Happy Birthday, Paulus Manker!

Paulus Manker, das „grantige Genie“, feiert heute seinen 60. Geburtstag. Der Wiener Schauspieler und Regisseur bringt heuer neben seinem Erfolgsstück „ALMA – A Show BIZ ans Ende“ auch die Mammutproduktion „Die letzten Tage der Menschheit“ auf die Bühne.

Paulus Manker gilt als extremer Künstler – privat wie öffentlich kennt der Neo-60-Jährige keine Grenzen. Er pflegt mit Vergnügen sein eigenwilliges Ansehen. Dies scheint ihm allerdings mit zunehmenden Alter schwerer zu fallen, wie er im Gespräch mit dem Kurier meint: „Auf Dauer unausstehlich und gefürchtet zu bleiben, ist anstrengend.“ Dass Manker dadurch über die Jahre harmloser geworden sei, stört ihn: „Man wird schon ein bissl milder, was mich sehr stört, weil es einem den Ruf ruiniert.“

ALMA und Die letzten Tage der Menschheit in Wr. Neustadt

Neben seinen Eskapaden etc. steht auf der anderen Seite der anhaltende Erfolg seiner Arbeiten, wie etwa jener mit der Kultproduktion ALMA – A Show Biz ans Ende. Alma feiert am 25. August 2018 ihre 500. Aufführung. Für das 25-Jahr-Jubiläum in zwei Jahren möchte Manker mit der Produktion in New York gastieren.
Uraufgeführt wurde das Polydrama rund um Alma Mahler-Werfel und ihre berühmten Männer wie Liebhaber unter Mankers Regie sowie mit ihm in der Rolle des Oskar Kokoschkas im Sanatorium Purkersdorf 1995. Alma ist bis heute ein fulminanter Erfolg, der von Manker nicht nur verfilmt wurde, sondern bis 2001 in Purkersdorf 140 ausverkaufte Vorstellungen erlebte und in 23 Jahren drei Kontinente und 10 verschiedene Städte bereist hat. Darunter finden sich Städte wie Lissabon, Los Angeles, Venedig, Berlin oder Jerusalem.

Was sich ein derart erfolgreicher Künstler zu seinem 60. Geburtstag noch wünscht? „Das Großprojekt Die letzten Tage der Menschheit, antwortet Manker gegenüber dem Kurier. Ganze 220 Szenen zählt das Weltkriegsdrama von Karl Kraus, das der Autor unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs zwischen 1915 bis 1922 verfasste. Kraus meinte, das Stück sei lediglich einem „Marstheater“ zugedacht, da ein normales Theaterpublikum den vielen Szenen und über 800 Rollen nicht gewachsen wäre. Wegen seiner enormen Anforderungen ist es bisher kein einziges Mal komplett aufgeführt worden, es gehört zu den großen ungehobenen Schätzen der Weltliteratur.

100 Jahre nach dessen Entstehung wird Paulus Manker Kraus‘ Werk mit 15 Schauspielern in der Serbenhalle von Wiener Neustadt aufführen und im folgenden Jahr dann das gesamte Stück – erstmals, ungekürzt und in einer mehrtägigen Aufführung als Theatergeschichtle Sensation installieren.

Raubmörder mit Filmrolle in Haneke-Streifen

Hatte Manker als Sechsjähriger angeblich Raubmörder als ersten Berufswunsch angegeben, wurde ihm seine heutige Arbeit als Sohn des Regisseurs Gustav Manker und der Schauspielerin Hilde Socher dennoch bereits in die Wiege gelegt. Der Autor erhielt seine Ausbildung am Max Reinhardt-Seminar Wien und arbeitete etwa mit dem Regisseur Peter Zadek, für den er laut eigener Angabe sogar eine Küchenschabe gespielt hätte, zusammen. Nennenswerte Inszenierungen sind „Lulu“, „Der Kaufmann von Venedig“, „Hamlet“ oder „Der Jude von Malta“.

Auch mit dem israelischen Autor Joshua Sobol verbindet ihn eine langjährige Kooperation. 1986 spielte Manker erstmals in Sobols Stück „Weiningers Nacht“, gab zwei Jahre darauf mit sich selbst in der Hauptrolle sein Regiedebüt. 1995 inszenierte er in Wien das von Sobol und Niklas Frank geschriebene Stück „Der Vater“ bei den Wiener Festwochen. Im Jahr darauf hatte Sobols Alma Premiere. 2003 hatte das Drama um Franz Jägerstätter „iWitness“ in der Regie von Manker am Cameri-Theater in Tel Aviv Premiere.

Seine erste Filmrolle hatte der Regisseur im Haneke-Streifen „Lemminge“ (1979), weitere Filme mit ihm folgten. Der erste von ihm als Regisseur gedrehte Film „Schmutz“ feierte 1985 seine Uraufführung in Cannes.

Jetzt Tickets für die Kultproduktion ALMA sichern!

Quellen: Kurier, Salzburger Nachrichten

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!

[i]
[i]