Helene Fischer ist aus Glas

Es war das TV-Highlight des ausklingenden Jahres 2012. Helene Fischer hat am zweiten Weihnachtsfeiertag mit der zweiten Ausgabe ihrer Helene Fischer Show auf ARD beinahe fünfeinhalb Millionen Zuschauer vor dem Schirm gefesselt. Die unglaubliche TV-Show ließ den parallel laufenden Harry Potter und die Heiligtümer des Todes deutlich hinter sich. Schade nur, dass der ORF sich dieses Highlight der Fernsehshowunterhaltung entgehen ließ.

Gäste wie David Garrett, Andrea Bocelli, Loreen, Unheilig, Andreas Gabalier und Nino de Angelo, Comedy-Einlagen, Akrobatik- und Tanz-Performances sowie ein fantastisches Bühnenbild überzeugten ebenso wie Buch, Regie und Dramaturgie. Eine perfekte Show!

Die Woche darauf, Anfang Januar, stiegen die DVD und die CD Für einen Tag – Live 2012 in die österreichischen Charts und adelten die deutsche Künstlerin mit sibirischen Wurzeln nun auch in Österreich endgültig zur Entertainment-Königin.

Für einen Tag – das Album und die Show zeigen deutlich die Entwicklung der Schlagersängerin Helene Fischer zur großen Entertainerin, zu einer Form des deutschen Chansons …

Helene Fischer: Ja, wir sind viel moderner geworden, die Texte sind frecher und auch die Up tempo-Nummern sind moderner. Die Band hat am Album gespielt, dazu die Live-Streicher und ich nehme mir die Freiheit heraus, einfach drauf los zu singen, hau auch gerne mal die Töne raus ohne groß nachzudenken.

Du bringst uns damit den deutschen Chanson, den gehaltvollen, abwechslungsreichen Schlager wieder zurück.

Helene: Ich bin jemand, der sich gerne weiterentwickelt und ich mache gerne viele unterschiedliche Sachen auf der Bühne. Das sieht und hört man bei den Konzerten und das Publikum bemerkt es auch, wenn etwas authentisch ist.

Der Titelsong Für einen Tag: Wie viel Helene Fischer steckt in dem Text?

Helene: Der Song ist autobiografisch. Es ist eine Ballade, die von Kindheitsträumen erzählt und das ist etwas, was ich meinem Publikum auch immer gerne ermögliche: Dass sie bei meinen Konzerten ein wenig abschalten können, dass ich sie in eine Traum-Sequenz entführen darf. Ich habe für mich dieses Gefühl, innerlich noch ein wenig Kind zu sein, nie verloren und genau davon erzählt dieses Lied, von dieser Freiheit, für einen Tag das Leben unbeschwert genießen zu können.

Deine Show ist überaus abwechslungsreich, wie sich auch auf der Live-DVD erkennen lässt …

Helene: Ja, es ist eine schöne Mischung mit vielen Farben entstanden. Wir singen ja nicht nur über die Liebe. Da gibt es auch den Song Allein im Licht, den ich meinen Fans widme. Da haben sie die Möglichkeit zu erfahren wie ich mich fühle, wenn ich auf der Bühne stehe.

Du sprichst deine Fans direkt an?

Helene: Ja, ich singe darin dann auch im „Du“. Vorerst geht es um meine Gefühle und dann wechselt der Song und jeder Zuhörer kann sich angesprochen fühlen. Es heißt: „Ich bin heute für dich aus Glas, du siehst in meine Seele hinein und ich gebe alles.“

In einem Lied singst du auch über einen „Goldenen Käfig“ …

Helene: Auch da steckt ein klein wenig Autobiografisches drin. Ich liebe meinen Beruf sehr, ich liebe es, auf der Bühne zu stehen – aber das Showgeschäft hat auch andere Seiten. Es bedeutet auch viele Partys, Glitter und Glamour … Diese Welt – Bussi hin und Bussi her – ist nicht mein Ding und daher genieße ich es in meiner Freizeit sehr unter Menschen zu sein, die mit dem Showgeschäft nichts zu tun haben. Bei meiner Familie, mit Freunden, mit Menschen, die ganz andere Sorgen im Kopf haben. Im Showgeschäft kann man auch ein bisschen den Blick auf die Realität verlieren. Auf das, was das wahre Leben ist.

Interview: Andy Zahradnik

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