Goleador trifft Beton

Es ist längst kein Gastspiel mehr, sondern ein Clásico – zum zehnjährigen gemeinsamen Bühnenjubiläum wollen Monti Beton & Johann K. die Wiener Stadthalle füllen.

Was mit Gelegenheitsauftritten von Johann K. bei der Spaß-Truppe begann, ist längst zu einer fixen Zusammenarbeit geworden. Krankl ist Bandmitglied von Monti Beton (Gesang & Percussion). Für den Goleador, 62, ist das aber keine Überbrückung bis zur Pension, sondern das Ausleben seiner Leidenschaft. Denn Fußball-Experte – und Testimonial des Pay-Senders SKY – ist und bleibt der Held von Córdoba. Toni Matosic, einer der beiden Köpfe hinter Monti Beton, freut sich über sein talentiertes Zugpferd: Gemeinsam wollen sie am 31. Oktober die große Version der Wiener Stadthalle füllen.

Wie sieht es denn mit dem Kartenverkauf aus? (Stand Anfang Mai, Anm.)

Toni Matosic: Es entwickelt sich prächtig, wir haben mehr als 1500 Karten verkauft. Die engen Fans und Freunde die haben größten Teils schon die Karten.

!ticket: Schräg sind Monti Beton immer schon gewesen. Kommt mit dem Vorhaben in der Stadthalle D zu spielen, jetzt noch der Größenwahn dazu?

Toni: Naja, das könnte so aussehen, wenn man uns nicht so gut kennt. Wir haben ja schon drei Mal in der Halle F, da gehen 2000 Leute rein, öfters gespielt. Das wäre jetzt more oft he same, dort noch einmal zu spielen. Wir feiern, dass wir mit dem Hans zehn Jahre gemeinsam auf der Bühne stehen und ich wollte es ihm nicht antun, in so einer kleinen Halle zu spielen. Das wäre eine Beleidigung seiner Person.

Hans Krankl: Danke, danke. Spitze, Jubel…

Und dann kommt das Stadion?

Toni: Ja, aber das Happel ist zu klein, wir wollen dann 100.000…

Hans, ist das jetzt dein Zweitberuf?

Hans: Nein, Beruf nicht. Wir haben uns vor über zehn Jahren befreundet, sie haben mich ein paar Mal als Gast eingeladen weil sie wussten, dass ich ein narrischer Kinks- und Beatles-Fan bin. Die Freundschaft hat sich privat und beim Singen so ausgeweitet, dass wir Programme wie das Austro-Pop-, Weihnachts- oder Schlagerprogramm zusammengestellt haben. Dann hab‘ ich g’sagt, das war  eigentlich ein guter Gag, dass ich auf der Homepage als Gast angegeben war. Aber Gäste gab’s vor mir viele, ein Gast will ich nimmer sein. Dafür spielen wir zu oft miteinand‘. Die Homepage muss geändert werden! Da hab ich dem Kapellmeister und Chorleiter gesagt, dass ich vollwertiges Mitglied sein will, mit Gesang und Percussion. Auf das besteh‘ ich, hab‘ ich g’sagt, ich bin kein Gast und schon gar kein Star-Gast. Er hat das in Angriff genommen.

Toni: Es heißt aber noch immer Monti Beton & Johann K., damit sich die Leut‘ auskennen, denn er ist ja nicht immer dabei…

Hans: …was ich nicht verstehen kann! Manchmal bin ich böse, zu Hause, wenn sie spielen. Manchmal weine ich daham, aber das is‘ ihnen alles wurscht…

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Aber Gage gibt es schon, auch wenn es für dich kein Job ist?

Hans: Es gibt manchmal eine Gage, wenn es eine Gage gibt. Wir spielen oft für gute Zwecke, für arme Kinder und so. Ich bekomme die selbe Gage, die jeder Sänger kriegt. Wie olle anderen. Net mehr und net weniger. Das Geld is ma wurscht, ich mach‘ Musik weil ich eine Leidenschaft dafür hab‘. Mit der Gage werd‘ ich auch nicht reich. Ich bin auch nicht aus auf eine Karriere á la Gabalier oder Hansi Hinterseer. Erstens bin ich dafür zu alt, bzw. ich fühle mich zu alt um daraus eine Karriere zu machen. Ich mache mit meinen Freunden live Musik, das ist meins, weil live…

Als du zu singen begonnen hast, war das ja im Trend, und wurde nicht für voll genommen. Wann wurde Musik dann zur ernsthaften Beschäftigung?

Hans: Ich habe mich von Haus aus davon distanziert. Ich find‘ das immer gut wenn Menschen Musik machen. Ob das der Polster is‘, der net live singen kann oder will. Oder der Herbert Prohaska, der kein Sänger ist, aber authentisch. Mit g’fallt das alles. Auch wenn einer falsch mitsingt, denn dann weiß ich, er hat eine Liebe zur Musik. Wenn er falsch singt, ist das eine andere G’schicht. Mittlerweile nimmt man mich schon lang ernst, erstens, weil ich den Nachtfalken g’macht hab (eine Sendung auf Radio Wien, Anm.), die Leute wissen, dass ich von der großen Musik eine Ahnung hab‘, dass ich ein Fachmann bin. Vom Jazz über Blues zum Pop, zum Rock, dass mir alle Arten von Musik g’fallen und ich eine riesige Sammlung hab‘. Daher bin ich schon von Anfang an ernster genommen worden. Nur ist das in Österreich immer so… diese Abgrenzung. Naja, der ist ein Fußballer, was muss er singen? Naja, das ist einer Trainer, wos muss der singen. Da frag ich mich, irgendwo in Amerika oder England… der John Lennon war ein Dichter, ein Sänger, ein Maler… der Keith Richards malt Bilder. Entschuldige, will man einem Menschen etwas verbieten, was mich mein ganzes Leben lang begleitet hat? Ich weiß, dass ich dafür Talent habe, richtig singen kann und es macht mir noch Spaß auch.

War es ein langer Weg zum „richtig singen können“?

Hans: Na, ich hab‘ immer richtig singen können. Es ist die Frage, ob des wem g’fallt. Ob i schee sing‘ oder net ist eine andere Frage. Der Rod Stewart lebt von seiner kehligen Stimme weil er einzigartig ist. Der Joe Cocker ist auch einzigartig. Das sind ja auch keine schönen Sänger, denn schöne Sänger sind der José Carreras oder der Placido Domingo. Des sind Opersänger, die schmettern auße. Ich sag‘ ja… erstens ist es eine Geschmackssache. Richtig singen hab‘ ich immer können, weil ich sehr musikalisch bin. Ich hab‘ ein Instrument gelernt, i hob müssen als Bua, Harmonika also Akkordeon. Des hab‘ ich nie wollen, weil ich immer kicken gehen wollt. Und hab das leider, heute ärgere ich mich maßlos, ich hab vier Jahre Harmonika gelernt und hab‘ es verlernt. Ich kann noch zwei Lieder spielen, sonst nix mehr, das tut mir heute leid, obwohl wir es nur sehr, sehr wenig verwenden könnten für einen Live-Auftritt. Aber trotzdem, heute bin ich bös‘, weil ich damals nur kicken gehen wollte. Aber ich hab‘ ein Instrument gelernt, ich habe Noten lesen gelernt, was ich aber auch nimmer kann, daher hab‘ ich aber einen anderen Zugang zur Musik. Ich kann den Takt, ohne dass mir ana hilft, ich kann den Einsatz, ich kann singen, ohne dass mir ana hilft.

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Gibt es für das Stadthallen-Konzert schon ein Programm?

Toni: Wir werden die letzten zehn Jahre Revue passieren lassen…

Hans: …des steht non et fest was, das tun wir erst ertüfteln… da gibt es sehr angeregte Diskussionen.

Toni: Wir werden sicher neue Lieder einführen, und auch von der Besetzung her haben wir einige Überraschungen vor.

Hans: „Lonely Boy“, „Rostige Flügel” sicher, das sind so meine Erfolge als Platte. Dazu muss ich sagen, „Lonely Boy“ hab‘ ich nie live gesungen. Das hab‘ ich nie wollen. Er hat mich so lang‘, so lang‘ sekkiert: „Du muast des singen!“ Dann hat er mir’s vorgespielt, ein bissl rockiger… die Leut‘ haben’s gern. Natürlich spielen wir die großen Sachen.

Toni: Es werden neue Lieder dabei sein, wir wollen nicht nur die alten Sachen spielen, wir wollen nach vorne schauen. Das haben wir immer gemacht.

Coverversionen?

Toni: Entweder wird’S Covers geben mit einem neuen Text oder eigene Lieder. Und einige Covers, die wir komplett nachspielen. Da sind wir ziemlich offen.

Hans: Covers mit deutschem Text, das wird interessant, Kinks, Beatles und Originale auch.

Ihr habt bisher in überschaubarem Rahmen gespielt, vom Schutzhaus bis zur Stadthalle F. Funktioniert das Konzept Monti Beton auch in einer so großen Halle?

Hans: Mega-Halle wird’s net geben. Wir haben am Donauinselfest gespielt vor zwei Jahren, miteinand‘…

Toni: Da waren sicher 30.000, 40.000 Leute. Wir werden ziemlich sicher links und rechts neben der Bühne eine Videowall machen, aber diese Wohnzimmerstimmung kannst du auch in einem großen Gefäß bringen. Ich hab’s gesehen von anderen Künstlern und wir haben uns das auch vorgenommen.

Hans: Ich hab‘ mir das überlegt was der Unterschied ist vom Schutzhaus und Orpheum. Der Unterschied bei uns ist, und wir werden sehen wie gut das gelingt, dass man das in die Stadthalle transportiert. Alle arbeiten auch mit In-Ear-Systemen… einmal war ich beim Fendrich Gast in der Stadthalle vor zehntausend Leut‘, da hab‘ ich ein Lied g’sungen, da hab ich In-Ear probiert. Das ist ganz anders, weil wir kommunizieren mit dem Publikum. Das ist Entertainment, nicht nur allein die Musik, wir führen Schmäh, wir nehmen uns gegenseitig auf die Schaufel… das kannst du net mit In-Ears. Das kannst du nur mit einer ordinären Rock-Monitorbox. Da geht auch einer von uns runter ins Publikum und red‘ mit die Leut‘. Natürlich funktioniert das auch in der Stadthalle.

Wird Fußball ein Thema sein?

Hans: Na. Von mir aus net. Das hab‘ ich immer streng getrennt. Natürlich gibt’s welche, die aufe brüllen „Hanseeee, Hanseee!“. Des san halt a paar, ok, mocht jo nix.

Toni: Du meinst Rapid, oder was?

Hans: Na, na, kommt nicht in Frage, das ist kein Thema.

Du bist Sky-Testimonial und Experte…

Hans: Ja. Der Fußball war immer mein Leben und wird es immer bleiben bis zum Ende. Genauso gehört aber die Musik dazu. Vor vierzig Jahren hab‘ ich das Selbe gesagt. Fußball und Musik. Das eine war mein Beruf, da hab‘ ich auf einem Niveau gespielt, am Gipfel für eine gewisse Zeit. Bei der Musik kann ich net am höchsten Level sein, weil ich net so gut bin. Das mache ich aus Freude und Leidenschaft.

Wie schaut’s bei Monti Beton mit Fußball aus?

Toni: Ich bin eigentlich gelernter Fußballer, beim FavAC aufgewachsen. Intern in der Band der Experte für Fußball…

Hans: Wichtig ist, das er Rapidler ist. Der eine von die drei Tenöre ist a Rapidler, der zweite ist ein Rapidler und i bin halt FC Barcelona, OK. I bin halt der einzige, der halt net Rapid ist, aber ist ok. Damit müssens leben!

 Kein Rapidler???

Hans: Ich bin kein Rapidler ist falsch! Des hob‘ i net g’sagt, da muss man fein die Nuance beachten. Ich bin FC Barcelona, die stehen im Championsleague-Finale, dort wird Rapid nie hinkommen. Naja, mit mir wärens schon hingekommen, aber i bin nimmer dort.

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10 Jahre Monti Beton & Johann K. – 31. Oktober, Wiener Stadthalle

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Austria’s Finest (u. a. mit Monti Beton & Johann K.) – 9.–17. Dezember in Linz, Innsbruck, Wien, Graz und Salzburg

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