Gewinnspiel: Raststätte oder Sie machens alle

Nestroypreisträgerin Susanne Lietzow inszeniert Elfriede Jelineks bitterböses Satyrespiel. Die Suche nach dem ultimativen Sexkick ist noch bis 30. Mai im Werk X zu sehen – wir verlosen Tickets!

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1994 löste Elfriede Jelineks bitterböse Satyrespiel über die sexuellen Abgründe des Ehelebens bei seiner Uraufführung am Wiener Burgtheater einen kleinen Skandal aus. Am Werk X nimmt nun die zweifache Nestroypreisträgerin Susanne Lietzow Jelineks Farce Raststätte oder Sie machens alle zum Ausgangspunkt für einen Trip durch die Randlagen der spätkapitalistischen Gesellschaft, die auf der Suche nach sich selbst ihr Zentrum verloren hat.

Mehr als nur zügelloser Sex

Als Satyrespiel zu „Totenauberg“ wurde der Text Raststätte oder Sie machens alle konzipiert – und tatsächlich kann das Werk als überdrehtes Gegenstück zu Jelineks Auseinandersetzung mit den Gespenstern der europäischen Geschichte gelesen werden.

In Raststätte glänzt die protofaschistische Tiefe eines Martin Heidegger durch Abwesenheit. Hier geht es vielmehr um schnelle Ablenkung in ihrer triebhaftesten Form: Zwei steirische Hausfrauen auf der Suche nach einem erotischen Abenteuer verabreden sich zu „tierisch gutem Sex“ mit Fremden auf der Toilette einer Raststätte. Ganz unverhofft treffen sie dort auf ihre eigenen Ehemänner.

Zentrale Themen von Jelineks Stück sind das Unbehagen zwischen den Geschlechtern und die grassierende Unzufriedenheit angesichts unerreichbarer – aber stets präsenter und vor Augen geführter – Sexualitätsvorbilder. Die Schuld an der Misere des eigenen Beziehungslebens wird bekanntlich gerne jemand anderem gegeben, die Spriale aus Neid, Wut und Enttäuschung dreht sich fröhlich weiter.

Doch es wäre kein Text von Elfriede Jelinek, käme darin einzig das Zwischenmenschliche zur Sprache, und nicht auch die Krise der Humanität unter spätkapitalistischen Vorzeichen. Die ProtagonistInnen in Raststätte haben den Bezug zur realen Natur verloren. Der Versuch, das Tier in ihnen endlich zu entdecken, ist zum Scheitern verurteilt. Der Text, so Lietzow, bediene sich einer vermeintlich nivellierten, in ihren Bildern aber hochpräzisen „weiblichen und männlichen Stammtischsprache“. Die Figuren werden durch sie gesprochen und kreiert. Sie sind wandelnde Ängste: vor materiellem Verlust, vom Scheitern an der permanenten Selbstoptimierung, vor dem Verfall der eigenen Begehrenswerte an den realen und virtuellen Partnerbörsen.

Inszenierung: Susanne Lietzow
Bühne: Peter Laher
Kostüm: Marie-Luise Lichtenthal

Mit: Sandra Bra, Isabella Szendzielorz, Gilbert Handler, Klaus Huhle, Thomas Kamper, Arthur Werner, Sebastian Klinser, Markus Mariacher

Wir verlosen 2×2 Tickets für „Raststätte oder Sie machens alle“ am 29. Mai 2018, 19:30 Uhr im Werk X!

Diese Verlosung ist leider schon beendet. Alle aktuellen Gewinnspiele finden Sie hier.

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Bilder: © Yasmina Haddad

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