, entziehen Leben, süßlicher Verwesungsgeruch sorgt für eine wohlige Leere und irgendwann wirkt die morbide Fratze am Cover unheimlich real. Über selbiges verrät Künstler Axel Hermann, der bereits für Bands wie Iced Earth, In Flames, Sodom, Moonspell, Grave und Morgoth Motive entwarf und mittlerweile auf die 10. Zusammenarbeit mit Asphyx verweisen darf:

Instead of visualizing the obvious, which would have been a reaper just collecting the soul of a dying man on his deathbed, I tried a maybe more sinister approach, simply by giving the concept a slightly different twist. A demon-infested living cemetery filled with decaying souls, forever being tortured with their own consciousness … or worse!

Martin van Drunen führt aus:

Of course, no Asphyx release without the magnificent cover art of Axel Hermann, whose interpretation of the title fits superb with the atmosphere of the recordings. His demons are ours and soon they will be yours too!

Nach wie vor verwehrt sich Asphyx stoisch jedweden Innovationen und setzt fürderhin auf die simple, aber feiste Dampfhammermethode, wirkt dabei erstaunlich gravitätisch – auch wenn mittlerweile den „deathhammer“ nicht mehr Original-Schlagzeuger Bob Bagchus schwingt, sondern Stefan Hüskens von Desaster verpflichtet wurde: das ist die absolute Verdammnis. Bereits „Deathibel“ (Raaawaaaauuuurrrrghhh!), das dieses Jahr auf einer Flexi im US-Magazin Dezibel präsentiert wurde, kündigte an: Altersmilde ist nicht. Vielmehr noch das Titelstück des neuen Albums „Incoming Death“, das Ende September via Century Media veröffentlicht wird und vor genau einer Woche debütierte:

Es ist mit nicht einmal zwei Minuten das mit deutlichem Abstand kürzeste Stück von „Incoming Death“, hat es demnach aber auch ziemlich eilig: Gefangene machen ist nicht, einem Berserker gleich fegt es über das Schlachtfeld und sorgt für einen Verlust nach dem anderen – es schlägt aus nach links und rechts, feuert nach vorn und hint und trampelt dabei auch noch allerlei tot. Martin van Drunen verrät uns über das Stück:

It’s so typical our Asphyx death metal style. Straight forward, no nonsense, three riff, in-your-face death metal. Not that we were looking for a title track that would be in the tradition of „Death The Brutal Way“ or „Deathhammer“. It just came out like this. It’s a damn neckbreaker to raise hell to when playing live and that’s why the choice for the track was only natural. Stanza, chorus, repeat, bridge, stanza, chorus, end. That’s how it’s done. On instinct. Lyricwise three times death and gore by plague, aliens and zombies. And some metalbeasts are even shorter than two minutes! So grab a beer, bang that head and scream along. This is fucken Asphyx and we always deliver the goods!

Auf den Albumtitel kam van Drunen bereits vor drei Jahren – es ist zwar eine Phrase, die nicht viel Sinn macht, trotzdem aber griffig wirkt:

The album title already existed three years ago, being a phrase that doesn’t really exist but refers to what entrenched soldiers cry out when under severe artillery fire. Thus „Incoming Death“ implies another relentless bombardment of monstrous Asphyx death/doom metal!

Die Urgewalt, die Asphyx mit ihrem simplen aber effektvollen Spiel beherrschen, ist unnachahmlich. Freilich thront über allem nach wie vor die derbe, heisere Stimme von van Drunen. Freilich marschiert man stoisch querbeet, auf dass anschließend das Erdreich maximal noch betoniert werden kann. Technische Wunderwerke sind nach wie vor nicht das Ziel, vielmehr die Erhabenheit, die ehrfurchtgebietend ist.

Insgesamt bringt es „Incoming Death“ – abgemischt von Altmeister Dan Swanö (Bloodbath, Dark Funeral, Edge Of Sanity, Fleshcrawl, Katatonia, Malevolent Creation, Opeth) – auf eine Spieldauer von knapp 48 Minuten und 11 Hassbatzen, unter denen neben dem obigen Titelstück vor allem auch das beinahe adipös donnernde Schwergewicht „Wardoid“ (Was für ein unheimlich grollendes Monstrum!), sowie das epische Finale „Death: The Only Immortal“ hervor stechen – wenn man bei einer derart homogenen, starken Scheibe überhaupt Glanzpunkte herauspicken vermag. Doch damit nicht genug: Auf der limitierten Mediabook-Variante werden mit „Servants of the Warsmen“ der kultigen Doomster Winter aus New York und „Master“ von Speckmanns Master auch noch zwei treffende Bonusstücke gebannt sein.

Das Album erscheint auf CD, Gatefold LP (mit Poster) und digital – das Vinyl wird in den Farben schwarz, weiß (200 Stück, Century Media), grün (200 Stück, Century Media USA), rot-transparent (500 Stück, Century Media) und clear (300 Stück, High Roller) erhältlich sein, sowie auf Picture Disc (500 Stück, Nuclear Blast); Zudem wird es die bereits angesprochene Mediabook-Variante mit den zwei Bonustracks, einer DVD (Aufnahmen vom letztjährigen Brutal Assault und dem diesjährigen Hellfest, sowie Videoclip zu „Deathhammer“) und drei Stickern geben. Vorbestellungen werden ab morgen auf Century Media freigeschalten.

AsphyxAsphyx – „Incoming Death“
1. Candiru 2:40
2. Division Brandenburg 3:05
3. Wardroid 4:41
4. The Feeder 4:07
5. It Came From The Skies 3:30
6. The Grand Denial 7:08
7. Incoming Death 1:56
8. Forerunners Of The Apocalypse 3:43
9. Subterra Incognita 5:07
10. Wildland Fire 3:42
11. Death: The Only Immortal 8:10

Martin van Drunen – Vocals / Paul Baayens – Guitars / Alwin Zuur – Bass / Stefan Hüskens – Drums

Asphyx: live am Vienna Metal Meeting

Am 8. April findet zum ersten Mal in Wien, in den Hallen der ehrwürdigen Arena in der Bundeshauptstadt, das Vienna Metal Meeting statt. Hinter selbigem steckt das Team, das unter anderem auch für das alljährliche Eindhoven Metal Meeting verantwortlich zeichnet – das dieses Jahr mit u.a. Mayhem, Destruction, Pro-Pain, Watain und Hail Of Bullets (die van Drunen kürzlich verließ) wieder ein erneut starkes, auf zwei Tage aufgeteiltes Programm vermelden darf und gemeinhin zu einem der besten indoor-Festivals Europas zählt.

asphyx vienna metal meeting

In Wien gibt sich der Debütant noch bescheiden: Im ersten Jahr werden an einem Tag zwei Bühnen – die große und die kleine Halle – bespielt, 15 nationale und internationale Bands werden für ein starkes, ausgewogenes Billing von Thrash über Black bis hin zu Death sorgen. Neben den Headlinern Sodom (mehr dazu in der aktuellen Ausgabe des !ticket Magazins – siehe auch Gewinnspiel zu „Decision Day“) werden mit heute nicht nur Asphyx, sondern auch die polnischen Emporkömmlinge Batushka, sowie die deutschen Nachbarn The Ruins Of Beverast und die heimische Kampfmaschine Mortal Strike (siehe Gewinnspiele und Thrash-Metal Special in der aktuellen !ticket-Ausgabe) angekündigt. Tickets sind bei oeticket.com erhältlich.

 

Asphyx

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