Heiße Spurensuche

Waren Sie schon einmal bei einer Ansprache von Kaiser Franz Joseph? Oder sind der Giftmörderin Martha Marek begegnet? Wenn nicht, haben Sie bei „Tatort: Mödling 1111“ die einmalige Chance dazu!

 

Wenn Sie vor dem Mödlinger Rathaus stehen und gerade eine Ansprache von Kaiser Franz Joseph an die Meidlingerinnen und Meidlinger gehalten wird, dann sind nicht Sie falsch, sondern der Kaiser hat sich geirrt. Das ist eine der historisch wahren Begebenheiten die im Stationentheater „Tatort: Mödling 1111“, gezeigt werden. Denn der Kaiser glaubte damals, dass er in Meidling ist. Anlässlich des 1111. Jahrestages der erstmaligen urkundlichen Erwähnung von Mödling im Jahr 903 werden verschiedenste Szenen aus der Geschichte aber auch der Neuzeit lebendig. !ticket hat sich vorab mit Andreas Berger, Obmann des Vereines „Kunst & Kultur in Mödling“, getroffen und von ihm Spannendes zum Stück, zum Theaterabend aber auch zur Geschichte Mödlings erfahren. Wobei, vom ersteren soll hier nicht allzu viel verraten werden.

Stationentheater

Los geht’s im Mödlinger Volkskundemuseum. Dort ist der Start der geführten dreistündigen Tour, die an insgesamt 11 Stationen führen wird. Sie merken schon, die Ziffer 1 ist nicht nur im Titel prominent vertreten. Danach geht es gemeinsam mit 11 SchauspielerInnen, 3 MusikerInnen und natürlich den anderen ZuschauerInnen quer durch Mödling. Aber keine Sorge, es bleibt bei einem Spaziergang und artet nicht zu einem Wandertag aus. Die nächste Station ist dann das Beethovenhaus.

Im Beethovenhaus

Ludwig van Beethoven war drei Sommer hindurch in Mödling zu Gast. Hier arbeitete er an seiner „Missa Solemnis“ aber komponierte auch die „Mödlinger Tänze“. Mit seinen Kuraufenthalten im Mödlinger „Eisen-Mineralbad“ hoffte er, seine beginnende Taubheit heilen zu können. Danach wandern Sie weiter zur Pestsäule die an das zweimalige Wüten der Pest in Mödling erinnert. Die nächste Station ist einmalig, weil sie in ein Privathaus mit angeschlossem parkähnlichen Garten eintreten dürfen. Dann geht es weiter zum Rathaus, wo Sie der bereits erwähnten Ansprache von Kaiser Franz Josef lauschen werden. Über die Pfarrgasse kommen Sie zur St. Othmar-Kirche und weiter über die Kirchengasse zum Brunnen in der Brühlerstraße. Dort erregt sich Anton Wildgangs über die Zustände am Burgtheater – ein Text aus dem Jahre 1922 der an Aktualität nicht zu überbieten ist. Der Schluss- und Höhepunkt ist dann bei der alten Feuerwehrremise am Europaplatz mit Falcos „Der Kommissar“.

 

1 Volkskundemuseum 2 Beethovenhaus 3 Pestsäule 4 Krawany-Hof 5 Krawany-Garten 6 Rathaus 7 Pfarrgasse 8 St. Ohtmar 9 Kirchengasse 10 Brunnen 11 Europaplatz

1 Volkskundemuseum 2 Beethovenhaus 3 Pestsäule 4 Krawany-Hof 5 Krawany-Garten 6 Rathaus 7 Pfarrgasse 8 St. Ohtmar 9 Kirchengasse 10 Brunnen 11 Europaplatz

Spurensuche

Geschrieben hat diese zum Teil kriminalistische Spurensuche die Mödlinger Autorin Nici Neiss. Sie bezieht sich auf historische Persönlichkeiten, die hier gelebt und gewirkt haben oder auf Urlaub waren. Aus den Geschichten von und über diese Menschen aus Kultur, Wirtschaft oder Politik, die größtenteils historisch authentisch sind, hat sie eine szenische Collage erarbeitet. Andreas Berger hat das Stück schon vor einiger Zeit gelesen, aber sich erst anlässlich des Jubiläums entschieden, es zur Aufführung zu bringen. Denn die Organisation des Stationentheaters, an dem Mödlinger Geschichte teils an Originalschauplätzen lebendig wird, ist doch sehr aufwändig.

Theatrales Erlebnis

Dadurch, dass die DarstellerInnen gemeinsam mit dem Publikum durch Mödling spazieren und an den einzelnen Stationen durch einzelne Kostümversatzstücke in ihre unterschiedlichen Rollen schlüpfen, sind die ZuschauerInnen am Geschehen. Ein großer Bogen an künstlerischen Ausdrucksmitteln wie Ensembleszenen und Gesangsnummern, Tanzeinlagen aber auch Kasperltheater verspricht einen kurzweiligen Abend. Und das Publikum darf manches Mal auch mitsingen und mittanzen.

Nici NeissNici Neiss

Die Mödlingerin studierte Schauspiel und Gesang am Konservatorium der Stadt Wien und arbeitete in der Folge z.B. an den Stadttheatern Regensburg, Aachen und Pforzheim, den Schlossfestspielen Ettlingen, am Staatstheater Schwerin, am Wiener Burgtheater, bei den Salzburger Festspielen, Volkstheater Berlin, auf den Theaterschiffen Hamburg und Stuttgart sowie bei freien Produktionen in München, Köln, Karlsruhe, Wien… Als Autorin schrieb sie etliche Theaterstücke und Revuen, sowie Kleinkunstabende und Kabarettprogramme. Seit 2010 arbeitet sie mit der Produktionsfirma „Kapp und Ko.“ zusammen, welche sich auf musikalische Kabarett- und biografische Kleinkunstabende spezialisiert hat.

 

Gespielt wird von 11. Juli bis 17. August jeweils von Donnerstag bis Donntag bei jedem Wetter im Freien:

Tickets bei oeticket.com

 

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