Happy Birthday, Otto Schenk!

Der legendäre Schauspieler feiert heute seinen 88. Geburtstag.

© Jan Frankl

Wann bei mir das Alter begonnen hat? Das sag‘ ich ganz offen… Das Alter hat begonnen, wie mir zum ersten Mal der Lutscher nicht g’schmeckt hat. (Otto Schenk)

Egal ob als Schauspieler, Dirigent, Vorleser oder Kabarettist – Otto Schenk ist auf der Bühne ganz in seinem Element und dabei nie um einen guten Schmäh‘ verlegen. Heute wird der Wiener 88 Jahre alt oder 32.120 Tage jung.

Meister des Humors, Legende des Theaters

Ich war eigentlich immer Theater. Ich war Theater, bevor ich überhaupt wusste, was Theater ist. Das Theater aber war mir in der Kindheit widerlich. Ich bin schreiend aus dem Burgtheater nach gewissen Vorstellungen, in die mich meine Eltern aus erzieherischen Gründen hineingeführt haben. (Otto Schenk)

Wo es später beruflich hingehen soll, war bei Otto Schenk bereits im Volksschulalter geklärt. Von den Eltern wurde der Bursche – mehr oder minder freiwillig – ins Theater mitgenommen und statt Pop hörte der junge Schenk lieber Oper. „Die Klassiker, die habe ich früher vor mich hingepfiffen, mehr als die Schlager“ (OÖN, 01.06.18). Später dank des ‚richtigen‘ Lehrpersonals für die Künste begeistert, entscheidet sich Otto Schenk für eine Karriere am Theater.

Zunächst beginnt der Wiener jedoch ein Jusstudium an der Wiener Universität, ehe er sich nach zwei Semestern am Max Reinhardt-Seminar ausbilden lässt. Ebendort lernt er seine spätere Frau, Renée Michaelis kennen.

Bei einer Notschlachtung würde aus mir nix anderes herausrinnen als Theaterblut. (Otto Schenk)

Ab 1953 macht Schenk mit Inszenierungen an Wiener Theater auf sich aufmerksam. Er profiliert sich sowohl als Meister der leichten Muse wie der schweren Komödie und tritt ab 1950 im Kabarett Simpl auf. 1987-97 stellt er den Direktor am Theater in der Josefstadt.

Seine erste Oper setzt der Künstler mit der „Zauberflöte“ 1957 am Salzburger Landestheater in Szene. Weitere folgen unter anderem an der Metropolitan Opera New York, der Mailänder Scala als auch in London, Berlin, Hamburg und München. Für seine ausdrucksstarken Wagner-Interpretationen erhält er 2009 den Anton-Seidl-Preis.

In den letzten Jahrzehnten begeistert der Publikumsliebling zusätzlich mit Leseabenden und als Schriftsteller. Otto Schenk besteht stets darauf, dass das von ihm Diktierte wortwörtlich ohne Ghostwriter gedruckt wird – so wie er schwätzt und spricht. „Diese Direttissima von Herz und Hirn hat anscheinend ganz gut eingeschlagen, sie spricht zu meinem Publikum, so wie ich halt spreche, rede und schwätze.“ (OÖN, 01.06.18)

© Jan Frankl

 

Mein Talent gehört nicht mir, sondern denen, die es mögen. So lange es genügend Menschen gibt, die es mögen, hat man die Pflicht, auf die Bühne zu kriechen. Und wenn das Gekrieche peinlich wird, muss man im richtigen Moment wegkriechen. (Otto Schenk)

 

 

Der frisch gebackene 88-Jährige präsentiert am 15. Juni sein neues Programm „Noten und Anekdoten“ im Linzer Landestheater. Am 3. November ist Otto Schenk damit auch im Wiener Musikverein zu erleben.

Quellen: Oberösterreichische Nachrichten, Stadtsaal

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